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Wissen schaffen - Horizonte erweitern

"News to use" Wissen schaffen - Horizonte erweitern

Es gibt sie - die Stimmen der Arbeitgeber, die das Bildungssystem kritisieren. Aber es gibt auch Gegenbeispiele. Bei der Firma HOPPE zeigt man sich offen für neue Ideen zur Ausbildungs-Förderung.

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Beim „News to use“-Projekt stehen ganz klar die Auszubildenden im Vordergrund. Bei der HOPPE AG sind es Steffi Anderwald und Markus Haust. Mit der Rolle im Hintergrund haben Personalchef Andreas Dauer (links) und Mitarbeiterbetreuer René Raabe keine Probleme.

Quelle: Dennis Siepmann

Stadtallendorf. Was bringt das tägliche Zeitunglesen wirklich? Welche Vorteile hat der Arbeitgeber, wenn er das Abo bezahlt? Fragen, die sich auch die Verantwortlichen der HOPPE AG stellten, als ihnen das „News to use“-Projekt vorgestellt wurde. Das Angebot richtet sich dabei an die Auszubildenden heimischer Unternehmen. Die Oberhessische Presse wird täglich nach Hause oder an den Arbeitsplatz geliefert - die Azubis lesen und beantworten im Monatstakt Fragen zu Themen aus den einzelnen Ausgaben. Ziel des Ganzen? Die Allgemeinbildung soll gefördert, die Lese- und Schreibfähigkeiten verbessert werden.

Dauer: „Eine Investition in die Zukunft“

Ein Unternehmen wie die HOPPE AG muss jedoch vor jedem Projektstart genau kalkulieren. Stimmt das Verhältnis von Kosten und Nutzen? Zugegeben eine schwierige Frage, wenn es keinen materiellen Nutzen gibt - bei „News to use“ geht es allein um einen Zugewinn an Wissen.

Personalverantwortlicher Andreas Dauer versteht das Leseprojekt als Investition in die Zukunft: „Für uns ist die Allgemeinbildung unserer Lehrlinge ein ebenso wichtiger Baustein wie der Abschluss. Unsere Mitarbeiter sollen insbesondere neue Ideen entwickeln. Deshalb unterstützen wir jede Entwicklung, die dazu führt, dass unsere Lehrlinge ihren Horizont erweitern.“ Nun haben sich vier der insgesamt 26 Ausbildenden bei der HOPPE AG seit mehr als einem halben Jahr täglich mit der Zeitung auseinandergesetzt. Ihre Erfahrungen? „Auf einmal wusste ich über Themen Bescheid, die ich gar nicht wissentlich gelernt habe“, sagt Markus Haust.

Dieser überraschende Lernerfolg lässt den angehenden Industriemechaniker auch weiterhin zur Zeitung greifen. „Außerdem finde es wichtig, über das aktuelle Zeitgeschehen informiert zu sein. Das gehört ja irgendwie dazu, wenn man ein mündiger Bürger sein will“, ergänzt Haust. Seine Kollegin Steffi Anderwald fühlt sich nun „mitten im Geschehen“. Die angehende Industriekauffrau sagt: „Über viele Dinge hätte ich mich wohl gar nicht informiert. So musste ich mich eindringlich mit Politik und Wirtschaft beschäftigen, um die Fragen beantworten zu können“. Mitarbeiterbetreuer René Raabe nennt das Projekt eine „nützliche Zusatzbelastung“ für die Lehrlinge. Es passe einfach zu einem wichtigen Firmenleitspruch. Dieser lautet „Förderung durch Forderung“.

Andreas Dauer hofft, durch das Projekt auch eine persönliche Entwicklung bei den Lehrlingen anschieben zu können. „Wir legen viel Wert auf den individuelle Freiraum unserer Mitarbeiter. Wir glauben daran, dass die erworbenen Hintergrundinformationen wichtig sein können, um die Qualifikation weiter zu steigern“. Zeitintensiv sei das Projekt schon gewesen, sagen Steffi Anderwald und Markus Haust. Von einer Belastung zu sprechen, sei aber auch übertrieben. In Zukunft werden die beiden Lehrlinge noch häufiger mit ihren Chefs über „News to use“ sprechen: Spätestens, wenn die Auswertung der Testergebnisse vorliegen. Dann werden beide Seiten wissen, was ihre Investitionen gebracht haben. Eingesetzt haben Lehrlinge und Chefs schon jetzt eine Menge: Zeit, Geld und den Mut, etwas Neues auszuprobieren.

von Dennis Siepmann

Hintergrund

  • Das Projekt News to use ist eine Initiative der Hessischen Zeitungsverleger und hat den Anspruch, jungen Menschen einen Weg zur Zeitung zu eröffnen und das Allgemeinwissen der Teilnehmer zu stärken. 
  • Um die Wirkung des Projektes auf den Allgemeinbildungsstand der Teilnehmer feststellen zu können, führt das Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) an der Universität Gießen vor und nach dem Projekt je einen qualifizierten Wissens- und Kompetenztest durch. 
  • Die Ziele: Förderung der Allgemeinbildung, Training der Lesekompetenz, Verständnis für komplexe Sachverhalte und schwierige Zusammenhänge. All dies soll dazu führen, den Auszubildenden bessere Berufsaussichten zu verschaffen. 
  • Betriebe und Verwaltungen, die am News to use-Projekt teilnehmen: Pharmaserv GmbH, Stadtwerke Marburg GmbH, Gemeindevorstand Münchhausen, Deutsche Post CSC GmbH, Gemeinde Weimar (Lahn), HOPPE AG, Philipps-Universität Marburg, Elektroplan Schneider, VR Bank Hessenland, Stadtverwaltung Biedenkopf, Magistrat der Universitätsstadt Marburg, Kanzlei Preusse Friauf Schneider, Gemeindeverwaltung Cölbe, Hotserver, HITZEROTH Druck + Medien GmbH
  • Infos zum Projekt gibt Franziska Wagner unter der Telefonnummer 06421/409104 oder per Mail an franziska.wagner@op-marburg.de.
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