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Willi und der Esel wandern durch Israel

Willis Wilde Wege Willi und der Esel wandern durch Israel

Er ist zwar langsam, aber ein unterhaltsamer Reisebegleiter, der noch dazu beim Tragen hilft - Willi Weitzel wandert mit einem Esel von Nazareth nach Bethlehem.

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Willis Eselin Salbei trottet mit rund 3 Kilometer pro Stunde über die Landstraße.

Quelle: Magdalena Weitzel

Nazareth. Mit einem Esel zu wandern klingt exotisch. Mit einem Esel auf den Spuren von Maria und Josef von Nazareth nach Bethlehem zu wandern - gar nicht mal so sehr. Wenigstens kann man sich vorstellen, dass irgendwo im palästinensischen Hinterland noch Esel als Lasttiere eingesetzt werden.

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Das ist aber völliger Quatsch. Jedenfalls musste Willi in Nazareth zwei Tage suchen, bis er Esel sah. Sie gehörten zu einem Freilichtmuseum und waren natürlich nicht verkäuflich. Der Besuch im Museum hat sich aber trotzdem gelohnt, wie Willi in einer Mail an die ­Redaktion erzählte: „Samir,­ der für die Esel verantwortlich ist, sagte über meinen Plan: ‚Letzte Woche noch habe ich zu meiner Frau gesagt, eines Tages gehe ich mit einem Esel nach Bethlehem. Und jetzt tauchst Du hier mit genau demselben Plan auf!‘“ Samir hat Willi dann innerhalb von 12 Stunden eine Eselin namens Salbei aufgetrieben. Ein Tier, das, wie Willi schreibt, „zum Glück auch keine Angst vor Autos hat“. Eine Charaktereigenschaft, die Anno Domini 2013 in Nazareth besonders wichtig ist.

Mit Salbei geht die Reise los

Nach den üblichen arabischen Mietpreisverhandlungen hatte Willi plötzlich eine Eselin an der Leine. Es musste also gleich losgehen. „Salbei geht gut, trägt Zelt, Schlafsack und Wasser für mich.“

Abends kehren Willi und Salbei bei Einheimischen ein. Er hat in den ersten Tagen schon bei einer jüdischen Bäuerin, in einem Beduinen-Camp und einer palästinensischen Familie übernachtet. Tagsüber geht es gemächlich bei 30 Grad über Felder und Straßen. „Mit Esel schaffe ich nur zwei bis drei Kilometer in der Stunde. Wir schlendern nach des Esels Gesetz: nur keine Hetz“, sagt Willi.

Spannend wurde es Ende voriger Woche an der Grenze ins Westjordanland. Salbei durfte nicht einreisen und Willi musste sie nach erfolgloser Diskussion abholen lassen und zu Fuß über die Grenze. Willis zweiter Esel heißt Kasimir. Er hat ihn gleich hinter der Grenze in Jenin für umgerechnet 147 Euro gekauft. Inzwischen sind die beiden in Nablus angekommen. „Wenn wir weiterhin so gut vorankommen, sind wir am Donnerstag schon in Jericho und am Freitagabend in Bethlehem.“

Wenn alles gut geht! Denn von überall her kommen Warnungen. Die Israelis warnen vor den Palästinensern im Westjordanland, die Palästinenser vor den Israelis und die deutsche Botschaft vor den Grenzen. Aber Willi ist zuversichtlich: „Ich vertraue weiterhin auf die Gastfreundschaft der Menschen hier.“

Willis Wilde Wege
„Willis wilde Wege“ sind nach der beliebten Fernsehserie „Willi wills wissen“ (BR) das neue Projekt des Kinderfernseh-Reporters. Weitzel ist schon weit in der Welt rumgekommen und einige seiner abenteuerlichsten Geschichten wird er in den sieben Multimedia-Vorträgen der Reihe in München, Berlin, Hamburg, Dresden, Köln und Frankfurt zum Besten geben. Auf der Tour-Website verrät Willi schon, in welche Regionen er seine Fans in den Vorträgen entführen will. Neben der aktuellen Wanderung mit dem Esel nach Bethlehem, geht es im Bus und auf dem Pferd mit  einer Leoparden-Begegnung zwischendurch quer durch Äthiopien. Willi wandert von München nach Venedig über die Alpen, steigt auf den Montblanc und reist sogar per Anhalter ins ­Paradies.
n In Frankfurt tritt Willi Weitzel am 8. Juni 2013 um 16 Uhr im Audimax des Universitätscampus Westend auf. Tickets gibt es im Frankfurter Globetrotter und auf unter williswildewege.de. Das Gruppenticket für vier Personen kostet 60 Euro.

von Thomas Strothjohann

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