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Wildschweine wühlen sich durch Garten am Stadtrand

Ungebetene Gäste Wildschweine wühlen sich durch Garten am Stadtrand

Ein Grundstück am Rande des Waldes. Besitzer Klaus Röder geht den Hang in seinem Garten hinauf, der gründlich zerpflückt ist.

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Ein Wildschwein macht auch vor Gärten nicht Halt.

Quelle: Archiv

Marburg. ,,Drei Nächte lang haben die Wildschweine den Garten umgegraben“, erzählt Röder. Seit 25 Jahren sei  das schon nicht mehr auf seinem Grundstück passiert. Das durchwühlte Stück sei zwar keine Nutzfläche, trotzdem erfordere es viel Arbeit die Fläche eigenhändig mit einem Spaten umzugraben und einen neuen Rasen anzulegen.

Der Besuch der Wildschweine in Klaus Röders Garten ist kein Einzelfall. Auch der Nachbargarten ist betroffen von den nächtlichen Aktivitäten der Tiere, und sogar das Südviertel bekam im Jahr 2014 zum ersten Weihnachtstag Besuch von den Wildsäuen. Förster Andreas Sommer von Hessen-Forst und der Revierförsterei Marburg erklärt: ,,Wildschweine sind Allesfresser, die sich schnell neue Nahrungsnischen erschließen. Würmer und Blumenzwiebeln sind dabei besonders beliebt. Sein Kollege Förster Florian Zelm fügt hinzu: ,,Da Eicheln zu dieser Jahreszeit nicht so schmackhaft sind, begeben sich die Säue auf die Suche nach proteinhaltiger Nahrung. Im Rasen legen Schnaken Eier und dann suchen sich die Wildschweine die Larven, die daraus entstehen.“

Der von Wildschweinen durchwühlte Garten von Klaus Röder liegt am Rand eines Waldes. Foto: Klara Brinkmann

Quelle:

Dass die Wildschweine vor allem Gärten in der Stadt aufsuchen, liege zudem daran, dass ihnen dort keine Gefahr drohe, da dort ein Jagdverbot gelte für Jäger und Förster. Im hessischen Jagdgesetz wird dieser Bereich als befriedeter Bezirk betitelt.

Um Wildschweine dennoch davon abzuhalten in den eigenen Garten einzudringen, rät Sommer  zu einem stabilen Zaun, dessen Verankerung möglichst tief im Boden angebracht sein soll.

Wer übernimmt nun Kosten für den entstandenen Schaden im Falle Röder?  Zelm kommentiert: „Es kommt darauf an wie groß die Fläche ist und wem sie gehört. In bebauten Bezirken, wie in der Stadt, werden keine Kosten übernommen. Bei Herrn Röder ist das also Pech des Eigentümers. Wer Bauer ist und einen durchwühlten Acker hat, kann sich vom Jagdpächter auszahlen lassen.“

Sommer berichtet zudem von Vorfällen, in denen Wildschweine ins Haus gekommen sind: ,,Dann bitte die Polizei informieren und nicht Jäger oder Förster.“
Beide Förster verweisen auf das Phänomen in Berlin, wo Wildschweine aus Stadtparks und Gärten nicht mehr wegzudenken sind.

von Klara Brinkmann

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