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Wochenmarkt zieht vor die Kirche

Wochenmarkt Elisabethkirche Wochenmarkt zieht vor die Kirche

Der Wochenmarkt auf dem Firmaneiplatz zieht um. Ab Frühjahr 2015, kurz vor Beginn der archäologischen Untersuchungen auf dem Areal, werden alle Stände vor der Elisabethkirche aufgebaut. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Kritik kommt von der CDU.

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Runter vom Firmanei-, hin zum Kirchenvorplatz: Der Wochenmarkt findet ab Frühjahr 2015 vorübergehend an einem anderen Standort statt. Archivfoto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Verlegung für die Zeit während der Ausgrabungen ist ab März/April 2015 vorgesehen. Noch in diesem Jahr werden an der ehemaligen Bushaltestelle in der Nachbarschaft vier Kurzzeitparkplätze eingerichtet.„Damit bieten wir sowohl den Marktbeschickern als auch den Besuchern für diese Zeit ein Umfeld an, das schon aufgrund der historischen Verbindung von Kirche und Markt sicher seinen ganz besonderen Reiz entfalten wird“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Der Treffpunkt für die Vermarktung regionaler und frischer Produkte erfahre somit in der Bauzeit eine weitere Aufwertung. Die Stadt hat die geplante Verlegung mit dem Kirchenvorstand abgestimmt. „Das ist auch von unserer Seite grundsätzlich so gewollt“, sagen Pfarrer Achim Ludwig und Ralf Hartmann. Weitere Gespräche zwischen Kirchenvorstand und Stadt sollen vor der konkreten Umsetzung folgen.

Bei der CDU herrscht Irritation wegen der Umzugs-Ankündigung. Die Fraktion forderte vor Kurzem eine dauerhafte Verlegung des Wochenmarkts auf den Kirchenvorplatz. Der Magistrat zeigte sich skeptisch. Ein Grund: Die auf dem Vorplatz verlegten Platten drohen unter dem Gewicht der Stände kaputt zu gehen, das Rangieren von Autos und Anhängern schade dem teuren Untergrund. SPD, Grüne und Linke lehnte den CDU-Vorschlag daher in der Stadtverordnetenversammlung ab.

Die Konservativen kritisieren das: „Der Vorplatz ist aber doch dafür da, genutzt zu werden. Auch deshalb wurde er damals teuer saniert“, sagt Joachim Brunnet (CDU).

CDU fordert einen dauerhaften Markt-Umzug

Die Stadt widerspreche sich mit der plötzlichen Verlegung des Wochenmarkts selbst. „Es leuchtet überhaupt nicht ein, wieso das für ein halbes, dreiviertel Jahr ohne Schäden funktionieren soll, längerfristig aber nicht.“ Spätestens mit Vaupels Aussagen, dass der neue Standort attraktiver sei, gestehe die Stadt ein, dass „wir den Willen der Marburger richtig erkannt haben, unsere Idee offenbar doch umsetzbar ist.“ Brunnet kündigt an, dass die CDU-Fraktion und der Arbeitskreis Wirtschaft heute auf dem Firmaneiplatz mit Marktbetreibern und Besuchern über einen dauerhaften Umzug sprechen wollen.

Die Stadtverwaltung teilt mit, dass die langfristige Standortfrage des Wochenmarkts noch nicht geklärt sei. Bedenken der Marktbetreiber wolle man aber aufgreifen. Auf Dauer, so das Bauamt der Stadt, halte aber vor allem der Boden an der Südseite der Elisabethkirche dem Gewicht nicht stand. „Nach dem Fund von Gräbern wurde dort eine schwächere Konstruktion zu deren Schutz gewählt“, teilt die Stadt mit. In der Adventszeit 2015 soll die Fläche um die Elisabethkirche für den traditionellen Weihnachtsmarkt zur Verfügung stehen. Die archäologischen Arbeiten werden deshalb nach Angaben der Stadt bis zum Herbst 2015 beendet. Die Fläche des Firmaneiplatzes richtet die Universitätsstadt für die Adventszeit so her, dass auf dem Platz parallel der Wochenmarkt stattfinden kann.

Der Umbau des Firmanei-platzes ist für 2016 vorgesehen. Bei den anstehenden Ausgrabungen geht es darum, wichtige historische Hinweise aus einem vorherigen Bauabschnitt weiterzuverfolgen. Experten nehmen an, dass sich Reste eines Gebäudes, das als Hospital der Heiligen Elisabeth interpretiert werden kann, noch bis auf das Areal des Firmaneiplatzes erstrecken.

von Björn Wisker

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