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Weitere Uni-Bauten im Tal und am Berg

Campus Weitere Uni-Bauten im Tal und am Berg

An der Uni wird weitergebaut: Drei Gebäude, die ab dem kommenden Jahr im Lahntal und auf den Lahnbergen errichtet werden, standen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Info-Veranstaltung von Stadt und Universität.

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Neben dem Sprachatlas sollen auf dem früheren Brauereigelände zwei weitere Bauten, das Seminargebäude (rechts) und das DDK (daneben) gebaut werden.

Quelle: Architekturbüro

Marburg. Nur wenige Monate­ nach der offiziellen Einweihung für den neuen Sprachatlas tut sich wieder etwas auf dem ehemaligen Brauereigelände am Pilgrimstein. Wenn die Genehmigungs- und Ausführungsplanung nach Plan läuft, dann ist der Baubeginn für das neue Deutsche Dokumentationszentrum Kunstgeschichte­ (DDK) und das direkt daneben geplante zusätzliche Seminargebäude der Universität Anfang 2018. Das Investitionsvolumen für Bau und Ausstattung beläuft sich auf 18,7 Millionen Euro. Die Kosten tragen der Bund und das Land Hessen jeweils zur Hälfte. Das Gebäude soll insgesamt rund 2500 Quadratmeter Nutzfläche umfassen, allein 821 Quadratmeter sind für Archive vorgesehen. Im Jahr 2020 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Das Seminargebäude mit acht Räumen für 60 bis 100 Personen soll dem steigenden Bedarf an großen Seminarräumen Rechnung tragen. Die Gesamtbaukosten von rund 7,2 Millionen Euro werden durch die dritte­ Phase des Programms Hochschulpakt 2020 Invest finanziert. Architekt Raoul Kunz vom Architekturbüro Dichter aus Berlin stellte bei der Campus-Info-Veranstaltung im Uni-Hörsaalgebäude vor rund 100 Zuhörern die Grundzüge der Planung vor, für die sein Architekturbüro den ersten Preis in einem städtebaulichen Wettbewerb erhalten hatte und die ab dem kommenden Frühjahr umgesetzt werden soll. So solle das an den Alten Botanischen Garten angrenzende quergestellte Seminargebäude für einen klaren Abschluss sorgen und eher das Ländliche symbolisieren. Die Fassade solle aus „gut alterndem Material“ hergestellt werden.

In Kombination mit einem Satteldach solle der Charakter eines Landhauses betont werden. Für den Übergang zur Stadt und zum Parkhaus hin habe man eine eher „städtische Gestaltung“ für das „Deutsche Dokumentationszentrum Kunstgeschichte“­ gewählt, in das das Bildarchiv Foto Marburg einziehen soll. Das aus zwei Teilen bestehende viergeschossige Gebäude solle als Kontrast dazu eine moderne, glatte und scharfkantige Fassade erhalten. Zudem solle es mit einem Innenhof versehen werden, der eine kaskadenartig angeordnete Abfolge von Terrassen enthalte. In der anschließenen Diskussion gab es von Hartmut Lange (IG Marss) Lob für die Fassadenpläne. Er fragte aber nach, ob die Architekten auch die Einhaltung der ­Planung garantieren könnten.

Busspur auf Lahnbergen

Schließlich sei diese bei ­anderen Uni-Bauten wie dem Sprachatlas oder der noch im Bau befindlichen Uni-Bibliothek nicht immer so der Fall ­gewesen, merkte Lange an.

Architekt Kunz gestand zu, dass die Verwirklichung der ­architektonischen Pläne immer wieder eine Gratwanderung zwischen den Ideen und den Vorstellungen und finanziellen Möglichkeiten der Auftraggeber bedeute.

Der Abschluss für das Großprojekt Bibliotheks-Neubau steht jedenfalls vor dem Ende,­ wie Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause ankündigte. Voraussichtlich im Sommer 2017 solle der Bau fertiggestellt sein. Nach dem Umzug der Bücher vom alten „Silberwürfel“ und anderen Teilbibliotheken in das neue Gebäude hoffe man dann, die neue UB zum Start des Wintersemesters im Oktober kommenden Jahres zu eröffnen. Auch auf den Lahnbergen wird weitergebaut, nachdem dort zuletzt unter anderem der Neubau Chemie eingeweiht worden. Als nächstes Großprojekt ist dort der Neubau des Zentrums für Synthetische Mikrobiologie (Synmikro) vorgesehen. Projektleiterin Kerstin Tschorn vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH, ehemals Staatsbauamt) stellte den Stand der Planungen vor. Der neue Synmikro-Bau solle voraussichtlich ab ­Januar 2017 in unmittelbarer Nähe des zwischenzeitlich errichteten Modul­baus „Synmikro“ gebaut werden.

Der viergeschossige Bau mit einem Innenhof sei ein „sehr strukturiertes Gebäude“. Im unteren Geschoss soll ein zentraler Vortragsraum eingerichtet werden. Ansonsten bestimmen jeweils einheitlich angeordnete Labore, Büros und Konferenzräume vorwiegend das Bild der oberen drei Etagen. ­Eine Dachterrasse in der zweiten Etage sowie einige behutsame Farbgestaltungen in den „Synmikro“-Farben im Untergeschoss bieten Abwechslungen.

Ebenfalls auf den Weg gebracht werden soll jetzt im Campus Lahnberge der Ausbau der Busspur sowie die Verlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen.­ Baubeginn für diese „Infrastrukturmaßnahmen ist im Mai 2017, beendet werden sollen die ­Arbeiten Ende 2019.

Geplant ist, ausgehend von einem Kreisverkehr auf der ­Panoramastraße, eine zentrale Busspur entlang der zentralen ­naturwissenschaftlichen Institute im Campus verlaufen zu lassen. Entlang einer sieben Meter breiten Fahrbahn, die den Bus-Begegnungsverkehr ermöglicht, sollen zwei Haltstellen angelegt werden, erläuterte Detlef Strack (LBIH). In der Nähe des bereits jetzt errichteten Parkhauses für die neue Chemie soll zudem eine neue „Parkpalette“ errichtet werden, die die Park-Kapazität von 360 auf 600 Autos erhöht.

von Manfred Hitzeroth

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