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Die Mehrheit findet die Veränderungen gut

Marburgs Stadtteile: Dagobertshausen (Teil 6 von 18) Die Mehrheit findet die Veränderungen gut

Dagobertshausen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert – Kulturscheune und eine Gaststätte entstanden neu, die Reitanlage soll im Lauf des Jahres eingeweiht werden. Geschichte und Zukunft, Sorgen und Wünsche: Was passiert in Dagobertshausen? Wie leben die Dagobertshäuser?

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Idyllisch gelegen, ist Dagobertshausen bei allen Veränderungen ein Hort der Ruhe, betonen Ortsvorsteher August Scherer und Carlo Schroeder vom Bürgerverein.

Quelle: Till Conrad

Dagobertshausen. Nach wie vor ist der Ort, idyllisch zwischen Wehrshausen und Elnhausen gelegen, vor allem eines: ruhig. Daran haben auch die Eröffnung von Kulturscheune und der Gaststätte Königsruine und der Besucherverkehr von außen im Prinzip nichts geändert. Seit dem Kauf des alten Hofs von Ortsvorsteher August Scherer durch die Unternehmerfamilie Pohl habe sich der Ort in den vergangenen fünf, sechs Jahren massiv verändert, sagt Carlo Schroeder.

Der pensionierte Lehrer ist Vorsitzender des Bürgervereins, des einzigen Vereins im Ort. „Das hat auch Ängste hervorgerufen“, sagt Schröder, „aber die Mehrheit im Ort findet die Veränderungen gut.“ Immerhin sind 35 Arbeitsplätze entstanden, und der angestellte Landwirt „macht seine Sache gut“, findet Schroeder.Ein guter Teil des geselligen Lebens findet im benachbarten Elnhausen statt.

In Dagobertshausen selbst gibt es abgesehen vom Bürgerverein keine Vereine; wer singen oder Sport treiben will, wer einkaufen will, macht dies im Nachbarort. Auch eine eigene Kirchengemeinde hat Dagobertshausen nicht.Dafür eine perfekte Anbindung nach Marburg: Egal ob in den Südteil des Zentrums (über Wehrshausen und Sellhöfe) oder in den Norden der Kernstadt – länger als gut zehn Minuten braucht man nicht. „Wir sind das, was man eine Schlafgemeinde nennt“, sagt Ortsvorsteher Scherer.Auch ein Kinderheim und ein Altenheim sind im Ort zu finden, stündlich fährt ein Bus in die Kernstadt.Sorgen bereitet den Dagobertshäusern der zunehmende Verkehr, insbesondere der zunehmende Lkw-Verkehr, durch den Ortskern.

Das hat auch mit dem Steinbruch im benachbarten Elnhausen zu tun, der dafür sorgt, dass die Dagobertshäuser jede Baustelle im Hinterland auch in ihrem Dort zu spüren bekommen. Der Ortsbeirat wünscht sich deswegen, dass die Straße nach Elnhausen so schnell wie möglich grundlegend erneuert und bei dieser Gelegenheit mit einem Rad- und Fußweg versehen wird. Für den angestrebten Bouleplatz im Ortszentrum, den der Ortsbeirat gerne bauen würde, um einen geselligen Anlaufpunkt zu schaffen, haben Ortsbeirat und Bürgerverein noch kein geeignetes Grundstück gefunden, „Gespräche mit Grundstückseigentümern laufen“, sagt Scherer.

Bleibt noch der Wunsch nach einem Glockenstuhl auf dem Friedhof. 5000 Euro sind dafür in den Haushalt 2014 eingestellt, 20 000 Euro soll der Glockenstuhl kosten. „Wir haben Hoffnung, dass wir in diesem Jahr mit dem Bau beginnen können“, so Scherer. Fünf Jahre ist es her, dass der Ort sein 750-jähriges Bestehen gefeiert hat. Es hat einen Aufschwung gegeben im Ort im Zuge der Feierlichkeiten, unter anderem hat sich der Bürger­verein gegründet, der den Dagobertshäusern Angebote machen möchte. So findet einmal im Jahr eine Dorfwanderung statt, in deren Verlauf ein Teil der Gemarkung erwandert wird.Eines wird aber auch der Verein nicht ändern können: „Wir sind ein beschauliches Dorf, und wir werden es bleiben“, ist sich Scherer sicher.

von Till Conrad

Fakten zum Ort:

  • Einwohner: 450
  • Fläche: 3,5 Quadratkilometer
  • Vereine: 1
  • Kilometer zum Zentrum: 5
  • Kindergärten: 0
  • Erste urkundliche Erwähnung: Im Jahre 1258 mit dem Ortsnamen Debratshusi.
  • Ortsvorsteher: August Sche rer, Telefon 06421/35479
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