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Windpark in Marburg ist vom Tisch

Lahnberge Windpark in Marburg ist vom Tisch

Der Windpark auf den Lahnbergen ist vom Tisch: Die SPD stimmte am Dienstag im Umweltausschuss mit CDU, FDP und MBL gegen die Grünen und die Marburger Linke. Das Stadtparlament wird dem Votum folgen.

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Vom Friedhof Ginseldorf fällt der Blick in einer Visualisierung auf drei Windkraftanlagen auf den Lahnbergen. Sie werden nicht gebaut. Die SPD hat sich im Umweltausschuss wie die CDU, FDP und MBL dagegen ausgesprochen.

Marburg . „Wir werden in Zukuft wesentlich mehr Windkraftanlagen brauchen.“ Dies sagte am Dienstagabend Dr. Ralf Musket (SPD) im Umweltausschuss. Doch wo? Man müsse den Wind dort einfangen, wo es ihn gebe, sagte Musket. Also an den Küsten oder in den Hügeln, etwa im Bergland um Bad Endbach herum. Keinwegs jedoch in Marburg. Dort reiche der Wind nicht aus, auch sei der Standort Lahnberge ökologisch zu sensibel. Zudem müsse man die Menschen mitnehmen auf dem Weg hin zu einer regenerativen Energieversorgung. Das sieht die Marburger SPD angesichts der massiven Widerstände gegen die geplanten Windkraftanlagen auf den Lahnbergen insbesondere aus den östlichen Stadtteilen nicht gegeben. „Die Debatte über die Lahnberge ist nicht zielführend, wir wollen sie beenden“, so Musket.
Diese Haltung sei verlogen, warf Dr. Michael Weber von der Marburger Linken der SPD in der mehrstündigen Debatte über die Zukunft der Windkraft in Marburg vor. Die Lahnberge seien als Standort „ganz klar geeignet“. Und wenn man sich für Windkraft ausspreche, dann müsse man als Kommune auch selbst Standorte anbieten.
Es sind merkwürdige Koalitionen, die sich in Sachen Windkraft bilden. Trat die SPD vor Jahresfrist noch als energischer Verfechter der Lahnberge-Pläne auf, mit eben jenen Argumenten, man brauche erneuerbare Energien, um die Zukunft zu sichern, so hat sie sich im Laufe eines Jahres die Argumente zu eigen gemacht, die CDU, FDP und MBL immer vertreten haben: Windkraft ja, aber nicht hier. „Anlagen sollten dort gebaut werden, wo sie sinnvoll sind“, erklärte Karin Schaffner (CDU).

Windkraft ist am Mittwochabend ab 18 Uhr Thema im Bauausschuss der Stadt (Sitzungssaal Barfüßerstraße 11) und am 26. Februar im Stadtparlament.

von Uwe Badouin

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