Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Wo sich mit der Energie spielen lässt

Energiepotenzial Wo sich mit der Energie spielen lässt

Mit einer „Energieuhr“ und dem erweiterten Potenzialrechner für die Städte und Gemeinden in Mittelhessen wirbt das Regierungspräsidium für die Zukunftsaufgabe Ausbau der Erneuerbaren Energien vor unserer Haustür.

Voriger Artikel
"Vernehmung lief wie Pingpong-Spiel"
Nächster Artikel
Stress im Job kostet Milliarden

Die Ansicht zeigt den Energierechner für Mittelhessen. Angeklickt ist hier das aktuelle Potenzial für die Erzeugung Erneuerbarer Energien im Stadtgebiet Marburg.

Quelle: Screenshot: Alexander Pavlenko

Marburg. Gut 200 Vertreter aus den Städten und Gemeinden des Regierungspräsidiums (RP) Gießen waren gestern ins Marburger Technologie- und Tagungszentrum gekommen, um sich über den Fortschritt auf dem Weg zur Versorgung mit „100 Prozent erneuerbaren Energien“ in Mittelhessen zu informieren.

Bei der dritten Fachtagung des RP zum Thema „Mittelhessen ist voller Energie“ stand natürlich auch der derzeit öffentlich zur Beteiligung der Bevölkerung ausliegende „Teilregionalplan Energie“ im Blickpunkt. Regierungspräsident Dr. Lars Witteck skizzierte, wie seine Behörde darum bemüht war, die Beteiligten in den Kommunen schon vor der im Genehmigungsverfahren vorgeschriebenen Offenlage mit ins Boot zu holen und deren Vorstellungen und Bedenken aufzugreifen.

Um Akzeptanz werben

Mehr Neuigkeitswert hatten jedoch die verbesserten Instrumente, mit denen das RP in der Bevölkerung für Akzeptanz für die lokale Energiewende werben will. Das aktualisierte und ausgeweitete Internetangebot „Energieportal Mittelhessen“ zeigt anschaulich, wie sich der Ausbau der erneuerbaren Quellen Wind, Wasser, Sonne und Biomasse entwickeln könnte und müsste, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Darüber hinaus stellt es umfangreiche Informationen über die Regionalplanung, aber auch über Fachvorträge zu diesen Themen zur Verfügung.

Kernstück bleibt der „Energierechner“. Im Vergleich zur Datenbasis, die bei der Eröffnung des Internetportals vor einem Jahr präsentiert wurde, sind inzwischen auch die Potenziale mit dem aktuellen Stand des Regionalplan­entwurfs abgeglichen worden. Das bedeutet zum Beispiel für die Windkraft: Statt aller grundsätzlich geeigneten Flächen sind nun die im Teilregionalplan vorgesehenen Vorrangflächen ausgewiesen.

CO2-Einsparung ablesbar

Somit kann der Energierechner die Erzeugungspotenziale für Strom aus Windkraft, Solarenergie, Bioenergie und Wasserkraft heute ein ganzes Stück realistischer abbilden als bisher. Weiterhin kann man mit Schiebereglern „herumspielen“, wie es die für das Projekt zuständige Frankfurter FH-Professorin Martina Klärle formulierte. So lässt sich der „Energiemix“ verändern, man kann sich die Auswirkungen ansehen, wenn man zum Beispiel statt vier Windrädern acht aufstellen würde.

Neu ist die Möglichkeit, die tatsächliche Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen für eine Gemeinde, den Landkreis oder die gesamte Region Mittelhessen auszuwerten und dies ins Verhältnis zum tatsächlichen Stromverbrauch (im Jahr 2011) zu setzen. Auch die CO2-Menge, die man damit einsparen kann, wird angegeben. Es lässt sich ablesen, welche Auswirkungen eine Effizienzsteigerung (durch Stromeinsparung) auf den Deckungsgrad des Strombedarfs haben könnte und welchen Wert Strom aus Erneuerbaren Energien für die Region hat, wenn man aktuelle Strompreise für private Endverbraucher zugrunde legt.

Ebenfalls neu ist eine Karte, auf der man die Lage aller schon bestehenden Anlagen mit ihren Leistungsdaten und dem Jahr der Errichtung aufrufen kann. Diese Karte ist auf dem Stand Dezember 2012 und wird halbjährlich aktualisiert.

von Michael Agricola

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr