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Will Kahle Vaupel beerben?

OB-Kandidaten Will Kahle Vaupel beerben?

Die Marburger Grünen wollen auf jeden Fall einen Bewerber ins Rennen um den Oberbürgermeisterposten schicken.

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Noch ist Bürgermeister Dr. Franz Kahle (links) Stellvertreter von OB Egon Vaupel.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Wer wird Nachfolger von Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD)? Während die SPD höchstwahrscheinlich den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Matthias Acker ins Rennen schicken wird und die CDU auf Feuerwehrmann Dirk Bamberger setzt, haben sich die Grünen noch nicht entschieden. „Wir haben keine Eile“ betonte Dietmar Göttling, Grünen-Fraktionschef im Stadtparlament, auf Anfrage der OP.

Doch eines ist laut Göttling klar: Die Grünen wollen auf jeden Fall einen Kandidaten ins Rennen um die Vaupel-Nachfolge schicken. Denn die Chance auf einen gemeinsamen Kandidaten der rot-grünen Rathausregierung habe die SPD vertan, als sie schon kurz nach Vaupels Ankündigung seines vorzeitigen Rücktritts zum Jahresende 2015 den Namen von Matthias Acker als möglichen Nachfolger genannt habe.

Spätestens bis zu den Osterferien Ende März wollen die Grünen einen Bewerber für die Wahl nennen, die nach jüngsten Informationen am 14. Juni 2015 stattfinden soll. Im Gespräch ist derzeit, dass voraussichtlich im Januar eine Entscheidung getroffen wird. Das Erstzugriffsrecht habe Dr. Franz Kahle, der für die Grünen als Bürgermeister und Vaupel-Stellvertreter im dreiköpfigen hauptamtlichen Magistrat sitzt, betonte Göttling. Zwar hat Kahle langjährige Erfahrung als Hauptamtlicher im Magistrat vorzuweisen.

Kahles Ehefrau als Kandidatin im Gespräch

Aber wegen von ihm initiiertet Projekte wie der Solarsatzung oder den Plänen für eine Seilbahn vom Lahntal auf die Lahnberge ist er politisch nicht unumstritten in Marburg. Zudem hatte er als Grünen-Kandidat bei der vergangenen OB-Wahl 2011 eine klare Niederlage erlitten. Damals errang Egon Vaupel bereits im ersten Wahlgang die absoulte Mehrheit der Stimmen (59,3 Prozent), und mit 12,4 Prozent rangierte Bürgermeister Kahle noch auf Platz drei hinter dem CDU-Kandidaten Wieland Stötzel (18 Prozent).

Bisher hält sich Kahle noch bedeckt auf die Frage, ob er eine erneute OB-Kandidatur plant. Es sei ehrenvoll, dass ihn seine Fraktion frage, ob er kandidieren wollen. Jedoch gebe es bei den Marburger Grünen auch noch andere für den Posten des Rathauschefs geeignete Personen. Nach OP-Informationen zählt zum erweiterten Kandidatenkreis auch Kahles Ehefrau Nadine Bernshausen.

Die Richterin sitzt für die Grünen im Kreistag und hat sich bisher eher in der Kreispolitik engagiert. Allerdings würde Bernshausen im Fall eines Erfolgs bei der OB-Wahl ihren Ehemann Kahle vorzeitig in den politischen Ruhestand schicken. Denn in der Hessischen Gemeindeordnung ist festgeschrieben, dass Ehepaare nicht gleichzeitig als hauptamtliche Mitglieder eines Magistrats aktiv sein können – und in so einem Fall der „Rangniedrigere“ verzichten müsse.

Als mögliche Kandidaten werden auch zwei erfahrene Männer der grünen Partei gehandelt: Die Rede ist von Fraktionschef Dietmar Göttling und Matthias Knoche, der bei der vergangenen Bundestagswahl Grünen-Kandidat war.
Auch ein weiteres politisches Schwergewicht könnten die Grünen in den Ring schicken: die Landtagsabgeordnete Angela Dorn, die neben Tarek Al-Wazir Spitzenkandidatin ihrer Partei bei den letzten Landtagswahlen war und auch Marburger Stadtverordnete ist.

Zudem werden zwei weitere Frauen genannt, wenn es um die Vaupel-Nachfolge geht: die beiden Stadtverordneten Marion Messik und Elke Neuwohner, die allerdings in den zurückliegenden Jahren kommunalpolitisch eher wenig in Erscheinung getreten sind. Letzter im Bunde auf dem grünen „Kandidaten-Karussell“ ist Hans-Werner Seitz: der Pädagoge sitzt erst seit dieser Legislaturperiode für die Grünen im Stadtparlament.

von Manfred Hitzeroth

 
Sie sind als mögliche Grünen-Kandidaten zur OB-Wahl im Gespräch: Hans-Werner Seitz (oben von links), Angela Dorn, Matthias Knoche, Dietmar Göttling (unten von links), Nadine Bernshausen und Marion Messik. Archivfotos

Sie sind als mögliche Grünen-Kandidaten zur OB-Wahl im Gespräch: Hans-Werner Seitz (oben von links), Angela Dorn, Matthias Knoche, Dietmar Göttling (unten von links), Nadine Bernshausen und Marion Messik. Archivfotos

Quelle: Archivfotos
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