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„Wir überrollen Ländergrenzen“

Elektro-Rolli-Tour „Wir überrollen Ländergrenzen“

Nach dem Motto „Wir überrollen Ländergrenzen“ starteten drei Körperbehinderte Studenten aus Marburg mit ihren Elektro-Rollis ihre zweiwöchige Tour nach Marseille.

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Vor dem Konrad-Biesalski-Haus starteten Sylvana Kropstat (von links), Jenny Bießmann und Sascha Leder ihre Tour nach Marseille.

Quelle: Yeliz Karateke

Marburg. Was zuerst nach einer lustigen Idee klingt, wird eineinhalb Jahre später Wirklichkeit: Vier Studenten packt an einem Februar-Tag in der Küche eines Marburger Studentenwohnheims das Fernweh. Dabei kommt ihnen der Gedanke, mit ihren Rollstühlen nach Marseille zu fahren. „Warum sollte es für einen Rollstuhlfahrer denn nicht möglich sein, eigenständig, nur mithilfe des Elektrorollstuhls, nach Mar seille zu reisen?“. Ein Argument, das die Studenten dazu motiviert, den Plan in die Realität umzusetzen.

Nach vielen anstrengenden Vorbereitungen war es dann am Samstag endlich so weit: Jenny Bießmann, Sascha Leder und Sylvana Kropstat starteten vor dem Konrad-Biesalski-Haus erfolgreich ihre Tour an die Mittelmeerküste Frankreichs. Wer denkt, die Reise-Idee bestünde nur darin französische Meeresluft zu schnuppern, der irrt. Das Ziel des Projektes ist es, auf Probleme aufmerksam zu machen, mit denen körperbehinderte Menschen zu kämpfen haben. Botschaften gibt es viele, und sie richten sich an alle Menschen. „Unser Ziel ist es, andere Behinderte zu motivieren“, sagte Sylvana Kropstat. „Und Eltern zu zeigen, dass es nach der Kindheit auch ein normales Leben für behinderte Menschen gibt“, fügte Jenny Bießmann hinzu.

Die drei Studenten haben sich vorgenommen, mehr als die Hälfte der Strecke nur mit ihren Rollstühlen zurückzulegen. Etwa 50 Kilometer wollen sie am Tag fahren. Auch öffentliche Verkehrmittel sollen genutzt werden: „Wir wollen mit der Bahn fahren, um zu zeigen, dass es nicht so einfach ist, als Gruppe mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren“. Begleitet werden sie von einem etwa zehnköpfigen Team, das zum größten Teil aus Freunden und Familienangehörigen besteht. Diese stehen bei alltäglichen Bedürfnissen als Helfer zur Verfügung.

Auch mit dabei ist ein Fernsehteam vom ZDF und vom WDR und einem Dokumentarfilmer, die die ganze Tour mit der Kamera festhalten.

Ausgerüstet mit Fahrrädern, drei Technikerautos, jeweils einem normalen und einem behindertengerechten Wohnmobil werden während der 1.100 Kilometer langen Tour Stationen in verschiedenen deutschen und französischen Städten gemacht und deren Vertretern die Hände geschüttelt. Der erste Besuch wird Dienstag bei dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck in Mainz abgestattet. Am 28. August soll die Tour beim deutschen Generalkonsulat in Marseille zu Ende gehen.

Beim Starschuss zu der Rolli-Rallye war auch Oberbürgermeister Egon Vaupel anwesend. Er wünschte Jenny, Sascha, Sylvana und ihrem Team eine angenehme Fahrt. „Seien sie gute Botschafter“, sagte er stolz.

von Yeliz Karateke

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