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Wer raucht, riskiert Kopf-Hals-Tumore

Patiententag Wer raucht, riskiert Kopf-Hals-Tumore

Hals- und Ohrenschmerzen, dazu hartnäckige Heiserkeit - was sich nach Grippe anhört, kann auch auf eine ganz andere ­Erkrankung hinweisen.

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Professor Afshin Teymoortash, Chefarzt der Uniklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, zeigt am Modell, wo sich Kopf-Hals-Tumore bilden können.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Wer über einen Zeitraum von drei Wochen unter einem der Symptome leidet, sollte sich Professor Afshin Teymoortash zufolge auf einen Kopf-Hals-Tumor hin untersuchen lassen.

„Die Symptome sind sehr unspezifisch“, erklärt der Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) des Universitätsklinikums Gießen-Marburg (UKGM).

Operiert werden kannmit dem Da-Vinci-Roboter

Anlässlich der Europäischen Aktionswoche zu Kopf-Hals-Tumoren veranstaltet das UKGM am Mittwoch, 21. September, ab 15 Uhr einen Patiententag zum Thema. Im Hörsaal IV auf der Ebene 0 informieren Ärzte in Vorträgen zu Risikofaktoren wie Rauchen sowie zu den wichtigsten Therapiekonzepten. Auch Angehörige von Risikopatienten sind willkommen.

Zu den Symptomen gehören ebenso schmerzhaftes oder erschwertes Schlucken, Wunden sowie rote oder weiße Flecken im Mund, ein Fremdkörpergefühl im Rachen oder Hals sowie eine einseitig verstopfte Nase oder blutige Absonderungen.

Häufig gehen die Karzinome mit einer Entzündung einher. „Die lässt sich mit Antibiotika behandeln und der Patient fällt darauf herein“, erklärt Teymoortash. Daher solle man gleich einen HNO-Arzt aufsuchen, um keine Zeit zu verlieren.

Denn die Überlebenschancen stünden im frühen Stadium bedeutend besser. „Wenn der Krebs fortschreitet und es zu Lymphknotenmetastasen kommt, kann die Prognose auch bei maximaler Therapie nicht signifikant verbessert werden“, sagt der Experte.

60 Prozent der Patienten würden nach fünf Jahren noch leben. Abhängig sei dies von Größe und Lage des Krebsgeschwulstes sowie dem Ausmaß der lymphogenen Metastasierung.

„Wir sind in Marburg sehr gut in der Diagnostik und Therapie aufgestellt“, erklärt der Chefarzt. Operiert werden könne mit dem Da-Vinci-Roboter, das Partikelzentrum mache eine effektivere Strahlentherapie möglich. Zum dritten Mal sei die Klinik nun zertifiziertes Kopf-Hals-Tumor-Zentrum.

Jedes Jahr erkranken 15000 Menschen in Deutschland

Weltweit beträgt der Anteil von Kopf-Hals-Tumoren an allen Krebserkrankungen fünf Prozent. „In Deutschland erkranken jedes Jahr 15000 Menschen daran“, berichtet Teymoortash. Die meisten von ihnen seien Raucher.

Hinzu kämen 20 bis 30 Prozent, die den Krebs durch Humane Papillomviren (HPV) bekommen hätten. Die sexuell übertragbare Krankheit HPV kann nicht nur im Unterleib beispielsweise Gebärmutterhalskrebs auslösen, sondern bei Übertragung durch Oralverkehr auch im Mund und Rachen für Geschwulste sorgen.

„Man kann jederzeit zum persönlichen Gespräch zu uns kommen“, sagt der Chefarzt der Marburger Uni-HNO-Klinik. „Lieber einmal mehr als einmal zu wenig.“

von Freya Altmüller

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