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Wenn aus Fremden Freunde werden

Marburg Wenn aus Fremden Freunde werden

Als die ersten Gastarbeiter nach Marburg kamen, half ein Arbeitskreis bei der Integration der ausländischen Gäste in den neuen Alltag.

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Zwei Nationen, eine Arbeitswelt: Die ersten türkischen Gastarbeiter kamen vor 50 Jahren nach Deutschland, auch nach Marburg.

Quelle: Friso Gentsch

Marburg. Ob der Gang zur Behörde oder die Behandlung im Krankenhaus – Anfang der 1970er Jahre prallten durch die Gastarbeiter in Marburg kulturelle Welten aufeinander, Sprachbarrieren verhinderten oftmals ein gemeinsames Leben. Die ausländischen Gäste lebten in Baracken, tagsüber malochten sie auf Baustellen. Fernab der Heimat und Familie, nur die Wenigsten konnten sich verständigen.

Zu der Zeit gründete sich der Arbeitskreis Gastarbeit in Marburg, der diese Defizite bekämpfe, Dolmetscher engagierte, Wohnungen suchte und im Behörden-Dschungel den Weg wies. „Wir wollten den Menschen einfach helfen“, erzählt Helga Bernsdorff, eine der Mitbegründerinnen des Arbeitskreises.

Der Weg war steinig. Gastarbeit war ein Tabu-Thema, sodass sich der Arbeitskreis gar mit Gegenwind aus dem hessischen Sozialministerium befassen musste, das zum Hessentag damals in Marburg eine Ausstellung nicht genehmigte. Für Helga Bernsdorff, heute 82 Jahre, lohnte sich die Arbeit und der unermüdliche Einsatz: „Wir haben vielen Gastarbeitern geholfen, wir haben uns kennen gelernt, zusammen gefeiert, eine Menge erlebt.“

von Carsten Bergmann

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