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"Wir wissen genau, was drin ist"

Kita-Mittagesssen "Wir wissen genau, was drin ist"

Nicht nur in der eigenen Kita-Küche, auch das Essen aus der externen Großküche soll in Marburger Betreuungseinrichtungen hochwertig und gesund sein. Bio- oder regionale Produkte sind Pflicht.

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Der Speiseplan für eine Woche am Kinderhort am Richtsberg.

Marburg. Wie bei den Einrichtungen, die komplett selber kochen, achten auch jene, die sich beliefern lassen, auf Herkunft und Qualität der Produkte. Auf komplette Menüs von externen Großküchen und Caterern greifen nur die wenigstens zurück. Doch auch bei diesen steht gesunde, kindgerechte Ernährung im Vordergrund, teilte die Stadt mit.

Marburg will sich beim Thema Ernährung mit unter den Spitzenreitern des Landes einreihen, es gibt strenge Speise-Vorschriften für die städtischen Betreuungseinrichtungen. So dürfen in diesen etwa nur ökologische oder regionale Produkte verwendet werden. „Ernährung ist ein großes Thema bei uns, dies hat schon Modell-Charakter in Marburg“, erzählte Christian Meineke, Fachbereichsleiter des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie.

Unter anderem wird der Kinderhort am Richtsberg täglich mit Mittagessen eines der städtischen Lieferpartner versorgt. Die Einrichtung betreut unter der Woche 160 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, die größtenteils ihren gesamten Nachmittag im Hort verbringen. Ab Mittag strömen die Kinder hungrig aus der Astrid-Lindgren-Schule. Das Mittagessen wird von einem Caterer als komplettes Menü geliefert. Mit dem Träger der Großküche hat die Stadt Marburg eine vertragliche Übereinkunft bezüglich Qualität, wöchentlichem Speiseplan und Herkunft der Produkte abgeschlossen. „Wir wissen genau was in den Lebensmitteln drin ist und wo diese herkommen, beim Speiseplan wird auf ausgewogene Mahlzeiten geachtet“, erzählte Hortleiterin Elke Siebler.

Einmal in der Woche kommt Fisch auf die Teller, an einem Tag gibt es Suppe, Fleisch in der Regel nicht öfter als zwei Mal pro Woche. Daneben gibt es zusätzlich vegetarische Speisen sowie Allergiker- oder religionsspezifische Angebote, die auf Marburgs buntesten, interkulturellen Stadtteil zugeschnitten sind.

Neben dem gelieferten Mittagsmenü, bietet die Einrichtung auch nachmittags eine Mahlzeit an, da die meisten Kinder bis 17 Uhr im Hort bleiben. Der tägliche Imbiss wird vor Ort frisch von einer Küchenhilfe zubereitet und besteht aus Obst, Gemüsesticks, belegten Vollkornbroten, Müsli und Quarkspeisen.

Die Kinder werden dabei mit einbezogen, können eigene Wünsche vorbringen und helfen freiwillig bei der Zubereitung des Essens mit. „Wir setzen auf ausgewogenes und auch pädagogisches Essen“, so die Hortleitung.

Die strengeren, gesundheitsbewussten Vorgaben kosten dabei auch mehr Geld. Die Studie der Bertelsmannstiftung ermittelte einen Idealwert von etwa vier Euro pro Mahlzeit in einer Kindertagesstätte. In Marburg kostet das Essen zwischen vier Euro fünfzig und fünf Euro, je nach dem, ob externes oder selbst gekochtes Essen verwendet wird, und liegt damit bundesweit im „grünen Bereich“, teilte die Stadtverwaltung mit. Teurer als in anderen Städten soll das Essen für die Eltern trotzdem nicht sein. Die Mehrkosten übernimmt die Stadt. „Der Ernährungsplan ist fester Bestandteil im städtischen Haushalt“, betonte Bürgermeister Dr. Franz Kahle.

Hintergrund

Bundesweit essen jeden Tag etwa 1,8 Millionen Kinder in unterschiedlichen Betreuungseinrichtungen zu Mittag, Tendenz steigend. Nur rund ein Drittel aller deutschen Kitas kocht komplett selber, etwa die Hälfte lässt das Mittagessen von Caterern anliefern. Die Bertelsmannstiftung diagnostizierte Mängel im Speiseplan.

Ein Drittel der Marburger Kitas lässt sich das Mittagessen liefern und peppt es durch frische Produkte auf.

von Ina Tannert

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