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„Wir verdienen nichts mit Nahrungsmitteln“

Energiesektor „Wir verdienen nichts mit Nahrungsmitteln“

Der hessische Bauernverbandsvorsitzende Friedhelm Schneider blickte am Mittwoch in Moischt auf eine ausgesprochen gute Ernte zurück.

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Hessens Bauernverbandsvorsitzender Friedhelm Schneider (rechts) und der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Erwin Koch informierten auf einem Hofgut in Moischt über den Ernteertrag des laufenden Jahres. Der Preisverfall bedroht auch im Getreidesektor die Existenz vieler Betriebe.

Quelle: Björn Wisker

Moischt. Der Rapsertrag ist in diesem Jahr sogar rekordverdächtig, wohingegen der allgemeine Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte den Bauern Sorgenfalten bereitet. „Wir hatten mehr Erntegut als Erntewetter, selbst in benachteiligten Gebieten wie Bottenhorn erzielten wir sehr gute Ergebnisse“, berichtete Erwin Koch, Vorsitzender des Kreisbauernverbands. Bei den abgeernteten Gütern sei insbesondere der Raps ein Hoffnungsträger, da dort ein Zukunftsmarkt liege.

„Wenn die Politik wirklich die Biowende einleiten will, muss sie konsequent handeln und erstmal einen Markt – ohne riesige Steuern – entstehen lassen“, führte Koch fort. Aus diesem Grund sei eine ähnlich gute Ernte im nächsten Jahr, speziell beim Raps, „problematisch und nicht unbedingt wünschenswert“, da dies die Gewinnmargen weiter schrumpfen lasse. Mit dem Mengenproblem kennen sich die Bauern freilich aus – auf dem Milchmarkt sieht es aufgrund der Überproduktion ebenso düster aus, wenn nicht noch düsterer.

Daran erinnerte auch Bauernverbandsvorsitzender Friedhelm Schneider. „Wir verdienen nichts mit unseren guten Nahrungsmitteln“, sagte er. Die Qualität sei unvermindert gut, die Preise stünden jedoch auch im Getreideanbau in keinem Verhältnis dazu. „Wohin wir auch schauen, für alle landwirtschaftlich erzeugten Produkte gehen die Preise in den Keller. Und vom Drauflegen kann kein Landwirt leben“, sagte Schneider und forderte die Bauern auf, neue Vermarktungsmöglichkeiten zu erschließen. „Im Energiegetreide und beim Biodiesel muss uns die Politik nur die Türen aufstoßen, denn die Landwirte sind bereit für den Energiesektor.“

von Björn Wisker

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