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Weiter ringen um Millionenspende

Schlossaufzug Weiter ringen um Millionenspende

Nachdem die OP exklusiv berichtete, dass die Familie Pohl mit OB Vaupel in Verhandlungen über die Verwendung einer Spende des verstorbenen Reinfried Pohl steht, gibt es offenbar keine Signale vom Magistrat.

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Offenbar gibt es weiterhin keine Einigung für neuen Verwendungszweck der Pohl-Spende.

Quelle: Ricarda Schick

Marburg. Für vier Millionen Euro sollte ein Schrägaufzug zum Schloss gebaut werden. Das hatte sich der Marburger Ehrenbürger, DVAG-Patriarch Dr. Reinfried Pohl, gewünscht, der diese Summe an die Stadt spendete und damit für eine große Debatte in Marburg gesorgt hatte. Seinen Vorschlag fanden Ende 2011 / Anfang 2012 auch Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und weitere Kommunalpolitiker verschiedener Fraktionen sehr gut.

Doch die Umsetzung des Vorhabens wird in den nächsten zehn Jahren nicht möglich sein, erklärte Vaupel im OP-Gespräch. Wie die OP exklusiv berichtete, stehen die Pohl-Erben daher in Verhandlungen mit OB Vaupel über die Verwendung des Geldes.

Die Familie will offenbar, dass die Sache im Sinne des Spenderwillens noch in Vaupels Amtszeit geklärt wird. Dies ist dem Rathauschef, der Ende November in den Ruhestand geht, nach Recherchen der OP bereits seit Monaten bekannt.

Schalauske: Magistrat 
wird vorgeführt

Familie Pohl würde das Geld lieber für andere wohltätige Zwecke in der Stadt verwenden. Damit wäre die Finanzierung des Schlossaufzugs aber nicht vom Tisch – die Erben würden das Geld noch einmal bereitstellen, sobald die Stadt den Bau vorantreibt. Die Stadt könnte von einer Rückgabe also doppelt profitieren. Vaupel hält sich bedeckt.

Mit harscher Kritik reagierte am Dienstag dagegen der Stadtverordnete der Marburger Linke, Jan Schalauske. „Es rächt sich jetzt, dass sich SPD, CDU, FDP und letztlich auch die Grünen auf den Spenden-Deal eingelassen haben und für das Versprechen auf vier Millionen Euro die Unabhängigkeit der kommunalen Demokratie einem Spenderwillen untergeordnet haben.“

Die Entscheidung der Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung, eine geänderte Verwendung der Spende nur im Rahmen des Spenderwillens vorzunehmen, zeige sich „nun als höchstproblematisch. Die Erben von Reinfried Pohl nutzen diese Situation und setzen die demokratisch gewählte Stadtregierung unter Druck und führen ihre Repräsentanten vor“, so Schalauske.

Kritik, aber aus gänzlich anderer Ansicht, äußert auch die CDU. Der Umgang mit der Millionenspende des Marburger Ehrenbürgers und Mäzens „war und ist unwürdig. Marburg hat sich deutschlandweit blamiert, weil man ein Geschenk in dieser Größenordnung derart kritisiert hat“, erklärte CDU-Fraktionschef Wieland Stötzel am Dienstag.

Die CDU bedauert, „dass der berechtigte Wunsch des Spenders, die Schlossanbindung nachhaltig zu verbessern, von der rot-grünen Koalition noch nicht weiter vorangetrieben wurde“. Die Enttäuschung der Familie Pohl könne man gut nachvollziehen, so Stötzel weiter.

von Anna Ntemiris

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Pohl-Erben verhandeln mit Vaupel um Millionenspende

Kurz vor Ende der Amtszeit muss Egon Vaupel nach OP-Recherchen noch eine ungeklärte Angelegenheit regeln: Familie Pohl erinnert ihn an die Millionen-Spende des verstorbenen Reinfried Pohl für einen Schlossaufzug.

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