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Wilde Wege und Mutproben im Wald

Vortrag Wilde Wege und Mutproben im Wald

Willi Weitzels Weg führte ihn auf seiner Tour am Samstag auch wieder in die alte Heimat. Darauf freute nicht nur er sich „wie ein Schnitzel“, sondern auch die zahlreichen, überwiegend jungen Fans im Cineplex in Marburg.

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Willi Weitzels Weg führte ihn am Samstag auch wieder in die alte Heimat. Bei seinem Vortrag im Marburger Cineplex begeisterte er vor allem die jungen Zuschauer.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Im Rahmen seiner „Willis Wilde Wege“-Tour trat Willi Weitzel am Samstag im Marburger Cineplex auf. Mit Erzählungen, Videos und Bildern rund um fünf seiner spannenden Abenteuer sorgte der Reporter für ausgelassene Stimmung im vollbesetzten Kinosaal.

„Wer von euch hat schon einmal ‚Willi wills wissen‘ gesehen?“ Mehrere hundert Kinderarme gingen nach oben und ebenso viele „Ich“s erschallten im Kinosaal 4. Als der heiß erwartete Willi Weitzel dann die Bühne betrat, schwoll das Gejohle seiner jungen Fans noch weiter an - wurden sie doch vorher von der Ansagerin dazu angehalten, nach Herzenslust zu lachen, zu zappeln und nach vorne zu brüllen. „Liebe Eltern, Sie müssen stark sein, das ist hier nicht wie in der Schule.“

Die Angst vor einem Dachsbiss in den Hintern

Nach einem kurzen und humorvollen Begrüßungsfilm erzählte Weitzel, dass er richtig aufgeregt sei. „Ich freue mich schon die ganze Tour über wie ein Schnitzel auf den Auftritt in Marburg.“ Besonders schön sei für ihn dabei, dass so viele Freunde und Familienmitglieder aus der Region kommen können.

Nach dieser kurzen Einführung stand das erste Abenteuer auf dem Programm, eine Nacht im Wald, alleine und ohne Handy. Für ihn sei das eine große Mutprobe gewesen. Mit leiser, einfühlsamer Stimme erzählte er, geradezu wie ein Märchenonkel, wie er sich in dieser Nacht gefühlt hat.

Dabei streute er stets witzige Details ein, etwa von der Angst, dass ihm ein Dachs in den Hintern beißen könnte, während er in der Hängematte lag.

Den Puls der Erde spüren

Das waren die stärksten Momente seiner Show: wenn er etwas Ernstes oder Wissenswertes erzählte, um es anschließend mit einem Witz aufzulockern. Die Kinder hatten augenscheinlich viel Spaß an dieser Geschichte und der Art, wie sie erzählt wurde. Ganz nebenbei konnten sie auch noch eine Menge lernen.

Auf der zweiten Station entführte Weitzel sein Publikum in die Alpen. Begleitet von eindrucksvollen Bildern berichtete er, wie er binnen vier Wochen von München nach Venedig gewandert ist. Er erklärte den Kindern, wie er über seine Grenzen hinausgehen wollte und warum sich das gelohnt habe. Dabei wurde er dann richtig philosophisch: „Nach Tagen und Wochen in der Natur spürt man irgendwann nicht mehr nur den eigenen Puls, sondern auch den der Erde. Sie gelangen in Einklang und man versteht den Sinn des Lebens.“

Der dritte Teil der Show führte in den Ernst des Lebens, wie Weitzel es nannte. Zusammen mit seinem Bruder fuhr er mit einem Laster in die Türkei, um syrischen Flüchtlingskindern Spielsachen zu überbringen. Mit viel Gefühl wurde dem Publikum vermittelt, was es heißt, Flüchtling zu sein, nichts mehr zu haben außer den Klamotten am eigenen Leib. Bei dieser Reise hätten ihm sehr viele Menschen geholfen. Dass er so viele davon im Publikum begrüßen konnte und dadurch manch lustige Interaktion zustande kam, rundete Weitzels Präsentation sehr schön ab.

Die beiden letzten Abenteuer zeigten Weitzel auf der Reise an ein unbekanntes Ziel und auf dem Weg von Nazareth nach Bethlehem, zusammen mit einem Esel.

Spaß und Wissen für die jungen Zuschauer

Mit der gelungenen Mischung aus Komödie und Wissen bot Weitzel einen gelungenen Nachmittag für seine älteren, aber vor allem für seine jungen Gäste.

„Ich fand es sehr lustig und hätte auch gerne noch ein sechstes Abenteuer gesehen“, meinte der neun Jahre alte Simon Rettmann nach der Show. Eine Aussage, die wahrscheinlich fast alle Zuschauer so auch getätigt hätten.

von Alexander Graf

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Von Redakteur Katharina Kaufmann

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