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Wer haftet bei Opium in Frühlingsrollen?

Juristen-Tagung Wer haftet bei Opium in Frühlingsrollen?

Wer haftet, wenn fehlerhafte Produkte zu gesundheitlichen Schäden bei Verbrauchern führen? Das war das Thema einer Tagung von internationalen Juristen an der Marburger Universität.

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Professor Qi Xiong war einer der Referenten. Foto: Hitzeroth

Marburg. „Strafrechtliche Verantwortlichkeit für Produktgefahren“: Das war das Thema einer rechtswissenschaftlichen Tagung, die von Donnerstag bis Samstag im Dekanatssaal des Fachbereichs Jura stattfand. Das Thema ist von praktischer Relevanz für viele Verbraucher. Als besonders dramatische Beispiele nannte der Marburger Jura-Professor und Tagungs-Mitorganisator Georg Freund die Stichworte „Contergan“, „Lederspray“ und „Holzschutzmittel“. In all diesen Fällen hatten fehlerhafte Produkte in Deutschland zu teilweise gravierenden gesundheitlichen Schäden geführt.

Besonders die Internationalität der Referenten war das Besondere der Tagung. Strafrechtsexperten aus Deutschland, China, Taiwan, der Türkei und Spanien kamen drei Tage lang an der Uni Marburg zusammen, um die länderspezifischen Ansätze zu vergleichen. „Wie geht man in den Gesetzen in den unterschiedlichen Ländern unter anderem damit um, wer im Fall eines schadhaften Produktes haftet“, erläuterte Freund eine der möglichen Fragen. Interessiert verfolgten Experten aus dem Bundesjustizministerium und dem hessischen Justizministerium die Tagung.

Gleich im ersten Vortrag der Tagung bot der chinesische Jura-Professor Qi Xiong (Universität Wuhan/Universität Heidelberg) einen Einblick in das chinesische Rechtssystem, das sich von dem System in den anderen Ländern grundlegend unterscheidet. Vor allem ist es dort so, dass die Opfer in einem Fall von Produkthaftung nicht individuell, sondern immer als Teil einer Gruppe angesehen werden. Der chinesische Forscher berichtete auch über zwei Fälle aus der Praxis: In einem Fall war Frühlingsrollen Opium zugeführt worden, was zu gesundheitlichen Schäden geführt hatte. Im anderen Fall ging es um erst kürzlich durch moderne wissenschaftliche Labors nachgewiesene Probleme mit Heilmitteln aus der tausend Jahre alten traditionellen chinesischen Medizin. Ab welchem Zeitpunkt kann man den Hersteller letztgenannter Produkte für davon verursachte gesundheitliche Schäden verantwortlich machen, lautet eine spannende Frage.

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