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Widerstand mit lebensfroher Architektur

Synagogenbau Widerstand mit lebensfroher Architektur

Wer ein Haus baut, der will bleiben - die Ausstellung „Gebauter Aufbruch - Neue Synagogen in Deutschland“ zeigt eindrucksvoll die Anstrengungen der Gemeinde, sich gegen Wut, Zerstörung und Diskriminierung zu behaupten.

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Freuen sich über eine gelungene Ausstellung: (v.l.) OB Egon Vaupel, Monika Bunk von der jüdischen Gemeinde, Baudirektor Jürgen Rausch und Historiker Elmar Altwasser. Foto: Bergmann

Marburg. Nicht etwa mit Rachegelüsten. Vielmehr zeigen die Synagogen-Neubauten nach der Nazi-Zeit eine außergewöhnlich lebensfrohe Architektur. „Noch ist es nicht wie in früheren Tagen“, sagt Monika Bunk, zweite Vorsitze der Jüdischen Gemeinde Marburg. „Die Ausstellung soll den Menschen Facetten von jüdischem Leben nahebringen.“ Oberbürgermeister Egon Vaupel ist begeistert, findet es außergewöhnlich, wie sich die Jüdische Gemeinde in die Stadtgemeinschaft eingefügt hat. Die Ausstellung zeigt 19 Synagogen in Deutschland, die im Krieg zerstört wurden. Die Stadt Marburg, aus Tradition mit der 2300 Jahre alten Geschichte der Juden verbunden, möchte auch mahnen: „Wie schnell aus Aufbruchstimmung mit Toleranz und Liberalismus in so kurzer Zeit ein Feindbild wie zur Nazi-Zeit entstehen konnte, sollte wir alle im Bewusstsein behalten“, sagt Bauamtsleiter Jürgen Rausch, „und aus den Fehlern lernen.“

Die Ausstellung „Gebauter Aufbruch - Neue Synagogen in Deutschland ist noch bis Sonntag im Sitzungssaal des Bauamts (Barfüßerstraße 11) zu sehen. Eintritt ist frei. Samstag von 11 bis 16 Uhr, Sonntag von 14 bis 18 Uhr, Vorbeikommen lohnt sich.

Von Carsten Bergmann

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