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„Wir sind auf Ansturm eingestellt“

Semesterstart an der Philipps-Universität „Wir sind auf Ansturm eingestellt“

Zum Semesterstart bleiben die Studierendenzahlen unverändert hoch. Uni-Vizepräsident Professor Harald Lachnit prognostiziert sogar eine nochmalige Steigerung um ­­200 Studierende.

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Zum Semesterstart füllen sich bei gutem Wetter auch wieder die Lahnterrassen vor der Mensa.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Start des Wintersemesters an der Philipps-Universität steht bevor. Schon in dieser Woche haben die „Erstis“ in der Einführungswoche die Straßen Marburgs bevölkert und für Betrieb in den Oberstadt-Kneipen gesorgt. Am Montag geht auch der Vorlesungsbetrieb wieder los.

Nach derzeitigen Schätzungen aus dem Uni-Präsidium steuert die Hochschule noch einmal auf eine geringe Erhöhung des studentischen Allzeithochs aus dem Wintersemester 2014/2015 zu. Voraussichtlich 26 700 Studierende werden es sein, erläuterte Uni-Vizepräsident Professor Harald Lachnit der OP auf Anfrage.

Notquartiere kaum genutzt

Der nochmalige Anstieg beruhe einerseits darauf, dass die Zahl der Erstsemester mit 3190 nur geringfügig unter der Zahl aus dem vergangenen Wintersemester (3 307) liege. Andererseits hätten jetzt Absolventen aus den zahlenmäßig etwas schwächeren Jahrgängen die Universität verlassen. Zusammengenommen ergebe dies dann den leichten Anstieg.

Keinen allzu großen Andrang gibt es bisher in den Notquartieren des Studentenwerks für Studierende, die schon in Marburg sind, aber noch keine Wohnung gefunden haben. Von 57 Betten-Plätzen waren dort Mitte der Woche 15 Plätze belegt, berichtete Studentenwerks-Sprecherin Franziska Busch der OP auf Anfrage.

Etwas dramatischer sieht die studentische Interessensvertretung die Situation in Sachen Wohnraum für Studenten. „Hier hat sich die Situation im Vergleich zum letzten Jahr nochmals deutlich verschärft. Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper“, heißt es in einer Pressemitteilung. Darin wird zudem von der Stadt und dem Studentenwerk gefordert, 
„endlich ihrer Verantwortung nachzukommen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“.

Der für Studium und Lehre zuständige Vizepräsident Professor Lachnit betonte, dass die Hochschule auf den Ansturm eingestellt sei. „Die Studienplätze, die wir vergeben, die gibt es auch“, sagte Lachnit. Es habe in keinem der zulassungsbeschränkten Fächer eine „Überbuchung“ gegeben, wie es noch teilweise in den Vorjahren der Fall gewesen war.

Flüchtlingssituation erschwert Prognosen

Allerdings räumte Lachnit auf Nachfrage der OP ein, dass in Sachen Betreuungsrelation die Situa­tion an der Universität nicht optimal sei. Noch im Jahr 2004 waren nur 18 000 Studierende an der Marburger Universität eingeschrieben. Seitdem ist die Studierendenzahl Jahr um Jahr nahezu kontinuierlich angestiegen. Die Zahl der Professoren und Dozenten hat damit aber nicht Schritt gehalten.

Eine mittelfristige Prognose für die zukünftigen Studierendenzahlen will Lachnit nicht wagen. Denn es gebe einige Unwägbarkeiten. So sei zum Beispiel derzeit nicht klar, wie sich die Flüchtlingswelle auf die Universität Marburg auswirke.
Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause bestätigte der OP, dass eine mögliche Aufnahme von Flüchtlingen als Studierende derzeit ein wichtiges Thema in den Besprechungen im Präsidium sei. Noch allerdings gebe es nur vereinzelte konkrete Studienanfragen von Flüchtlingen.

Erwartet werde aber zum Beispiel, dass es aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen schon bald einen Anstieg der Deutsch-Lernenden im Studienkolleg geben werde, an dem künftige 
Studierende auf das Studium an der Marburger Uni in Sachen Deutschkenntnisse vorbereitet werden. Insgesamt warte man allerdings auch noch auf grundsätzliche Vorgaben aus der Politik. Denn derzeit gebe es noch eine extrem hohe finanzielle 
und bürokratische Hürde für das Studium von Asylbewerbern.

Wichtigstes personelles Thema an der Uni ist im neuen Semester eine „Dreifach-Personalie“. Nachdem die Uni-Präsidentin Katharina Krause im Sommer bei einer Wahl als einzige Kandidatin in ihrem Amt für sechs weitere Jahre bestätigt wurde, stehen nun im Wintersemester auch Wahlen für Krauses drei Vizepräsidenten, die Professoren Harald Lachnit, Joachim Schachtner und Ulrich Koert an. Krause kündigte an, dass die drei Wahlen voraussichtlich im Januar an einem gemeinsamen Termin stattfinden.

von Manfred Hitzeroth

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