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Integrationsprogramm "WIR"

"Wertvoller Beitrag für sozialen Frieden"

Ein fremdes Land, eine unbekannte Sprache und Bräuche, die man nicht kennt – zum Glück gibt es Menschen, die einem in solchen Situationen helfen. Zum Beispiel die Mitarbeiter des Integrationsprogramms „WIR“.
Projektleiterin Wiebke Schindel (hinten, von links), Integrationsbeauftragter Christian Meineke, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Staatssekretär Jo Dreiseitel, Integrationsbeauftragte Susanne Hofmann und WIR-Koordinatorin Adji Codou Gaye mit einigen Bildungspatinnen. Foto: Suria Reiche

Projektleiterin Wiebke Schindel (hinten, von links), Integrationsbeauftragter Christian Meineke, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Staatssekretär Jo Dreiseitel, Integrationsbeauftragte Susanne Hofmann und WIR-Koordinatorin Adji Codou Gaye mit einigen Bildungspatinnen.

© Suria Reiche

Marburg. Aktueller hätte das Thema, um das es beim Besuch des Staatssekretärs Jo Dreiseitel in der kommunalen „WIR“-Koordinationsstelle von Marburg ging, kaum sein können: In Zeiten, in denen nahezu jede Nachrichtensendung mit einem Flüchtlingsthema beginnt, muss Integration großgeschrieben werden. Dafür, dass das in Marburg der Fall ist, sorgen unter anderem die Mitarbeiter des vom Land Hessen initiierten und finanzierten Landesprogramms.

Am Freitagvormittag hat der Staatssekretär und Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung gemeinsam mit der Projektleiterin Wiebke Schindel das Team am Richtsberg besucht, um sich einen Eindruck von dessen Arbeit zu machen, zuzuhören und ein Gespür dafür zu bekommen, was gut läuft und wo noch Bedarf besteht. „Integration kann nämlich nicht per Knopfdruck von oben stattfinden, sondern geschieht vor Ort“, betonte er. Das hat auch die Landesregierung erkannt und vor einiger Zeit das Projekt „WIR“ ins Leben gerufen.

Das Ziel, das sie damit verfolgt, ist es, allen Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft – Chancen auf Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen. In einer bunten Stadt, wie Marburg es mit 140 unterschiedlichen Nationen ist, ist das ein wichtiges Thema. Nur, wenn diese Menschen, die aus anderen Ländern hierher gekommen sind, integriert werden, können sie eine Bereicherung für Stadt und Gesellschaft sein. In Marburg ist das gelungen: „Die Stadt ist bekannt für ihre qualitativ sehr hochwertige Integrationsarbeit“, lobte der Staatssekretär bei seinem Besuch.

Bildungspatinnen haben selbst Migrationshintergrund

Besonders interessierte ihn die Arbeit der „Bildungspatinnen“: Die Aufgabe der 15 ehrenamtlichen Frauen ist es vor allem, den Dialog zwischen Familien und Institutionen wie Kindergärten und Schulen zu fördern. Sie arbeiten mit Gruppen von Eltern und Kindern mit Migrationshintergrund und helfen ihnen bei den Herausforderungen, die sie zu meistern haben.

Meist haben die Frauen selbst einen Migrationshintergrund und sprechen so im besten Fall die Sprache der Familien, die sie betreuen, und kennen die Probleme, vor denen man zu Beginn in einem fremden Land steht, aus eigener Erfahrung. „Echte Brückenbauerinnen“ nannte Dreiseitel die Frauen am Freitagvormittag, „Das, was Sie tun, ist eine unverzichtbare Arbeit und ein wertvoller Beitrag für den sozialen Frieden.“

Und auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) lobte die Arbeit der Frauen: „Das Projekt ,Bildungspatinnen‘ leistet einen enormen Beitrag dazu, dass Menschen sich in unserer Gesellschaft integrieren.“ Ein Thema, das zu keinem besseren Zeitpunkt auf den Tisch kommen könnte: Denn auch wenn die Integrationsarbeit gerade ein wenig von der Flüchtlingsarbeit überrollt werde, wie Dreiseitel zugab, dürfe diese nicht in den Hintergrund treten. „Wenn die Menschen aus den 25 Erst-einrichtungen auf die Städte und Kommunen verteilt werden, muss dafür gesorgt sein, dass rassistischen Stimmen keine hohe Bedeutung zukommt.“

von Suria Reiche


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