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Wie sieht das künftige Bus-Angebot aus?

Neue Veranstaltungsreihe Wie sieht das künftige Bus-Angebot aus?

Wer einen an den Bedürfnissen der Nutzer angepassten Nahverkehrsplan entwickeln will, ist gut beraten, sich frühzeitig Gedanken zu machen. Der Regionale Nahverkehrsverband Marburg-Biedenkopf (RNV) geht in die Offensive

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Sie erhoffen sich Ideen von Busnutzern: Marian Zachow, Heinz Konrad Debus, Gerhard Born und Carsten Kamphausen.

Quelle: Landkreis

Marburg. „Wir stehen vor erheblichen Umbrüchen und Wandlungen. Der Nahverkehr, so wie wir ihn heute kennen, wird sich in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren stark verändern“, sagt Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter, der zugleich RNV-Vorstandsvorsitzender ist. Als Verantwortlicher will er den Zeitpunkt nicht versäumen, frühzeitig die richtige Strategie für die neuen Aufgaben und Anforderungen zu entwickeln. Auslöser ist der nicht aufzuhaltende demografische Wandel. „Die älteren Menschen auf dem Land werden immer mehr und brauchen bedarfsgerechte Angebote für ihre Mobilität“, so Zachow. Er nimmt Bezug auf einen bereits im Mai 2013 im Kreistag gefassten Beschluss unter dem Titel, „Mobilität im ländlichen Raum sichern“. Darin sprach sich der Kreistag dafür aus, lokalen Verkehr auch zukünftig ausreichend zu finanzieren, weiterhin ein flächendeckendes Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) aufrecht zu erhalten, die Nahverkehrsplanung möglichst gemeinsam mit der Stadt Marburg abzustimmen, flexible Bedienformen auszubauen, zu prüfen, ob Bürgerbussysteme ausgebaut werden können und dabei ein besonderes Augenmerk auf Elektrofahrzeuge zu richten sowie eine kreisweit gültige CleverCard einzuführen.

Zusammen mit Heinz Konrad Debus und Gerhard Born vom RNV und Carsten Kamphausen von der Service Bus GmbH Marburg lädt der Erste Kreisbeigeordnete zu einer speziellen Veranstaltungsreihe zur Zukunft des Nahverkehrs ein. „In dieser Veranstaltungsreihe, die sich über ein ganzes Jahr erstreckt, möchten wir gemeinsam mit interessierten Bürgern Konzepte entwickeln, die in die Nahverkehrsplanung ab 2017 eingehen können“, erläutert Zachow. Die Auftaktveranstaltung findet am Freitag, 26. September, ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses der Gemeinde Weimar statt. Die weiteren Termine sollen 2015 am 16. Januar, 17. April, 26. Juni und 18. September jeweils an unterschiedlichen Orten im Landkreis stattfinden. „Die langen Spannen zwischen den einzelnen Terminen sind dafür gedacht, auf die vor Ort vorgestellten Ideen tiefergehend eingehen zu können“, sagt Carsten Kamphausen, der die Veranstaltungsreihe moderieren wird.

Ergebnisse sollen im September 2015 vorliegen

Dies bedeutet, dass zur Auftaktveranstaltung in Weimar nicht nur Bürger aus Weimar, sondern aus dem gesamten Kreis eingeladen sind. Während der Veranstaltungen im nächsten Jahr sollen die eingegangenen Ideen in Workshops auf Funktionalität diskutiert werden. „Wir möchten dann am 15. September ein Ergebnis präsentieren, wie sich der Nahverkehr im Landkreis am besten entwickeln kann“, so Kamphausen.

„Wir müssen wissen, was die Wünsche der normalen Kunden sind“, sagt Zachow. Schließlich rechnet er auch damit, dass sich die Verkehrsströme ändern werden. Einmal aufgrund des höheren Alters vieler Fahrgäste, aber auch weil immer mehr Personen, die im Beruf stehen, flexible Anfangs- und Schlusszeiten haben, die nicht in den üblichen Kernzeiten liegen, und trotzdem gerne den Bus nutzen würden. „Wir wollen auch über die Finanzierung sprechen, dabei besonders über mögliche ­alternative Finanzierungsquellen“, sagt Zachow. Denn der ÖPNV ist derzeit ein Zuschussbetrieb. Das Ergebnis für 2012 liegt bereits vor, danach musste der Landkreis ungedeckte Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro übernehmen. Nach ersten Schätzungen wird das Ergebnis von 2013 mehr Zuschuss bedingen, es geht also auf die drei Millionen Euro zu.

In Weimar leben zufällig auch ein paar Menschen, die sich nicht nur schon viele Gedanken über eine Verbesserung der Mobilität älterer Menschen gemacht haben, sondern auch ein ganz bestimmtes Angebot eröffnet haben: den Bürgerbus.

„Das ist eine richtig tolle Sache“, findet Heinz Konrad Debus. Der von freiwilligen Bürgern aus Weimar gefahrene Neunsitzer bringt Bürger aus Weimar nach einem festen Wochen-Fahrplan in die Orte der Gemeinde, in denen man einkaufen oder einen Haus- oder Zahnarzt aufsuchen kann. Der Bürgerbus ist nicht dazu da, zusätzliche Fahrten aus Weimar nach Marburg oder von Marburg nach Weimar anzubieten. Nachdem sich das Angebot dank der Hartnäckigkeit der Fahrer in Weimar immer mehr als feste und verlässliche Einrichtung etabliert hat, gehen sogar die Gedanken dahingehend, die Marburger Stadtteile im Allnatal ebenfalls mit einzubinden, verrät Debus und macht damit auch deutlich, dass diese Variante der Mobilität in der eigenen Gemeinde durchaus ein Zukunftsmodell sein kann.

Zachow abschließend: „Wir wollen nichts vorgeben, sondern eine ergebnisoffene Diskussion mit den Bürgern führen, um das Bestmögliche herauszuholen. Denn der ländliche Raum muss gerade wegen des demografischen Wandels gestärkt werden.“

n Termin: Der Auftakt der Veranstaltungsreihe „Mobilität im ländlichen Raum sichern“ mit verschiedenen Experten findet am Freitag, 26. September, ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses der Gemeinde Weimar in Niederweimar statt.

Um besser planen zu können, wird um eine kurze Anmeldung unter Telefon 06421/1667718 oder per E-Mail unter kamphausen@servicekraft-bus.de gebeten.

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von Götz Schaub

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