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Weniger Studienanfänger, mehr Studis

Universität Weniger Studienanfänger, mehr Studis

Uni-Vizepräsident Professor Dr. Harald Lachnit rechnet damit, dass es mindestens bis 2030 dauert, ehe die Studierendenzahlen wieder auf unter 20000 sinken.

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Marburg. Nach Ablauf der Rückmeldefrist verzeichnete die Philipps-Universität 26842 eingeschriebene Studenten, noch einmal gut 300 mehr als unmittelbar vor Semesterbeginn geschätzt und über 1100 mehr als im Wintersemester 2013/2014. Diese Zahl nannte Professor Harald Lachnit, Uni-Vizepräsident für Studium und Lehre, unter der Woche in der Sitzung des Uni-Senats.

Die Zahlen können sich bis etwa Mitte November noch leicht verändern - etwa durch Widersprüche gegen Nichtzulassung oder ähnliches - sind aber, so formulierte es Lachnit, sehr nahe an der endgültigen Zahl.

Im Vergleich zum Wintersemester 2013 ist die Zahl der Studierenden im 1. Fachsemester zurückgegangen: von 7159 in Wintersemester 2013/2014 auf jetzt 6736.

Höhere Studentenzahlen trotz weniger Erstsemester: nur scheinbar ein Paradoxon. Es erklärt sich daraus, dass mehr Menschen ein Studium beginnen als sich exmatrikulieren. So wirken die doppelten Abiturientenjahrgänge und die daraus resultierenden hohen Anfängerzahlen noch einige Jahre auf die Gesamtzahl der Studenten nach.

Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt

Entscheidend für die Auswirkungen auf den heimischen Wohnungsmarkt ist eine andere Zahl, nämlich die der Erst- und Neueinschreibungen. Die Uni-Statistik sagt, dass exakt 5590 junge Menschen neu nach Marburg gekommen sind. Längst nicht alle haben schon eine Wohnung gefunden: Das Studentenwerk berichtet von langen Wartelisten für die Studentenwohnheime (etwa 800) und ausgebuchten Notunterkünften (die OP berichtete). Lachnit sagte im OP-Gespräch, dass die Schätzungen der Universität bei den Neu- und Ersteinschreibungen noch um knapp 300 übertroffen worden seien

Entspannt gegenüber dem Wintersemester 2013/2014 hat sich die Situation bei Juristen und Betriebswirtschaftlern. Sowohl im Bachelor-Studiengang BWL als auch im Studiengang Jura waren im Vorjahr deutlich mehr Studienanfänger aufgenommen worden als von der Uni-Leitung kalkuliert - mit Folgen für die Qualität des Studiums, wie Lachnit einräumt. Gegenüber dem vergangenen Jahr ist die Zahl der neuen Bachelor-Studenten nun von 3484 auf 3327 zurückgegangen - überwiegend den BWLern geschuldet. 842 Erstsemester (nicht eingerechnet die Lehramts-Studierenden) streveb den Abschluss „Staatsexamen“ an. Dabei handelt es sich überwiegend um Juristen. Diese Kennzahl betrug vor einem Jahr noch 1249.

Weniger Interesse an Lehramtsstudium

Dramatisch zurückgegangen ist die Zahl der neuen Lehramts-Studierenden. Waren es im vergangenen Wintersemester noch 811, sind es heuer nur noch 387 und damit auch deutlich weniger als von der Unileitung angenommen. Lachnit rechnet hier mit weiter sinkenden Zahlen - nicht nur wegen sinkender Abiturientenzahlen, sondern auch deswegen, weil das Interesse an Lehramts-Studiengängen offenbar massiv nachlässt. Das habe möglicherweise damit zu tun, dass die Bundesländer trotz Entwicklung zur Ganztagsschule und Verpflichtung zu Inklusion weniger Lehrer einstellen könnten.

Mittelfristig rechnet der Uni-Vizepräsident mit nur leicht sinkenden Studierendenzahlen in Marburg. Nach neuesten Schätzungen der Statistiker, so berichtet Professor Lachnit, wird es wohl bis etwa 2030 dauern, ehe die Zahl der Studierenden an der Alma Mater auf den Stand von 2005 sinkt: nämlich auf unter 20000.

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Auf einen Blick

Studierende: 26842 ( 25700)

Erstes Fachsemester: 6736 (7159)

Erstes Hochschulsemester: 3324 (4243)

Erst- und Neueinschreibungen : 5590 (-)

Bachelor : 3327 3484)

Master: 1073 (1022)

Staatsexamen : 842 (1249)

Lehramt: 387 (811)

In Klammern die Zahlen im WS 2013/2014.

von Till Conrad

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