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Wettkampf marsch: Wehren im Duell

Brandbekämpfer Wettkampf marsch: Wehren im Duell

Kurbeln, krabbeln, kriechen: Beim Wettkampf der Marburger Jugendfeuerwehren in Moischt proben Wehren aus acht Stadtteilen den Ernstfall.

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Wasser marsch! Kim (links), Sebastian, Lukas, Tom, Tim und Jonas von der
Jugendfeuerwehr Hermershausen unter kritischem Blick der vier Wettkampfrichter Theresa Staubitz (kleines Foto, links), Jens Mink, Daniel Träger und Sven Claar.
Fotos: Björn Wisker

Moischt. Kim hat das Kommando. „Angriffstrupp bereit, Wasser marsch“, ruft die Zehnjährige. Sofort rennen die sechs Mitglieder der Hermershäuser Wehr los, besetzen ihre Posten. Hydrant? Startklar. Schläuche? Ausgerollt. Brand? Gelöscht. Maximal fünf Minuten darf die Übung dauern, in rund drei Minuten bewältigen die Besten die Aufgaben.

„Die Vorbereitung auf den Ernstfall wird so geprobt. Spielerisch wird quasi ein Hausbrand gelöscht“, erklärt Andreas Fränzke, Marburgs Jugendfeuerwehrwart. „Bei den Jugendlichen geht es um das Beherrschen der Handgriffe. Aber natürlich auch um Routinen“, ergänzt Carmen Werner, Leiterin des Fachdiensts Brandschutz in der Universitätsstadt.

"Jeder will der Beste sein"

Zehn bis 17 Jahre alt sind die Jung-Brandbekämpfer. Cappel, Marbach, Ockershausen, Hermershausen, Elnhausen sowie zwei Staffeln aus Wehrda und die gemischte Wehrshausen/Haddamshausen-Gruppe sind in Moischt am Start. „Jeder will der Beste sein, deshalb hängt man sich voll rein“, sagt Nils Faulhaber (15) von der Feuerwehr Marburg-Mitte. Im selben Maße wie um Sport, gehe es allerdings um das Miteinander. „So ein Tag fördert die Kameradschaft, das ist mir sehr wichtig“, sagt er. Zusammen mit Kevin Eberlein (13) bewältigt er auch die Ausdauerläufe, die an die Lösch-Übung anschließen.

Wie ist es generell um den Wehr-Nachwuchs in Marburg bestellt? „Es kommt immer darauf an, ob ein Jugendlicher Freunde begeistern, mitziehen kann“, sagt Fränzke. Elnhausen etwa erlebe in den letzten Jahren „einen echten Boom“, indem ein halbes Dutzend neuer Jung-Mitglieder zu dem Trupp stießen. In Haddamshausen würden es hingegen weniger, weshalb der Stadtteil mit der ebenfalls schrumpfenden Jugendwehr Wehrshausen beim Wettkampf eine Staffel bildete. „Man spürt geburtenstarke und schwächere Jahrgänge in den Wehren sofort“, sagt Fränzke. Die Arbeit in den Einsatzabteilungen entspannt sich derzeit nach Beobachtungen von Carmen Werner. Die neu gegründete Wehr in Bauerbach mache sich bereits positiv bei der Arbeitsbelastung bemerkbar.

Dem Wettkampftag in Moischt folgt in den nächsten Monaten eine Feuerwehr-Feier in Bauerbach, sobald die neue Wehr startklar, das Haus fertig gebaut ist. „Das ist ein bedeutender Schritt, diese Wehr bringt ja jetzt schon einiges an Aktivität in den Stadtteil“, sagt Werner.

von Björn Wisker

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