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Wiederholungstäter muss ins Gefängnis

Aus dem Gericht Wiederholungstäter muss ins Gefängnis

Wink mit dem Zaunpfahl: Vor dem Amtsgericht wurde ein 31-Jähriger zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, die zunächst nicht zur Bewährung ausgesetzt wird.

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 Diebstahl, Unfallflucht und mehr: Ein Vorbestrafter muss ein Jahr lang ins Gefängnis.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Marburg. Das missglückte Fahren eines Autos ohne Fahrerlaubnis und mit gestohlenen Kennzeichen nebst Unfallflucht brachte einen einschlägig vorbestraften Mann aus Fulda vor das Marburger Amtsgericht. Eine eventuelle Bewährung muss er sich erst noch verdienen.

Ob sich der Mann diese vor der nächsten Instanz möglicherweise verdienen kann, liege an ihm, lautete die deutliche Aufforderung von Strafrichter Thomas Rohner. Ende April vergangenen Jahres verursachte der angeklagte Mann aus dem Landkreis Fulda auf der Landstraße 3125 zwischen Marburg und Ebsdorfergrund einen Unfall mit Sachschaden. Erst wenige Tage zuvor hatte der Mann den Wagen von einem privaten Händler gekauft um diesen gewinnbringend weiter zu veräußern.

Zum Zweck der Abmeldung montierte er die Autokennzeichen ab und ließ den Wagen vor seinem ehemaligen Wohnhaus in Ebsdorfergrund stehen. Trotzdem fuhr der Angeklagte in der Nacht des 21. Aprils mit dem Fahrzeug nach Marburg. „Um nicht aufzufallen“ stahl er die Nummernschilder eines benachbarten Wagens und schraubte diese auf seinen, nicht zugelassenen PKW, so die Anklage. Bei überhöhter Geschwindigkeit kam er nahe Cappel von der Fahrbahn ab, raste einige Meter auf dem angrenzenden Grünstreifen weiter, rammte die Leitplanke sowie einen Pfosten, bevor er schließlich gegen einen Baum prallte. Es entstand ein Sachschaden von rund 500 Euro.

Drogenprobleme stehen im Mittelpunkt

Der Unfallverursacher zog sich durch den Aufprall eine schwere Wirbelverletzung zu, das Fahrzeug erlitt Totalschaden. Mehrere Passanten bemerkten den Unfall kurze Zeit später und verständigten Polizei sowie Rettungsdienst. Trotz schwerer Verletzungen verließ der Angeklagte noch vor deren Eintreffen die Unfallstelle und lief zu Fuß weiter. Während der Verhandlung vor dem Marburger Amtsgericht legte der Mann ein volles Geständnis ab.

Er habe zu seiner damaligen Freundin fahren wollen, erklärte der 31-Jährige vor Gericht. Die junge Frau leide an einer Depression, hätte ihn kurz zuvor angerufen und über einen geplanten Suizid gesprochen. „Ich habe mir große Sorgen gemacht und hatte mich nicht mehr unter Kontrolle“, betonte der Angeklagte. Mechanisch sei er daraufhin in das Auto gestiegen und „viel zu schnell“ gefahren. Sein Verhalten konnte Staatsanwältin Annemarie Petri nicht gänzlich nachvollziehen. „Sie waren noch klar genug die Nummernschilder abzumontieren“, warf sie dem Mann vor. Den möglichen Selbstmordabsichten der Freundin hätte er zudem durch eine Alarmierung der Rettungskräfte deutlich schneller begegnen können.

Im Mittelpunkt der Verhandlung stand eine langfristige Drogenproblematik im Leben des Angeklagten. Seit Jahren steht er aufgrund von Drogenmissbrauch regelmäßig vor Gericht, wurde bereits 14 Mal unter anderem wegen Diebstahl, Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheitsfahrten, Urkundenfälschung und Unfallflucht verurteilt. Zur Tatzeit stand er zudem unter vierfacher Bewährung. Strafrichter Thomas Rohner verurteilte den Angeklagten schließlich wegen Diebstahl in Tateinheit mit Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und unerlaubtem Entfernen vom Unfallort zu einer einjährigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

Dies sei „ein schwieriges Kapitel“, fasste der Richter den Fall zusammen. Der Verurteilte sei bereits einschlägig in Erscheinung getreten, er habe frühere Hilfsmaßnahmen und Suchttherapien unverständlicherweise abgebrochen. Eine erneute Bewährung könne das Gericht zum jetzigen Zeitpunkt daher nicht aussprechen, so der Richter. Allerdings gehe er auch davon aus, dass die Verteidigung Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird.

von Ina Tannert

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