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Wohin mit dem Wochenmarkt?

Umzugsdebatte Wohin mit dem Wochenmarkt?

Der Wochenmarkt am Firmaneiplatz gehört zum Stadtbild Marburgs. Seit nahezu 50 Jahren besteht er und ist mittlerweile zu einer Institution geworden.

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Der Wochenmarkt auf dem Firmaneiplatz neben der Elisabethkirche. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Aufgrund von Bauarbeiten am Firmaneiplatz muss der Wochenmarkt vorerst umziehen. Ab Frühjahr 2015 sollen die Marktbeschicker ihre Stände vor der Elisabethkirche aufbauen.

Marktbeschicker fürchten nun, dass der Umzug kein Provisorium, sondern dauerhafter Natur sein soll. Hintergrund sind Vermutungen, dass Reste eines Elisabeth-Hospitals sich bis unter den heutigen Firmaneiplatz erstrecken. Die Bauarbeiten sollen etwa zwei Jahre dauern. Eine Besprechung zwischen Marktbeschickern und Ordnungsamt soll am Montag stattfinden, hier soll nach OP-Informationen die Zukunft des beliebten Marktes geklärt werden.

Bei den Beschickern des Wochenmarktes, unter anderem Bernd Haberzettl und Anette Scheld-Lang (siehe Umfrage), besteht die Angst, dass das Ordnungsamt den Wochenmarkt langfristig nicht auf dem Firmaneiplatz plant. Beschicker und Kunden befürchten, dass sie im schlimmsten Fall an einen ganz anderen

Standort weichen müssen: Auf Dauer halten die Platten auf dem Platz vor der Elisabethkirche das Gewicht der Stände nicht aus, argumentiert die Stadt. Die CDU, die die dauerhafte Verlagerung des Markts direkt an die Elisabethkirche gefordert hatte, hält dieses Argument für vorgeschoben.

Die Sprecherin der Standbetreiber, Ingeborg Müller, möchte aber zuerst einmal die Verhandlungen mit dem Ordnungsamt abwarten. Erst anschließend könne man sich weiter zur Thematik äußern.

Oberbürgermeister Egon Vaupel versuchte am Freitag die Bedenken der Marktbeschicker zu zerstreuen: Es bestehe keinerlei Grund zur Sorge, denn es gebe von Seiten der Stadt keine Festlegung für den zukünftigen Standort des Wochenmarkts.

„Wir werden mit den Marktbeschickern gemeinsam und im Dialog die beste Lösung finden“, erklärt Oberbürgermeister Egon Vaupel auf Anfrage der OP. Auf die Gespräche mit allen Beteiligten habe die Universitätsstadt bereits für die Verlegung während der Bauzeit an die Elisabethkirche gesetzt. „Und dieser positive Weg wird mit dem Treffen am Montag fortgesetzt.“

von Andreas Spielmeyer und Till Conrad

OP-UMFRAGE:

Was halten Sie von der Verlegung des Wochenmarktes?

Bernd Haberzettl (55), Standbetreiber:

"Der Markt soll bleiben, wo er ist. Für mich ist zweitrangig, was die Beschicker sich wünschen, mir geht es um die Kunden. Gerade Ältere schätzen den Service und das familiäre Miteinander auf dem Wochenmarkt. Ebenso die Nähe zur Blista ist für deren Schüler ideal. Sie kaufen gerne bei uns ein."

Alissa Pfannkuch (22), Auszubildende:

"Ich finde eine Verlegung okay, wenn der Wochenmarkt in der Nähe bleibt. Sollte er auf den Schlossberg oder in ähnlich schwer zu erreichende Stadtteile ziehen, wäre ich unzufrieden und wüsste nicht, ob ich dort weiter einkaufen würde oder könnte. Aber wenn es bei den paar Metern bleibt, ist für mich alles okay."

Asim Ozülkü (61), Einzelhandelskaufmann:

"Eigentlich ist es doch ein gelöstes Problem. Wenn alles läuft wie geplant, sind wir bald wieder an unserem bisherigen Standort. Es ist nur noch auf das Ergebnis einer Sitzung mit dem Ordnungsamt zu warten. Letztendlich müssen wir uns aber an städtische Anordnungen halten."

Anette Scheld-Lang (42), Fleischereifachverkäuferin:

"Ich halte nichts von einer Verlegung, auch nicht von einer vorübergehenden. Unser Platz war bisher immer in gutem Zustand und die Lage ist ebenfalls optimal. Wir gehören hier hin! Der Wochenmarkt an seinem bisherigen Standort ist Teil des Stadtbildes."

Ulla Moschke (57), Bürokauffrau:

"Der Wochenmarkt darf nicht verlegt werden. Er gehört an seinen angestammten Platz. Seit 50 Jahren existiert der Markt nun fast. Ich habe bereit als kleines Kind dort eingekauft und hoffe es auch noch weiter tun zu können. Eine dauerhafte Verlegung wäre schlimm für mich."

Umfrage: Andreas Spielmeyer

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