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Weniger Touristen übernachten in Marburg

Bilanz Weniger Touristen übernachten in Marburg

Nach Jahren starken Wachstums stagniert heuer die Zahl der Gäste, die Marburg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres besucht haben.

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Touristenmagnet für Marburg: Die historische Oberstadt mit dem Landgrafenschloss ziehen Jahr für Jahr viele Besucher an.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. In Hessen ist der Tourismus weiter auf Wachstumskurs. Von Januar bis Juni dieses Jahres empfingen die hessischen Beherbergungsbetriebe mit 10 oder mehr Gästebetten (einschließlich der Campingplätze) rund 6,9 Millionen Gäste und damit 1,4 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten 2015.

Auch die Zahl der Menschen, die den Landkreis Marburg-Biedenkopf in den ersten sechs Monaten besucht haben, ist gestiegen: 124350 Menschen wurden von Januar bis Juni in einem der Beherbergungsbetriebe des Landkreises begrüßt, ein Plus von 1,1 Prozent. Sie blieben durchschnittlich 2,4 Nächte, insgesamt rechneten die Betriebe 303116 Übernachtungen in den ersten sechs Monaten des Jahres ab - satte 3,8 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres.

Tagestourismus spielt eine wichtige Rolle

In der Stadt Marburg dagegen sank die Zahl der Besucher im ersten Halbjahr 2016. 73396 Besucher zählten die Hotels und Pensionen im Stadtgebiet, berichtet das Statistische Landesamt, das sind 3,3 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2015. Immerhin stieg die Zahl der Übernachtungen auf 172321 an, ein leichtes Plus von 0,4 Prozent. Im Durchschnitt blieb jeder Besucher 2,3 Nächte in der Universitätsstadt.

Zumindest was die absoluten Besucherzahlen angeht, ist damit offenbar ein Trend gebrochen, der Marburg Jahr für Jahr ordentlich steigende Besucherzahlen beschert hat. Die tatsächliche Zahl der Gäste dürfte aber noch deutlich höher liegen, weil in den offiziellen Zahlen nicht die Übernachtungen in Ferienwohnungen und Ferienhäusern enthalten sind, die weniger als zehn Betten haben - und erst recht nicht die Tagesgäste, die Marburg eine Stippvisite abstatten.

Neben dem Übernachtungstourismus spielt der Tagestourismus in der Universitätsstadt mit den vielen Sehenswürdigkeiten, den kulturellen Angeboten und Großveranstaltungen eine wichtige wirtschaftliche Rolle.

Hartmut Reiße, der Geschäftsführer der Marburg Stadt und Land Tourismus, sieht in den neuen Zahlen keinen Grund zur Beunruhigung: „Marburg ist ein Ganzjahresziel, abgerechnet wird deswegen erst im Dezember.“ Vor allem im Herbst seien Rad- und Fußwanderer unterwegs, Aktionen wie Elisabethmarkt, Marburg b(u)y night und Adventsmarkt ziehen noch einmal viele Besucher in die Stadt.

Der Tourismus in Deutschland konzentriert sich stark auf Großstädte und die klassischen Urlaubsregionen an der See oder im Gebirge.

Marburg hat aber nach Expertenansicht durch die Lahn wie auch durch eine gute Radwegeverbindung in einer reizvollen Landschaft gute Chancen, um zusätzliche Besucher zu werben. „Dazu“, sagt Reiße, „braucht es aber im ländlichen Raum die Bereitschaft, in Beherbergungsbetriebe zu investieren.“

von Till Conrad

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