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"Wie kann ich Patienten vor Schaden bewahren?"

Neuer Studentenkurs "Wie kann ich Patienten vor Schaden bewahren?"

Passend zum ersten internationalen Tag der Patientensicherheit stellte das Uniklinikum in Koopera­tion mit dem Fachbereich Medizin der Philipps-Universität ein Pilotprojekt für Medizinstudierende im Praktischen Jahr vor.

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Stellten das neue Kursangebot vor: Professor Jochen A. Werner (von links), Dr. Sylvia Heinis,
Dr. Egbert Opitz, Victoria Quellmalz und Prof. Klaus J. Klose.Foto: Arnd Hartmann

Quelle: (c) Arnd Hartmann

Marburg. Über das wichtige Qualitätsmanagement und die Sicherheit der Patienten am Universitätsklinikum mit „sehr langer Tradition“ ist Studiendekan Professor Klaus J. Klose vom Fachbereich Medizin besonders stolz. Vor allem Hygiene und Infektionsvermeidung stehen im täglichen Krankenhausbetrieb neben der Patienten­genesung an vorderster Stelle.

Umso mehr freuten sich ärztliche Geschäftsführung und Projektbegleiter über den Start des Lehrangebotes, das künftig zweimal jährlich zu diesem Thema für die Marburger Studierenden stattfinden soll.

Seit gestern soll der Kurs zum Thema: „Wie kann ich meine Patienten vor vermeidbaren Schaden bewahren?“ in Verbindung von Fachbereich und Klinikum möglichst praxisnah über einen dreimonatigen Zeitraum vermittelt werden. Nach dem Fortbildungskonzept der Bundesärztekammer soll die „Patientensicherheit“ anhand eines Lernkatalogs erfolgen.

Im „Room of Horror“ auf Suche nach Fehlerquellen

Wissenschaftliche Kompetenzen konnten so bereits aus einer erfolgreichen Projektphase der Universität Zürich in das Marburger Konzept integriert werden. „Die Vermeidung diagnostischer Fehler und der Gewinn an Sicherheit“ stehen somit im Fokus des Kursangebotes, erklärte Organisator Dr. Egbert Opitz vom Fachbereich Medizin.

Nach der zweiwöchigen Startphase mit E-Learning-Kurs stehen neben Arzneimitteltherapiesicherheit in Zusammenarbeit mit Fachärzten die Kommunikationsstrategien zwischen Arzt und Patienten auf dem Lehrplan.

So werden fachübergreifend auch Pfleger an der Wissensvermittlung beteiligt, um den Umgang mit Behandlungskomplikationen und Befundweitergabe an niedergelassene Ärzte nach dem Krankenhausaufenthalt der Patienten bestmöglich zu trainieren.

„Ich war sofort Feuer und Flamme“, berichtete Dr. Sylvia Heinis, Leitung Stabsstelle Struktur- und Medizinplanung am UKGM. Medizinische Qualität bedeute einen wesentlichen Zukunftsfaktor in der Patientenbetreuung.

Auch Professor Jochen A. Werner, der Ärztliche Direktor, sieht in dem anstehenden Projekt für die Studierenden nach dem ersten und zweiten Studienabschnitt während des Praktischen Jahres ein „Zusammenwirken mit klinischem Ansatz und der richtigen Initiative, sich um die Studierenden zu kümmern“. Die regelmäßige Teilnahme mit abschließender Präsentation der in Teamarbeit erstellten Projektaufgabe im Dr.-Reinfried-Pohl-Zentrum für medizinische Lehre, soll für die zwölf Kursteilnehmer in der ­Simulationspraxis Anwendung finden. Im „Room of Horror“, einem mit Fehlerquellen bestückten Behandlungsraum, werden besonders praxisorientierte Lösungsansätze mit Ergebnisdokumentationen verknüpft. „Ich erhoffe mir von dem Kurs, später weniger Fehler zu machen und eine gewisse Sensibilität für die Patientensicherheit zu entwickeln“, sagt Medizinstudentin Victoria Quellmalz, die sich auf das bevorstehende Pilotprojekt freut.

von Arnd Hartmann

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