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Weniger Schüler, mehr Lehrerstellen

Neues Schuljahr Weniger Schüler, mehr Lehrerstellen

Waren das wirklich schon wieder sechs Wochen seit Ferienbeginn? Ja, der Blick auf den Kalender bestätigt die „schlimmsten Befürchtungen“: Heute ist der 19. August, die Schule ruft!

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Auf geht‘s, nach sechs Wochen Ferien rückt wieder der Schulunterricht in den Fokus der Kinder und Jugendlichen. Dieses Bild entstand in der Waldschule Neustadt.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Na ja, was heißt „schlimmste Befürchtungen“. Es soll ja doch ganz ganz viele Schüler geben, die gerne in die Schule gehen. Aber nach sechs Wochen Ferien darf man sicher erst einmal eine kurze Warmlaufphase beanspruchen, bevor es wieder in die Vollen geht. Selbst Profifußballer müssen sich schließlich am Anfang einer Saison wieder einspielen.
Für Gerhard Müller, Leiter des staatlichen Schulamts ist es übrigens die letzte aktive Saison, er steigt sogar schon früher aus, nämlich zum Jahresende steht sein Ruhestand an.  Da macht es ihm sicher viel Freude, zum Schuljahresbeginn 2013 / 2014 keine Sorgenfalten mit sich rumtragen zu müssen, sondern noch ein paar gute Nachrichten parat zu haben. So zum Beispiel den Fakt, dass es im Landkreis Marburg-Biedenkopf gegenüber dem vergangenen Schuljahr mehr Lehrerstellen gibt und das bei einem Rückgang der Schülerzahl um 685. Müller bestätigt, dass die in dieser Woche von der hessischen Kultusministerin Nicola Beer beschriebene Unterrichtsversorgung von mindestens 104 Prozent im Landkreis gegeben ist.

Das heißt mit den zusätzlichen Lehrerstunden können die Schulen mehr individuelle Förderung bieten und Unterrichtsausfälle wesentlich besser kompensieren. Was den Rückgang der Anzahl der Schüler insgesamt angeht, sieht Müller schon erste Auswirkungen des demografischen Wandels. „Allerdings gibt es da regionale Unterschiede zu beobachten. Es gibt sehr wohl auch Grundschulen, die wieder mehr Schüler als in den Jahren zuvor haben“, sagt Müller.
Derzeit ist keine Standortschließung auf der Tagesordnung.  Dafür sorgte nicht zuletzt die Idee, Schulen mit weniger Schülern in Verbundsschulen umzuwandeln, wie etwa die Grundschulen in den westlichen Stadtteilen von Marburg, sprich Cyriaxweimar, Elnhausen und Wehrshausen.  Ein weiteres aktuelles Beispiel ist der Verbund der Theodor-Heuss- Schule und der Friedrich-Ebert-Schule in Marburg. Und für 2014 wird es noch ein drittes Konstrukt dieser Art geben: Dann werden die Stadtschule Biedenkopf und die Mittelpunktschulen Breidenbach und Steffenberg zu Verbundsschulen.

Die Zahlen an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Marburg bleiben relativ konstant, berichtet Burkhard Schuldt vom staatlichen Schulamt. Bei den Realschulen beziehungsweise beim Realschulzweig gibt es die größte Veränderung mit minus 358 Schüler gegenüber dem vergangenen Schuljahr.
„Inklusion“, das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung, ist weiterhin ein Thema, mit dem sich am staatlichen Schulamt Jutta Wagner beschäftigt. „Es werden wieder mehr Schüler berücksichtigt und das an mehr Schulen“, sagt Wagner.

Auch in dieser Hinsicht bestätigt der Landkreis die Aussagen der Ministerin von unter der Woche, dass inklusiver Unterricht weiter zunehme.
„Nur in einem Punkt weichen wir hier von den hessischen Zahlen ab“, sagt Müller. Hessenweit steigt die Gesamtzahl der Schulen mit Ganztagsangebot auf insgesamt 917 und damit auf mehr als 50 Prozent der Schulen. „Da liegen wir im Landkreis nur bei 33 Prozent“, so Müller. Er weist aber auch darauf hin, dass es noch andere Träger gebe mit „hervorragenden Betreuungsangeboten“.
Echte Ganztagsschulen gibt es im Kreis weiterhin nur zwei: Die Integrierte Gesamtschule Wollenbergschule Wetter und die Gesamtschule Niederwalgern.

von Götz Schaub

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