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Wird Halle vier Wochen später fertig?

Marburger Stadthalle Wird Halle vier Wochen später fertig?

Informationen über den aktuellen Stand der Kostenentwicklung für das Großprojekt des Stadthallen-Umbaus und den Baufortschritt erhielten Bau- und Kulturausschuss in einer öffentlichen Sitzung.

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Marburg. Es war eine ungewöhnliche Ausschuss-Sitzung, die am Donnerstag in der Cafeteria der Martin-Luther-Schule direkt neben der Großbaustelle stattfand. Denn nicht nur die Mitglieder von zwei Ausschüssen, sondern auch zahlreiche Zuhörer verfolgten die Berichte über den aktuellen Stand in Sachen Stadthallen-Umbau. Anschließend gab es die Möglichkeit, Einblicke in den Fortschritt auf der Baustelle zu erhalten,

Vor allem zwei Neuigkeiten vermeldete Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) Zum einen wird nach der Vergabe von 77 Prozent der Bauleistungen mit Mehrkosten von 738000 Euro (Brutto) gerechnet. Außerdem gibt es eine Verzögerung im Zeitplan. Statt im Oktober 2015 wird die „neue Stadthalle“ demnach wohl zwei bis vier Wochen später eingeweiht.

Rückstellungen in Höhe von 10 bis 15 Prozent der Baukosten

Die bisherige Kostensteigerung führte Randolph Petrowitz als Vertreter der mit der Projektsteuerung beauftragten Firma vor allem auf Erschwernisse bei der Schadstoffsanierung und unvorhergesehene Dinge beim Rückbau der Stadthalle wie die erschwerte Betonsanierung zurück. Momentan gehen die Projektsteuerer davon aus, dass es nach Vergabe der restlichen Bauleistungen zu Mehrkosten zwischen 2,5 Prozent und 4 Prozent kommen könne. Damit würde die Überschreitung der Gesamtsumme für die Stadthallen-Umgestaltung von 28,7 Millionen Euro (Brutto) deutlich geringer sein, als die vorher für Unvorhergesehenes empfohlenen Rückstellungen in Höhe von 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten.

Auf die Frage des Bauausschuss-Vorsitzenden Uwe Meyer (SPD), ob die Planer mittlerweile noch größere Baurisiken für den Fortgang der Bauarbeiten befürchten, sagte Architekt Thomas Hess: „Man muss davon ausgehen, dass die schlimmsten Dinge jetzt auf dem Tisch liegen“. Bis zum Wintereinbruch soll die Fassade der neuen Stadthalle dicht sein, hoffen die Bauverantwortlichen. Der Bau lag aufgrund der notwendigen Planungsanpassungen und des Schadens an einer Druckwasserleitung im Dezember 2013, der die Baugrube mit Wasser volllaufen ließ (die OP berichtete) schon 14 Wochen hinter dem Zeitplan zurück.

Einblick in „KFZ-Baugrube“

Davon seien mittlerweile vier Wochen aufgeholt, berichtete der Architekt. Derzeit hoffen die Verantwortlichen, dass zum Abschluss der Arbeiten nur noch eine Verzögerung der Arbeiten bis zu vier Wochen zu verzeichnen sein wird. Große Baufortschritte sieht man am Untergeschoss, in dem künftig nach dem Umzug aus der Schulstraße der Kulturladen KFZ residieren soll. Ein großer Saal mit einer Kapazität zwischen 300 und 600 Zuschauern sowie ein Clubraum sollen dort entstehen und für das KFZ deutlich erweiterte Möglichkeiten für Konzerte, Kabarett und andere Kulturevents bieten. Beim Rundgang über die Baustelle konnten die Ausschuss-Mitglieder einen Blick in die „KFZ-Baugrube“ werfen und so einen Eindruck von den künftigen Dimensionen für das „neue KFZ“ erhalten. Nicht besichtigt wurde am Donnerstag das Innere des Restbaus der alten Stadthalle, in dem sich das Herzstück, der große Saal, befindet. Architekt Thomas Hess erinnerte daran, dass dieser Saal, den unter anderem das Hessische Landestheater in Zukunft wieder bespielen wird, grundlegende Veränderungen erfährt und beispielsweise mit einer neuen Wandverkleidung und akustischen Reflektoren zur Verbesserung der Akustik ausgestattet wird.

Zusätzlich zu den Investitionen für den Um- und Neubau der Stadthalle stehen im Haushaltsplan für dieses Jahr auch noch 2,9 Millionen für die Umgestaltung der Biegenstraße, die zwischen April und Oktober 2015 erfolgen soll. Davon soll mit 1,1 Millionen Euro die Vorfläche der Stadthalle umgestaltet werden. Für die Umgestaltung der Biegenstraße auf dem Abschnitt vom Cineplex-Kino bis zur Stadthalle sollen noch einmal 1,8 Millionen Euro beantragt werden. Ziel der Umgestaltung ist es, dass die Barrierefreiheit verbessert und das Erscheinungsbild des Straßenraums aufgewertet wird. Dazu sollen in der Biegenstraße neben zwei Autofahrstreifen links und rechts noch Radstreifen integriert werden, erläuterte Bauamtsleiter Jürgen Rausch.

von Manfred Hitzeroth

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