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Wer am Bahnhof parkt, sollte genau lesen

Marburg Wer am Bahnhof parkt, sollte genau lesen

Die kürzeren Öffnungszeiten der Bahnschalter haben das Parken am Deck neben dem Hauptbahnhof komplizierter gemacht.

Marburg. Die Tageskarte kostet nur 5 Euro, die Wochenkarte 15 Euro: Mit diesen Preisgrößen im Kopf parkte ein Mann aus dem Marburger Umland frühmorgens am Parkdeck neben dem Hauptbahnhof, um dann schnell in den ersten Zug nach Kassel einzusteigen. Als der Mann am Abend rausfahren wollte, wunderte er sich über den Parkautomaten, der von ihm fast den Preis von einer Wochenkarte verlangte. Dabei hatte der Mann deutlich kürzer als 24 Stunden sein Auto abgestellt.

Die Stadtwerke Consult GmbH, die für die Parkbewirtschaftung zuständig ist, kann den Grund erklären. Die am Preisschild angegeben Tarife gelten nur für Bahnreisende. Wer aber früh morgens und abends ein- und ausparkt – wenn kein Bahnschalter mehr offen ist – kann keine Bestätigung erhalten, dass er auch tatsächlich mit der Bahn unterwegs war.

Dann gelten die bei der Einfahrt genannten Tarife somit nicht, und der Parker muss Zuschläge bezahlen, erklärte Jürgen Intemann, Leiter der Privatraumbewirtschaftung der Stadtwerke.

„Seitdem die Bahnschalter nicht mehr so lange wie früher aufhaben, hat sich das Problem verstärkt“, erklärte er. Früher waren die Bahnschalter von 5 bis 22 Uhr geöffnet. Die Stadtwerke könnten jedoch nichts ändern: „Es gibt keine Automaten, die die Lochung vornehmen können.“ Und woher sollte der Automat wissen, dass man tatsächlich mit der Bahn gefahren ist.

Eine Lösung bieten die Stadtwerke jedoch dennoch an: Wer sein Park- und Bahnticket im Parkhaus Pilgrimstein vorzeigt, kann sich den Zuschlag erstatten lassen.

Außerdem könne man bereits am Kassenautomaten per Tastendruck mit dem Parkhaus sprechen. Dort sei bis 2 Uhr morgens ein Mitarbeiter der Stadtwerke erreichbar.

Das Parkdeck am Hauptbahnhof werde gut angenommen, so Intemann. Es sei zu 70 Prozent ausgelastet. „Frauen- und Behindertenparkplätze sind reichlich vorhanden“, sagt er. Bei insgesamt 298 Plätzen nutzen im Schnitt 140 Tagesparker das Angebot. Dann gibt es noch Bahnkunden, die Jahres- oder Monatstarife zahlen.

Bislang habe es keine Beschwerden wegen den Tarifen der Stadtwerke gegeben, so Intemann. Ärger wegen Parkgebühren gibt es eher vor dem Bahnhof. Dort übernimmt die Firma Conti Park International mit Sitz in Berlin die Bewirtschaftung (die OP berichtete mehrmals). „Die schreiben sehr schnell auf“, weiß Intemann. Wer einige Minuten auf diesen Privatparkplätzen vor dem Hauptbahnhof ohne Parkticket parkt, erhält eine Verwarnung von rund 25 Euro.

Viele Marburger, aber auch andere Parker in deutschen Städten, hätten gegen die Verwarnung geklagt. „Bisher hat die Firma immer gewonnen“, sagt Intemann. Er rät Marburgern, auch dann ein Parkticket zu lösen, wenn sie nur kurz parken, um etwa Gäste vom Hauptbahnhof abzuholen.

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