Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Wiederaufbau steht im Vordergrund

FDP Wiederaufbau steht im Vordergrund

Neben Ehrungen und den Vorstandswahlen stand vor allem eins auf der Tagesordnung der Kreismitgliederversammlung der FDP Marburg-Biedenkopf: Der Appell „zum Wiederaufbau der geschwächten Partei“.

Voriger Artikel
Unschuldig in Untersuchungshaft
Nächster Artikel
Hier formt das Ross den Boss

Der Kreisvorstand der FDP mit (von links): Karl Zissel, Winand Koch, Christian Fischer, Ehrenvorsitzende Dr. Gisela Babel, Vorsitzender Jörg Behlen, Wilfried Wüst und Tobias Koch.

Quelle: Ina Tannert

Wolfshausen. Der Kreisvorsitzende Jörg Behlen gab in seinem Bericht einen Rückblick über die momentane „nicht ganz so einfache Zeit“, welche die vergangene Land- und Bundestagswahl für die FDP hervorgebracht habe. Mit Blick auf die „unglücklich verlaufene Kommunalwahl“ lobte er die nach wie vor sachbezogene Arbeit der Partei in den Parlamenten.

Die Geschehnisse im Kreistag zeichneten sich durch die Präsenz und Redegewandtheit der Fraktionsvorsitzenden Angelika Aschenbrenner aus, lobte Behlen.

Die FDP sei die einzige Fraktion, die regelmäßig Anträge zur Entlastung der Kommunen im Kreis einbringe und Einsatz für die von überhöhten Kreisumlagen getroffenen Gemeinden zeige.

Die momentanen finanziellen Probleme in einigen Kommunen seien das Ergebnis der übermäßigen Umlagen. Die letzte Erhöhung betrachte er als unnötig, man hätte sie sich sparen können, betonte Behlen: „Der hohe Umsatz des Kreises wurde auf dem Rücken der Kommunen ausgetragen.“

Des Weiteren brachte der Vorsitzende erneut die von SPD und CDU geplante Abwahl des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern auf den Tisch. Er verwies auf die im vergangenen Jahr von der FDP eingelegte Dienstaufsichtsbeschwerde gegen McGovern beim Regierungspräsidium Gießen (Spatenstich Umgehungsstraße B 252) und die darauf folgende Belehrung.

Auch das Verhalten des Kreisbeigeordneten nach dem ersten Wahlgang sei unzumutbar gewesen. Der Vize-Landrat habe sich mehr als nur danebenbenommen und „sich damit selber abgeschossen“, sagte Behlen. Er betonte erneut den Standpunkt der Partei, die für eine Abwahl McGoverns sei.

Generell müsse die FDP nun verstärkt zeigen, dass es die Partei noch gibt, erinnerte der Vorstand. Als Instrumente dafür legte Behlen eine kritische Hinterfragung politischer Geschehnisse vor, ein offenes Auge und Aufdecken von eventuellen Missständen.

Die geschwächte FDP wolle sich nicht verstecken, sondern um den eigenen Wiederaufbau kümmern, angefangen bei den Kreisverbänden. Es sei Sorge dafür zu tragen, dass die „kritisch- rationale Stimme der Politik“ wieder auf die Beine kommt. „Für liberale Politik wird es immer einen Markt geben“, betonte der Vorsitzende.

Während der Mitgliederversammlung wählten die 27 anwesenden Stimmberechtigten einen neuen Vorstand: Der Kreisvorsitzende Jörg Behlen wurde wiedergewählt, seine Stellvertreter sind Wilfried Wüst und Christian Fischer. Der Kreisvorstand verzichtete auf die Einsetzung eines dritten Stellvertreters, wie bisher üblich.

Während der Versammlung sah sich der Vorsitzende unter anderem mit harscher Kritik gegen seine Amtsführung konfrontiert: Der Vorwurf kam bereits vor der Vorstandswahl vom bisherigen stellvertretenden Kreisvorsitzenden Dr. Christian Lohbeck. Er stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl und kritisierte in seiner persönlichen Stellungnahme die „unorthodoxe und ungeordnete Arbeitsweise“ Behlens. Der Vorsitzende beziehe seine Stellvertreter so gut wie nie in wichtige Entscheidungen mit ein und führe seine Tätigkeit unvernünftig aus, kritisierte Lohbeck. Unter Behlen wolle er daher keine Verantwortung mehr übernehmen. Eine Diskussion darüber kam daraufhin nicht auf, es gab eher betretenes Schweigen. Behlen wurde mit 18 Ja- bei 7 Neinstimmen und je einer Enthaltung und einer ungültigen Stimme wiedergewählt.

Wahlen: Vorsitzender: Jörg Behlen; Stellvertretende Kreisvorsitzende: Wilfried Wüst und Christian Fischer; Schatzmeister: Tobias Koch; Beisitzer: Ludwig Bachhuber, Winand Koch, Stefan Fenner, Dr. Christian Lohbeck, Michael Selinka, Helmut Freiherr Schenk zu Schweinsberg, Karl Vermöhlen, Hanke Bokelmann, Manuel Fenner, Sandra Salzer und Karl Zissel; Europabeauftragter: Christoph Dittschler.

Ehrungen: 25 Jahre Parteimitgliedschaft: Wilfried Wüst, Peter Kriehebauer, Axel Pflüger. 40 Jahre: Professor Wilfried von Bredow, Annelore Bolz. 50 Jahre: Hanns-Reinhard Weiß.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr