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„Wir waren einfach dran“

SPD Hessen Nord „Wir waren einfach dran“

Erstmals hatte die SPD Hessen Nord zu einem Bezirksparteitag nach Stadtallendorf eingeladen. Fast logisch, dass es in der Stadt, die so viele Bürger verschiedener Nationalitäten beherbergt, häufig um Europathemen ging.

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Die Delegierten aus dem Bezirk Hessen Nord berieten bei ihrem Parteitag in Stadtallendorf am Samstag unter anderem über 67 Anträge zur Europapolitik.Fotos: Heinz-Dieter Henkel

Stadtallendorf. Vor dem Eingang der Stadthalle parken auffällig positioniert zwei Pkw mit den Konterfeis des aktuellen Europaparlamentspräsidenten Martin Schulz sowie der heimischen SPD-Europa-Kandidatin Martina Werner im leicht wiedererkennbaren roten Design der SPD.

Drinnen wettert der Bezirksvorsitzende Manfred Schaub gegen die schlechte Arbeit der Landesregierung und Landesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel wird nicht müde, die tolle Arbeit der schwarz-roten Koalition in Berlin zu loben und dann, wie Schaub, die schlechte Arbeit von Ministerpräsident Volker Bouffier zu kritisieren.

Aus Berlin ist der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth aus Heringen, gekommen und spricht über Europa. Spätestens jetzt ist jedem der anwesenden 202 Delegierten klar: Der Europawahlkampf ist voll im Gange. Und der dauert seine Zeit.

Passend dazu hat die nordhessische SPD gleich neun Anträge zu Europa formuliert, die nicht unerwartet positiv abgestimmt werden. „Wir machen dies, um unserer Abgeordneten unsere Haltung zur EU nach Brüssel mitzugeben“, erzählt Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Spies, den alle nur Tommy nennen.

Befragt, warum die SPD Hessen Nord endlich einmal einen Bezirksparteitag nach Stadtallendorf vergeben hat, antwortet Spies: „Wir waren einfach dran.“ Eine neue SPD-Landrätin, ein neuer SPD-Bürgermeister, dazu noch die Nationalitätenvielfalt der Industriestadt, das seien Gründe genug gewesen, hier zu tagen.

Dem Unterbezirksgeschäftsführer von Kassel-Stadt, Norbert Sprafke, gefällt die geräumige Stadthalle und er lobt die gute Akustik. „Mir ist es egal, wo wir tagen, aber die Osthessen monieren die umständliche Anreise“, so der Kasselaner.

Auf dem Podium ins Präsidium gewählt, vertritt die ehemalige SPD-Kreisgeschäftsführerin Eva Wenckebach die heimische SPD. Im Saal demonstriert die langjährige Kreistagsabgeordnete Karin Szeder, dass nicht nur bei den Grünen während der Sitzung gestrickt wird.

Am Rande unterhält sich Landrätin Kirsten Fründt mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Sören Bartol und schon ist sie weg: Andere Termine warten. Norbert Schüren und Dr. Thomas Spies werden unterdessen zu Delegierten zum Parteikonvent gewählt.

Um die Mittagszeit boomt im Foyer der Umsatz beim Catering. Schnell eine Currywurst und endlich nach dem Wahlkampfgetöse dann auch Abarbeitung der durchaus umfangreichen Tagesordnung mit insgesamt 67 Einzelanträgen zu Europa, dem ländlichen Raum, zur Energie(-wende), Wirtschaft und Verbraucherschutz, zu Bildung und Ausbildung, zu Steuer, Forst und, ganz aktuell, eine Resolution zum Arbeitsplatzabbau bei Johnson-Control. Viele Punkte der Tagesordnung werden ohne weitere Aussprache angenommen, einige in andere Gremien überwiesen. Nur wenige werden abgelehnt. Wer nicht aufpasst, kann da leicht den Überblick verlieren.

Gegen halb zwei leeren sich die Reihen zunehmend. Kreistagsabgeordneter Werner Hesse hat seine Sachen gepackt. „Anderer Termin“, murmelt er und ist weg.

Drinnen geht es zum Endspurt. „Die würden am liebsten heute noch Rasen mähen“, meint der Geschäftsführer Sprafke scherzhaft zum Abstimmungstempo der Anträge.

Thomas Spies spricht zum Antrag „Privatisierungsbremse“, den der Stadtverband Marburg eingebracht hat. Um 15.10 Uhr, früher als geplant, ist dann endgültig Schluss. Stadtallendorf und die Stadthalle haben den SPD-Delegierten gut gefallen. Gut möglich also, dass sie wiederkommen.

von Heinz-Dieter Henkel

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