Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Wieder weniger in Radarfallen getappt

Stadtautobahn Wieder weniger in Radarfallen getappt

Die Zahl der geblitzten Fahrzeuge ist in den ersten fünf Monaten des Jahres 2015 erneut gesunken. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) spricht von einem Erfolg.

Voriger Artikel
Für Sportler zu kurz, für Kinder perfekt
Nächster Artikel
Ehrungen mit Fackeln und Steigerlied

Diese Blitzer auf der Bundesstraße 3 sollen die Fahrer zur Einhaltung des Tempolimits erziehen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage der OP mitteilte, wurden von Januar bis Mai genau 18833 Fahrzeuge geblitzt. Das entspricht knapp 900 Fahrzeugen, die pro Woche an einem der fest installierten Blitzanlagen entlang der B 3 erwischt werden. Von Januar bis Mai 2014 waren es noch insgesamt 21644 Fahrzeuge gewesen, das entspricht wöchentlich etwa 1000 Fahrzeugen.

„Das, was wir mit der Installation der Blitzanlagen erreichen wollten, erreichen wir“, kommentiert Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) die jüngsten Zahlen: „Wir reduzieren die Geschwindigkeit auf der Stadtautobahn und damit Lärm- und Abgasemissionen.“

Die vier Blitzanlagen waren im Sommer 2012 aufgestellt worden: Aus Richtung Gießen steht eine Anlage an der Ausfahrt Marburg-Süd. In beiden Fahrtrichtungen sind zudem zwei Blitzanlagen auf Höhe der Ausfahrt Marburg-Mitte aufgestellt. Die vierte Anlage steht an der Fahrbahn aus Richtung Kassel an den ­Afföllerwiesen.

Zunächst waren wöchentlich zwischen 3500 und 4000 Fahrzeuge erwischt worden.

Vaupel: "Wir erwischen vor allem Einheimische"

Erlaubt sind auf der B3 im Innenstadtbereich zwischen Af­föller und Südspange, 100 Stundenkilometer für Pkw und 80 Stundenkilometer für Lkw.

Bislang nahm die Stadtkasse in diesem Jahr 441995 Euro ein, teilte Stadtsprecherin Sabine Preisler mit. Darin enthalten ist der städtische Anteil von Bußgeldern, die Temposünder ans Regierungspräsidium zahlen müssen und die nur zu 40 Prozent vom Regierungspräsidium an die Stadt erstattet werden. Verwarngelder, die bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von bis zu 20 Stundenkilometern ausgesprochen werden, bleiben vollständig bei der Stadt. Vaupel geht davon aus, dass die Zahl der erwischten Temposünder über die Sommermonate wieder ansteigt. Generell wird in der dunklen Jahreszeit langsamer gefahren auf der B3.

Und noch eine interessante Zahl kann Vaupel beisteuern: „Die, die wir erwischen, sind vor allem Einheimische“, sagt er. Das belegt den Stellenwert der Stadtautobahn als „Verteilerschiene“ für den innerstädtischen Verkehr, aber zeigt auch, dass Auswärtige offenbar zunehmend durch moderne Navigationsgeräte gewarnt werden.

Knapp 50 Fahrer hätten Führerschein verloren

Als eine erste Reaktion auf die zurückgehende Zahl von Blitzer-Opfern hat der Magistrat in seinem Entwurf für den Nachtragshaushalt die Kalkulation für die Einnahmen aus allen mobilen und stationären Messanlagen zurückgefahren. Sie kalkuliert jetzt nur noch mit 1,8 Millionen Euro statt wie bisher mit 2,0 Millionen Euro an Einnahmen.

An dem neuen Tempo-30-Abschnitt an der Umgehungsstraße geht die Stadt einen anderen Weg. Sie hat hier sogenannte Vario-Tafeln aufgestellt, die Temposündern anzeigen, um wie viel sie die erlaubten 30 Kilometer pro Stunde überschreiten. „Schließlich war hier bis vor wenigen Tagen noch eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern erlaubt“, sagt Vaupel. Mit der Eröffnung des Zeltcamps habe es die Umstellung auf Tempo 30 gegeben - „aber wir wollen die Autofahrer nicht abzocken, sondern sie zu langsamen Fahren erziehen“, sagt er mit Blick auf die bis zu 500 Flüchtlinge, die hier leben.

Dass dies notwendig ist, zeigt folgende Zahl: Bei Messungen durch eine mobile Blitzanlage in der vergangenen Woche hätten innerhalb weniger Stunden mindestens 50 Pkw-Fahrer ihren Führerschein verloren. „Wir haben die Geschwindigkeitsübertretungen aber nicht verfolgt, sondern wollen einfach, dass die Autofahrer hier vorsichtig fahren.“

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr