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Windmessmast steht

Am Lichten Küppel Windmessmast steht

Jahrelang wurde gestritten, jetzt wird die Windstärke auf den Lahnbergern endlich gemessen.

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Der Windmessmast am Lichten Küppel: Seit gestern messen die Stadtwerke an dieser Stelle die Windgeschwindigkeiten, um eine Grundlage für die Entscheidung über die Errichtung einer Windkraftanlage zu erhalten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Stadtwerke Marburg teilten gestern mit, dass der Windmessmast auf dem Lichten Küppel errichtet ist. Wenn auch die unterschiedlichen Messsysteme kalibriert sind, kann es in diesen Tagen mit den Messungen losgehen.

Eine ausreichende Windgeschwindigkeit ist die wichtigste Grundlage für die Entscheidung, ob eine Windkraftanlage gebaut wird oder nicht. Der Teil-Regionalplan Wind des Regierungspräsidenten schreibt eine durchschnittliche Mindestgeschwindigkeit von 5,75 Metern pro Sekunde vor.

Mindestens ein Jahr lang messen

Die Messungen am Standort Lichter Küppel sollen mindestens ein Jahr dauern, kündigte Thomas Brandhern, Referent der Geschäftsführung der Marburger Stadtwerke an. Brandhern, der bei den Stadtwerken für kommunale Projekte zuständig ist, begründete dies mit den Ungewissheiten über die Witterungslage: „Wir brauchen halt eine gewisse Menge an Daten, um präzise Angaben machen zu können.“

Der Windmessmast wurde direkt am Lichten Küppel in der Nähe der früheren Mülldeponie „Am Stempel“ angebracht. Das Fundament aus Fertigbetonteilen wurde vor Ort eingebracht.

Spaziergängern, die in dieser Gegend spazieren gehen, wird der Mast schon von ferne auffallen durch die 53 Abspannseile mit einer Gesamtlänge von 2000 Metern.

Der Gittermast selbst besteht aus 67 ineinandergesteckten Teilen.

Die Windmessung selbst funktioniert energieautark, wie Brandhern betonte: Am Fuß de Anlage ist ein Solarpanel installiert, das die Messanlage mit Strom versorgt.

Kein Zufall ist die Höhe des Windmessmastes: Sie beträgt genau 99,90 Meter - liegt also ganz knapp unter 100 Metern. Ab dieser Grenze müssen Masten normalerweise beleuchtet sein, um keine Falle für den Flugverkehr darzustellen. „Wir wollten drunter bleiben, um die Beleuchtung nicht anbringen zu müssen“, sagt Brandhern. Das Regierungspräsidium hat den Stadtwerken da aber einen kleinen Strich durch die Rechung gemacht: Die Beleuchtung musste dran. „Der Messgenauigkeit tut die Höhe von unter Metern aber keinen Abbruch“, so der Spezialist.

Genaue Zahlen - Besseres Investment

Dies liegt unter anderem auch daran, dass sich die Stadtwerke eines neuartigen Messverfahrens bedienen. Nicht nur an der Spitze des Mastes wird gemessen, sondern auch mit einem Gerät, das am Fuße des Mastes platziert ist: Mit der so genannten Lidar-Technik - einem Verfahren, das dem Radarverfahren ähnelt und in der Lage ist, horizontale und vertikale Windgeschwindigkeiten zu messen, weiterzugeben und zu interpolieren. Dieses Gerät soll einige Wochen lang direkt am Windmessmast angebracht sein, um dann an einen anderen Standort verbracht zu werden, um dort Windgeschwindigkeiten zu messen. „Wir haben natürlich ein Interesse daran, möglichst genaue Daten zu erhalten“, sagt Brandhern. Schließlich soll sich die Investition für die Stadtwerke lohnen.

In den kommenden Wochen soll ein Baustellenschild am Windmessmast errichtet werden, um Spaziergänger, die dort vorbeikommen, umfassend über die Technik der Windmessung zu unterrichten.

von Till Conrad

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