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Grenzgänge zur 1200-Jahr-Feier geplant

Marburgs Stadtteile: Michelbach (Teil 14 von 18) Grenzgänge zur 1200-Jahr-Feier geplant

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: 2017 besteht Michelbach seit 1200 Jahren. Das soll groß gefeiert werden - gemeinsam mit dem benachbarten Caldern, das genauso lange existiert.

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Michelbach: eine Luftaufnahme des Ortes.

Quelle: Thorsten Richter

Michelbach. Die Vorbereitungen für die 1200-Jahr-Feier Michelbachs sind angelaufen, berichtet Ortsvorsteher Peter Aab. Es wurde bereits ein Festausschuss eingerichtet. Geplant ist, vom 14. bis 18. Juni 2017 eine Festwoche zu veranstalten. Für das Frühjahr und den Herbst des Jubiläumsjahres sind Grenzgänge vorgesehen, bei denen die Grenzen zu den Nachbargemeinden abgelaufen werden sollen, heißt es auf der Internetseite des Stadtteils.

Der Ortsname geht zurück auf den gleichnamigen Bach, der von drei Quellbächen im Süden gespeist wird und dann größtenteils verrohrt durch den Ort fließt, bis er schließlich in nördlicher Richtung das besonders geschützte Gebiet der Michelbachaue erreicht und dann in die Lahn mündet. Als ehemaliges Haufendorf mit typischen Dreiseithöfen ist Michelbach geprägt durch jahrhundertelange land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung.

Breitband-Internetversorgung ist "Meilenstein"

Sein heutiges Gesicht nahm der Ort erst nach dem Zweiten Weltkrieg an, als zunächst im Osten, später auch im Norden, Nordosten und Süden neue Siedlungsgebiete entstanden. „Wir leben in einer spannenden Zeit, weil bei der Stadt Marburg die Entscheidung ansteht, in welche Richtung das Neubaugebiet Michelbach-Nord entwickelt wird“, sagt Peter Aab. Es bestehe eine große Nachfrage, ergänzt der 56-Jährige, der seit 2004 Ortsvorsteher in Michelbach ist.

Aktuell stehen im dritten Bauabschnitt von Michelbach-Nord keine Baugrundstücke mehr zur Verfügung, heißt es auf der Homepage der Stadtentwicklungsgesellschaft Marburg.

Die Versorgung mit Breitband-Internet im Laufe des Jahres nennt Aab einen „Meilenstein in der Entwicklung des Stadtteils. Das wird die Attraktivität Michelbachs als Wohngebiet weiter erhöhen, aber auch die Attraktivität als Gewerbestandort.“ Die Infrastruktur im Ort sei ohnehin gut, betont der Ortsvorsteher. Seit 2003 gibt es in Michelbach einen Dorfladen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem neuen Angebot. Es gibt wenig, was ich anderswo einkaufen muss.

Vorher gab es hier vieles nicht. Statt wöchentlich kaufe ich jetzt nur noch alle drei Wochen außerhalb ein“, sagte eine Stammkundin des Dorfladens im vergangenen September gegenüber der OP bei der Zehn-Jahr-Feier des Lebensmittelgeschäftes. Seit der Betreiber „Arbeit und Bildung“ die Firma Tegut als neuen Handelspartner ins Boot geholt hat, führt der Laden statt anfangs 800 nun 4200 Artikel im Sortiment. Außerdem gibt es nun einen Lieferservice im Dorf.

Zudem gibt es in Michelbach Arzt- und Zahnarztpraxen, Hotel und Gaststätte. Wer als Michelbacher trotzdem in die „große“ Stadt Marburg fahren muss, ist nicht aufs Auto angewiesen, da die Stadtbusse der Linie 14 montags bis freitags den Stadtteil im Stundentakt mit dem Hauptbahnhof verbinden, nachmittags sogar im Halbstundentakt - Fahrzeit 15 bis 20 Minuten.

Vielfalt des Vereinslebens prägt den Stadtteil

Michelbachs Kinder haben den Zugang zu zwei städtischen Kindergärten und einer Grundschule. Allerdings müssen die Erst- und Zweitklässler, weil eine Sporthalle fehlt, zum Sportunterricht das Bürgerhaus aufsuchen, „das eigentlich nicht dafür gedacht ist“, sagt Aab. Die Dritt- und Viertklässler werden regelmäßig mit dem Bus zur Mehrzweckhalle Elnhausen gefahren.

Der Bau einer Sporthalle ist also ein lang gehegter Wunsch der Michelbacher. Ansonsten ist der Ort mit Sport- und Freitzeitmöglichkeiten recht gut ausgestattet. Es gibt unter anderem einen Rasenplatz, einen Hartplatz, einen Bolzplatz, eine Halfpipe und drei Spielplätze.

Beeindruckend ist die Vielfalt des Vereinslebens: Nicht nur die beiden renommierten Sportvereine, der TSV 03/30 und der Tennisverein, tragen den Namen Michelbachs weit über die Ortsgrenzen hinaus. Außerordentlich populär, ja wahre Publikumsmagneten sind auch die von Ortsvereinen ausgerichteten Faschingsveranstaltungen, wie die gerade zu Ende gegangene Saison wieder gezeigt hat.

Eine Besonderheit ist der 1997 gegründete Verein „Kulturcafe“. Er bietet das ganze Jahr über in der „Kulturscheune“, die im Zuge der Dorferneuerung errichtet worden ist und auch für private Veranstaltungen genutzt werden kann, ein abwechslungsreiches Kulturprogramm. Der Veranstaltungssaal fasst knapp 100 Besucher und ist im Schnitt zu 70 Prozent ausgelastet, berichtet Kulturcafe-Vorsitzender Dr. Peter M. Pittner. Ein Höhepunkt sei jedes Jahr das „Scheunenfest“, das sich bei freiem Eintritt an alle Generationen richtet.

von Michael Arndt

Fakten zum Ort:

Einwohner: etwas mehr als 2000

Fläche (Hektar): 839

Vereine: 15

Kilometer zum Zentrum: 8

Kindergärten: 2

Schule: 1

Ersterwähnung: 817 als „Michelberge marca“

Ortsvorsteher: Peter Aab

Kontakt: Telefon 06420/838135 (privat); 06421/698311 (dienstlich)

Public viewing und Scheunenfest: so leben die michelbacher 2014 (eine auswahl)

  • 10. März: Sitzung aller Ortsvereine mit Übergabe Vorsitz (Bürgerhaus)
  • 22. März: Politisches Kabarett (Kulturscheune)
  • 19. April: Osterfeuer (Pavillon)
  • 30. April/1. Mai: Tanz in den Mai und Maifeier (Festplatz am Wall)
  • 24. und 25. Mai: Kinderkunst in Michelbach (Kulturscheune)
  • 12. Juni bis 13. Juli: Public Viewing aller Deutschland-Spiele (Festplatz am Wall)
  • 29. Juni: Gottesdienst im Freien (Lindenplatz)
  • 6. Juli: Sommerfest mit Floorball-Hockey (Bürgerhaus)
  • 3. August: Bigband-Abschlusskonzert (Kulturscheune)
  • 6. September: Scheunenfest (Kulturscheune)
  • 20. und 21. September: Oktoberfest und 80 Jahre freiwillige Feuerwehr (Feuerwehrgerätehaus)
  • 9. oder 16. November: 4. Martinsmarkt (Kirche)
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