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„Wenn noch Impfung, dann sofort“

Grippe-Hochphase beginnt „Wenn noch Impfung, dann sofort“

Zurzeit treten im Kreis die ersten Grippefälle auf. Der Stadtallendorfer Hausarzt Dr. Ortwin Schuchardt, Pressesprecher der Ärztegenossenschaft Prima, rät Patienten, die sich noch impfen lassen wollen, jetzt schnell zu sein.

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Ein kurzer Stich in den Oberarm – und die Impfung ist schon bald vorüber. „Wenn der Körper auf den Impfstoff reagiert, kann sich das anfühlen, als bekäme man gerade eine Erkältung“, sagt der Stadtallendorfer Arzt Dr. Ortwin Schuchardt.

Quelle: Thorsten Richter

Stadtallendorf. Januar und Februar gelten als die Grippe-Monate. „In dieser Woche hatte ich die ersten Fälle in meiner Praxis, bei denen alles darauf hindeutet, dass es sich um eine echte Grippe handelt und nicht nur um einen grippalen Infekt“, sagt Schuchardt. Eine Erkältung bahne sich meist an, die Influenza zeichne sich durch ihr plötzliches Auftreten mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie trockenem Reizhusten aus.

Wenn es erst so weit gekommen ist, hilft die Grippe-Impfung freilich nicht mehr – „und wenn man jetzt noch länger wartet, dann sind wir schon voll drin in der Saison, dann hat die Impfung wahrscheinlich auch keinen großen Nutzen mehr“, sagt Schuchardt und weist darauf hin, dass der Schutz ab dem achten Tag nach der Impfung beginnt, „nach 14 Tagen geht man vom vollen Schutz aus“. Dieser sei nicht nur für die Risikogruppen wie chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Fachpersonal wichtig, sondern „im Sinne des Herdenschutzes“.

Dr. Ortwin Schuchardt setzt auf den „Herdenschutz“

Damit meint Schuchardt, dass eine Grippe-Impfung nicht nur das „egoistische Ziel, selbst gesund zu bleiben“, verfolge, sondern auch für das gesamte Umfeld des Geimpften einen Schutz darstelle – den „Herdenschutz“ eben. „Umso­ mehr Leute geimpft sind, umso weniger breitet die Influenza­ sich aus.“ Die Hausärzte seien­ darauf vorbereitet, dass jetzt noch Impfwillige kommen. Schuchardt rät: „Wenn Patienten noch eine Grippe-Impfung wünschen, dann sollten sie jetzt sofort zum Hausarzt gehen.“

Das Gesundheitsministerium teilt mit, dass landesweit seit Jahresbeginn rund 180 Fälle von Grippeinfektionen nachgewiesen wurden, Todesfälle seien bislang keine bekannt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt das Auftreten von Atemwegserkrankungen, zu denen die Grippe gehört, in Hessen derzeit als deutlich erhöht ein.

Deutschlandweit ist die aktuelle Grippesaison laut RKI in der Weihnachtswoche 2016 losgegangen. Die Impfung schütze­ entweder vor einer Infektion oder wahrscheinlich zumindest vor einem schweren Krankheitsverlauf, erklärt eine RKI-Sprecherin. Länge und Beginn­ einer Grippesaison können je nach Jahr variieren. Die Experten des RKI orientieren sich dabei an Laborergebnissen. In dem Institut würden regelmäßig Rachenabstriche von Patienten mit Grippesymptomen auf Influenza-Viren hin untersucht, sagt die Sprecherin. „Die Grippe­welle beginnt dann, wenn zwei ­Wochen lang hintereinander über 20 Prozent dieser Proben positiv sind.“

von Carina Becker-Werner und unserer Agentur

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