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Wie Sie in heißen Sommernächten Schlaf finden

Schlaf-Tipps Wie Sie in heißen Sommernächten Schlaf finden

Wie das Schlafen auch an heißen Tagen im Sommer gut funktioniert, erläutert der Marburger Schlafforscher Dr. Werner Cassel im Gespräch mit der OP.

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Unbekleidet zu schlafen, ist eine Option für den Schlaf bei heißen Sommertemperaturen.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Besonders bei Hitzeperioden im Hochsommer wie in der vergangenen Woche ist es vielen Menschen so heiß, dass sie schlechter als sonst schlafen. Dabei gibt es einige einfache Tipps, die das Schlafen deutlich erleichtern und zu einem besseren nächtlichen Wohlbefinden beitragen. Das erläuterte der Psychologe Dr. Werner Cassel vom Schlafmedizinischen Zentrum des Marburger Uni-Klinikums der OP im Gespräch.

Die Hitze möglichst zu verringern, um zu einem angenehmen Schlaf zu kommen, ist das Hauptziel der Tipps, die der Schlafforscher parat hat. Bereits am frühen Morgen nach dem Aufstehen könne man damit anfangen, das Schlafzimmer „quer zu lüften“, das heißt, die Fenster an mehreren Seiten zu öffnen. Beim Verlassen des Hauses sollten die Fenster dann in der Regel verschlossen werden und es biete sich dann, das Schlafzimmer möglichst komplett zu verdunkeln.

Auch das Bettzeug solle dann zum Trocknen und Auslüften gebracht werden. Denn üblicherweise sei es im Sommer so, dass die Schlafenden deutlich mehr als die sonst übliche Schweißmenge zwischen einem halben Liter und einem Liter ausschwitzen würden.

Abends vor dem Schlafengehen sei es sinnvoll, dann wieder die Fenster zu öffnen, wenn es draußen wieder kühler sei als drinnen. Die Kühlung könne man auch mithilfe eines Ventilators unterstützen, betont der Schlafforscher. Zusätzlich empfiehlt er als weitere Hilfe vor dem Zubettgehen, kurz vorher noch lauwarm zu duschen und danach eventuell nicht alle Körperpartien vollständig abzutrocknen, um dort die Verdunstungskälte zur weiteren Kühlung zu nutzen. Auch die Innenpartien der Unterarme noch einmal mit lauwarmem Wasser zu übergießen, biete sich an. Denn dies könne zur Kühlung der Blutgefäße beitragen.

Auch Nacktschlafen hilft gegen das Schwitzen

Eine wichtige Rolle beim Schlafen spielt natürlich auch die Bedeckung. Eine adäquate Umgebungs-Temperatur vorausgesetzt, spräche aus Sicht der Schlafforschung dann sogar nichts dagegen, eine Bettdecke wegzulassen und nackt zu schlafen. Werner Cassel räumt jedoch ein, dass dieses auch eine Gewohnheitssache sei und sich die Schlafenden auch damit wohl fühlen müssten. Aber jedenfalls gebe es keine besser Variante, um den Schweiß verdunsten zu lassen, als unbekleidet zu schlafen, macht der Schlafforscher deutlich.

Wer dieses nicht möchte, solle wenigstens darauf achten, eine dünnere Decke als sonst oder sogar nur einen Bettbezug als Deckenersatz zu benutzen.Und auch in Sachen Schlafbekleidung gebe es Möglichkeiten, weniger ins Schwitzen zu kommen wie beispielsweise anstelle eines Schlafanzugs nur ein altes Baumwoll- oder Natur-T-Shirt zum Schlafen anzuziehen.

Abgesehen von diesen allgemeinen Ratschlägen für ein angenehmes Schlafen im Hochsommer hat der Marburger Schlafforscher noch ein paar Spezialtricks parat.

Tipp 1: "Klimaanlage für Arme"

Eine alte Mullwindel oder ersatzweise ein Handtuch nass machen und auswringen und dann in der Fensteröffnung befestigen. Durch dieses feuchte Tuch könne dann mit einem Ventilator die Luft durchziehen und die Verdunstungskälte des Tuchs könne die Luft spürbar kühler machen.

Tipp 2: Tiefgefrorenes Kopfkissen

Neben dieser „Klimaanlage für Arme“ gibt es auch noch den Trick mit dem Kopfkissen. Wenn man ein Kopfkissen vor dem Schlafengehen in der Tiefkühltruhe gekühlt hat, dann kann es die wichtigen ersten Stunden nach dem Einschlafen erträglicher gestalten, erläutert Cassel.

Tipp 3: Karibik-Meditation

Wenn aber alles nicht hilft und es vor dem Einschlafen im Bett immer noch ziemlich heiß ist, dann rät der Marburger Schlafforscher zu einer ganz anderen Herangehensweise des positiven Denkens. Man solle sich einfach einmal vorstellen, dass man sich in einem Karibik-Urlaub befinde, regt Werner Cassel an.

Grundsätzlich ist es übrigens so, dass die meisten Menschen im Hochsommer 30 bis 40 Minuten kürzer schlafen als im Winter. Das hätten Befragungen ergeben, erläutert der Marburger Psychologe. Das habe vor allem damit zu tun, dass es morgens deutlich früher heller werde und die meisten Menschen auch früher erwachen würden.

von Manfred Hitzeroth

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