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Wer beweist, dass "Gigi" tot ist?

Streit um Schoßhündchen Wer beweist, dass "Gigi" tot ist?

Auch nach dem Tod von „Gigi“ streiten sich zwei Tierfreundinnen weiter - jetzt geht es um 5000 Euro. Aber ist die Chihuahua-Hündin tatsächlich tot? Auch diese Frage steht im Raum.

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Die nicht enden wollende Geschichte um das Schoßhündchen „Gigi“ ist wieder ein Fall für das Gericht. Jetzt muss sich das Landgericht damit befassen.

Quelle: Archivfoto

Marburg. „Gigi“ lebt nicht mehr. Oder doch? Und wenn sie tatsächlich gestorben ist, wer kann es wie beweisen? Der Fall des Schoßhündchens, der seit Jahren die Marburger Justiz beschäftigt und bundesweit für Schlagzeilen sorgte, ist noch nicht zu Ende - obwohl „Gigi“ am 8. März vergangenen Jahres gestorben sein soll.

Zum Hintergrund: Mehr als fünf Jahre stritten sich Frau C. aus Marburg und eine Frau S. aus Siegen um „Gigi“. Frau C. kümmerte sich um den Hund, den sie von der Tochter der Siegenerin überlassen bekommen hatte. Frau S. wollte den Hund zurück - bekam ihn aber nicht. Die Marburgerin brachte viele Argumente vor, der Hund fühle sich bei ihr viel wohler, werde krank, wenn er umzieht. Auch nachdem das Gericht aber Frau S. zur rechtmäßigen Besitzerin erklärt hatte, blieb der Hund in Marburg. Der Anwalt nutzte alle juristischen Mittel, um die Zwangsherausgabe zu verhindern. Am Ende hieß es, das Tier habe möglicherweise die Zwangsvollstreckung nicht überlebt.

Gericht: Kein Beweis für einen natürlichen Tod

Die Kosten für die zahlreichen Gerichtsverfahren sollen sich im sechsstelligen Bereich beziffern. Wer meinte, mit dem Tod „Gigis“ sei der Streit zwischen den beiden Frauen beendet, irrt. Es geht unerbittlich weiter. Als „Gigi“ noch lebte, hatten die beiden Parteien einen Vergleich abgeschlossen.

Im Zuge dieses Vergleichs wurden 5000 Euro bei der Gerichtskasse hinterlegt - als Sicherheit falls Gigi nicht eines natürlichen Todes sterben sollte. Frau C., die das Geld hinterlegt hat, will die 5000 Euro nun wieder zurück haben. Das Amtsgericht wies die Forderung zurück. Da keine Obduktion stattgefunden habe und „Gigi“ eingeäschert worden sei, könne man nicht wissen, ob „Gigi“ eines natürlichen Todes gestorben sei. Die Gegenseite bezweifelt gar, dass „Gigi“ gestorben ist.

Berufung gegen Urteil des Amtsgerichts eingelegt

Der Anwalt der Marburgerin geht nun in Berufung und will die Herausgabe des Geldes in nächster Instanz - vor dem Landgericht - erstreiten. Das bestätigte Rechtsanwalt Hans-Berndt Ziegler auf Anfrage der OP. Er sagt, für „Gigis“ Tod läge eine tierärztliche Bescheinigung vor. Nun bleibt laut Ziegler die spannende Frage: „Wer beweist, dass Gigi tot ist?“ Die Sache sei nun „hochkompliziert“.

Das Verfahren könnte also noch abstruser, noch teurer werden. Ein Termin für die Berufungsverhandlung steht noch nicht fest.

von Anna Ntemiris

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