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„Wir lassen unsere Gesellschaft nicht spalten“

Mahnwache für "Charlie Hebdo" „Wir lassen unsere Gesellschaft nicht spalten“

Rund 300 Menschen gedachten Freitagabend auf dem Marktplatz der Getöteten beim Terrorangriff auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Die islamischen Gemeinden hatten mit der Stadt zu der Mahnwache eingeladen.

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Eine von rund 300 Teilnehmern der Mahnwache auf dem Marktplatz zeigt an, was in den vergangenen Tagen vielerorts zum Bekenntnis geworden ist: „Je suis Charlie“.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Je suis Charlie“ - „Ich bin Charlie“, dieser Satz geht seit Mittwoch um die Welt. Auch bei der Mahnwache auf dem Marburger Marktplatz war dieser Spruch allerorten zu lesen. Selbst die Statue der Sophie von Brabant trug ein Schild mit eben jener Aufschrift.

Etwa 300 Menschen waren kurzfristig gekommen, um ihre Trauer auszudrücken und gleichzeitig ein Zeichen zu setzen. „Wir lassen unsere Gesellschaft nicht spalten“, sagte Dr. Hamdi Elfarra, der an diesem Abend stellvertretend für die Marburger Muslime sprach. „Gewalt gehört nicht in eine normale Gesellschaft“, so Elfarra, der nicht fassen konnte, was er am Mittwoch aus dem Radio erfuhr.

Foto: Nadine Weigel (nw)

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„Wir haben hier noch am Montag mit 3500 Menschen zusammen auf dem Markt gestanden, und dann passiert kurz danach so eine Katastrophe, so ein Erdbeben“, drückte er seine Empfindungen aus. „Bitte unterscheiden Sie“, bat er eindringlich. Der Islam sei „die Religion des Friedens und der Liebe“, und wer sie für einen derartigen Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit missbrauche, müsse „natürlich bekämpft“ werden.

Oberbürgermeister Egon Vaupel schloss sich den Ausführungen Elfarras an. „Wir sind hier, um die islamische Gemeinde zu unterstützen, denn die Marburger Muslime haben mit diesem Terrorismus nichts zu tun“, machte er deutlich. Die Botschaft des Abends sei, „dass wir uns durch so eine schreckliche Tat nicht trennen lassen“.

Anschlag „so etwas wie der 11. September Europas“

Trotz Regen und Kälte harrten die Menschen, mit kleinen Kerzen in der Hand, auf dem Marktplatz aus. „Es geht uns um Solidarität und um ein öffentliches Signal mit demokratisch-friedlichen Mitteln“, begründete zum Beispiel Gerson Kraft, warum er gekommen war. Linn-Sophie Löber wollte vor allem „ein Zeichen für Pressefreiheit und gegen Pegida setzen“.




 
 
 
 
 
 
 
 
  


„Es geht hier doch gar nicht um Muslime oder Nicht-Muslime“, meinte Sonja Schwarz. Sie habe selbst anderthalb Jahre in Paris gelebt und „weiß, wer diese getöteten Menschen waren“. Die Karikaturisten seien beliebte „kritische Geister“ gewesen, die „man eigentlich mit anderen Dingen verbunden hat, als dem, wofür sie ermordet wurden".

Der Terrorangriff bedeute aus ihrer Sicht einen enormen Einschnitt, denn bisher „haben alle eher Angst an öffentlichen Plätzen gehabt". Dass jemand in eine Redaktion vordringe und dort Menschen erschieße, sei eigentlich „unvorstellbar“. Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ sei dementsprechend „so etwas wie der 11. September Europas".

von Peter Gassner

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