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Wer singt denn da?

Singvögel im Landkreis Wer singt denn da?

„Alle Vöglein sind schon da, alle Vöglein alle ...“ Stopp! „Noch sind nicht alle Vögel aus dem Winterquartier zurück. Einige sind noch unterwegs“, erklärt Vogel-Experte Robert Cimiotti. Aber eine ganze Menge singt schon.

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Quelle: Montage: Sven Geske

Marburg. Es trillert und trällert, es zwitschert und keckert in den Gärten, Wäldern und Parkanlagen des Landkreises. Aber wer singt denn da eigentlich? Auf dieser Seite wollen wir Ihnen einen kleinen Üebrblick über die Singvögel geben, die derzeit bereits eifrig am Singen sind. Doch warum singt ein Vogel überhaupt?

Die Antwort auf diese Frage kennt Robert Cimiotti, Vogel-Experte und langjähriger Leiter des Naturschutz-Informationszentrums Amöneburg (NIZA): „Vögel singen besonders aus zweierlei Gründen: Erstens, um ihr Revier zu kennzeichnen und zweitens, um Weibchen zu umwerben.“

Rund 300 bis 400 verschiedene Vogelarten gibt es laut Cimiotti allein im Ohmtal und rund um die Amöneburg. Doch nicht alle sind Standvögel, also das ganze Jahr in ihrem Revier. „Wir haben auch viele Durchzieher, also Vögel, die nur im Frühjahr und Herbst auf der Durchreise in ihr Sommer- beziehungsweise Winterquartier bei uns eine Rast einlegen“, erklärt der Vogel-Experte. Daneben gebe es noch die Wintergäste, die im Landkreis überwintern. „Derzeit haben wir von allem etwas bei uns hier“, so Cimiotti: „Die einen sind ständig hier, die anderen quasi noch nicht abgereist und die dritten legen bereits Pause ein. Und alle sind sie sehr musikalisch.“

Mönchsgrasmücke

Größe: etwa 14 Zentimeter

Aussehen: graubraunes Gefieder, Unterseite etwas heller gefärbt; Männchen haben eine schwarze, Weibchen und junge Männchen im Herbst eine rotbrauner Kopfkappe.
Lebensraum: brütet in lichten Laub- und Nadelwäldern, häufig auch in Parks, Gärten und auf Friedhöfen mit dichten Büschen und Gestrüpp.
Gesang: zweiteiliger Gesang aus einem murmelnden und schwätzenden Vorgesang und dem plötzlich einsetzenden, laut und klar flötenden „Überschlag“, der große Intervallsprünge enthält; ruft bei Erregung hart „tack tack tack“ oder „tseck tseck tseck“.

Und so klingt die Mönchsgrasmücke:


 
Kohlmeise

Größe: etwa 14 Zentimeter

Aussehen: schwarz-weißes Kopfmuster mit beim Männchen breiten, beim Weibchen schmalen schwarzen Längsstreifen. Die Unterseite des Gefieders ist gelblich gefärbt.
Lebensraum: Gärten, Parks und Friedhöfe, außer in reinem Nadelwald in allen Waldtypen, Gehölzen und Obstkulturen. Sie brütet auch oft in Nistkästen, Briefkästen und Eisenröhren.
Gesang: laut pfeifend, zumeist kurze Strophen aus sich wiederholenden Motiven, typisch beim Reviergesang ist das  sogenannte Läuten: „zizibe zizibe“.

Und so klingt die Kohlmeise:


 
Zaunkönig

Größe: etwa 9,5 Zentimeter

Aussehen: kleiner, brauner Vogel mit dunkel gebänderter Oberseite; bei Erregung richtet er den Schwanz steil auf.
Lebensraum: überall, vom Gebirge bis an die Küste vom einsamen Moor bis große Städte, Hauptsache es ist dichtes Unterholz oder Gebüsch vorhanden.
Gesang: singt fast das ganze Jahr über auf niedrigen Warten eine laute Folge von schmetternden Trillern „tjeck tjeck tjeck“.

Und so klingt der Zaunkönig:


 
Kleiber

Größe: gut 14 Zentimeter

Aussehen: Oberseite blaugrau, die Flanken sind beim Männchen kastanienbraun, beim Weibchen hellbraun; klettert auch mit dem Kopf nach unten an Ästen und Baumstämmen.
Lebensraum: Wälder, Parks und Gärten mit großen, alten Bäumen; verkleinert/verklebt seine Bruthöhle mit Lehm, so dass nur noch er hindurch kommt.
Gesang: singt gereiht bis trillernd laut, durchdringend „piü piü piü...“ oder „wiwiwi...“ Das Repertoire ist reichhaltig.

Und so klingt der Kleiber:


 
Singdrossel

Größe: rund 23 Zentimeter

Aussehen: Unterseite des Gefieders ist weißlich gefleckt, die Oberseite ockergelb gefärbt.
Lebensraum: Wälder, Felder, Gehölze, Parks und Gärten.
Gesang: abwechslungsreicher Gesang mit weichen Flötentönen und Imitationen, aus kurzen Phrasen zusammengesetzt, die zwei bis viermal wiederholt werden; im Flug ruft die Singdrossel kurz „zipp“ oder „tick“, bei Erregung „schick schick“.

Und so klingt die Singdrossel:


 
Buchfink

Größe: etwa 15 Zentimeter

Aussehen: Männchen im Brutkleid recht bunt mit leuchtend blaugrauem Kopf, der im Ruhekleid bräunlich wird; Unterseite und Rücken rotbraun, Bürzel grünlich. Das Weibchen ist eher eintönig gefärbt: Oberseite olivbraun, Unterseite graubraun. Typisch für beide sind die breiten weißen Streifen am Flügel.
Lebensraum: überall wo es Bäume gibt.
Gesang: ruft bei Gefahr „pink pink“, bei Erregung „füid füid füid“ oder „wrrüt wrrüt wrrüt“; der typische zum Ende hin abfallende Finkenschlag, der laut schmetternd gesungen wird, wird im Volksmund auch mit „was bin ich für ein schöner Bräutigam“ übersetzt.

Und so klingt der Buchfink:


 
Nachtigall

Größe: 15 bis 16,5 Zentimeter

Aussehen: unauffällig braun, Unterseite heller als Oberseite
Lebensraum: unterholzreiche Wälder, Parks und Gärten mit dichtem Gebüsch
Gesang: laut, wohltönend, abwechslungsreich und klar rhythmisch gegliedert, Wechsel aus trillernden, flötenden und anschwellenden Motiven und monotonen schmetternden Touren, singt Tag und Nacht meist verborgen aus dem Dickicht heraus.

Und so klingt die Nachtigall:


 
Rotkehlchen

Größe: gut 14 Zentimeter

Aussehen: braunes Gefieder mit roter Brust und rotem Gesicht
Lebensraum: typischer Waldvogel, der aber auch in Gärten und Parkanlagen mit dichtem Unterholz und großen Hecken vorkommt, häufig auch auf Friedhöfen.
Gesang: feine, etwas melancholisch dahin perlende Tonfolge mit Tempo- und Höhensprüngen; charakteristisch ist das „tick-ick-ick“; singt fast ganzjährig.

Und so klingt das Rotkehlchen:


von Katharina Kaufmann

Fotos: Lupo/pixelio.de, Gerd Pfaff/pixelio.de, Karl Dichtler/pixelio.de, Peter Röhl/pixelio.de, Frebeck/wikipedia.de, Rudolpho Duba/pixelio.de, Annamartha/pixelio.de, Peashooter/pixelio.de

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