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Wiederholungstäter bleibt hinter Gittern

Aus dem Landgericht Wiederholungstäter bleibt hinter Gittern

Nach vier Verhandlungstagen befand die 1. Strafkammer des Landgerichts den Angeklagten für schuldig. Der letzte Zeuge hatte die entscheidenden Aussagen geliefert.

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Die Verhandlung fand vor dem Landgericht Marburg statt.

Quelle: Thorsten Richter (Archiv)

Marburg. Mehrere Strafdelikte­ innerhalb eines Tages wurden dem Angeklagten zur Last gelegt. Es war nicht das erste Mal, dass er sich in kürzester Zeit ­einiges aufs Kerbholz hievte. In Gießen hatte er im Sommer 2015 innerhalb weniger Minuten zwei Diebstähle versucht. Beide blieben erfolglos, da er auf frischer Tat ertappt worden war.

Einige Zeit verstrich, bis der 38-Jährige erneut auf Beute­zug ging: In den Morgenstunden des 29. August 2015 klaute er in Frankfurt ein Handy. Das gab er gegenüber dem Gericht unter dem Vorsitz von Dr. Marco Herzog zu.

Zwei Stunden später soll er am Hauptbahnhof der hessischen Metropole einen Reisekoffer entwendet haben. Wie genau dies ablief, konnte nicht vollständig aufgeklärt werden, da der Angeklagte diesbezüglich auch am letzten Verhandlungstag keine Einlassung machte und kein Sicherheits-Video vom besagten Datum mehr besteht.

Der Delinquent reiste nach Marburg, wo er am Hauptbahnhof ausstieg.

"Denke, dass er sich ergeben wollte"

Dort ging der Beutezug weiter. „Wir haben einen Funkspruch bekommen, dass ein Mann mit einem Messer herumläuft, Leute­ bedroht und zwei Handys erbeutet hat“, erklärte ein Marburger Polizeibeamter. „Mein Kollege und ich haben ihn festgenommen.“

Im Gegensatz zu seinem Kollegen konnte sich der Polizeikommissar jedoch an den gestohlenen Reisekoffer im Besitz des Angeklagten erinnern. „Ich meine, den hat er fallen lassen, als wir ihn aufgefordert haben stehenzubleiben“, erklärte er.

Mehr noch: Entgegen dem zweiten Polizisten erinnerte­ sich der Kommissar deutlich daran, dass der Angeklagte ein Messer zog und auf die Beamten zu rannte.

Die Waffe warf er jedoch weg, als das Duo seine Dienstwaffen zog. „Er kam danach auf uns zu. Denke, dass er sich ergeben wollte“, erklärte der Zeuge, der ein am Tatort gefundenes Messer als die Waffe des 38-Jährigen wiedererkannte.

Der Angeklagte, der zurzeit wegen weiterer Vergehen in der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen in Untersuchungshaft sitzt, wurde demnach von der 1. Strafkammer wegen versuchten Diebstahls, Diebstahls mit einer Waffe sowie Nötigung zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.

Eine positive Sozialprognose - notwendiges Kriterium für ­eine Strafaussetzung - konnte Dr. Herzog „beim besten Willen“ nicht feststellen.

von Benjamin Kaiser

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