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Weinbach und Kahle sagen Ade

Stadtparlament Weinbach und Kahle sagen Ade

Zum Abschied gab es Medaillen: Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) und Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach wurden von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies geehrt.

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Dr. Kerstin Weinbach (SPD) und Dr. Franz Kahle (Grüne) saßen zum letzten Mal als Hauptamtliche gemeinsam auf der Magistratsbank. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Eher einen geruhsamen Abend verbrachten die beiden scheidenden Hauptamtlichen am vergangenen Freitag in ihrer jeweils letzten Parlamentssitzung. So saßen sie sogar meistens gar nicht mehr auf der Magistratsbank, die für beide mehr als ein Jahrzehnt ihre „Heimat“ im Stadtparlament war. Dafür nahmen Franz Kahle und Kerstin Weinbach dann vor der Tür oder in der „Hohen Kante“ Glückwünsche zum Abschied entgegen.

Erst nach allen Aussprachen und Abstimmungen war es Zeit für die beiden Protagonisten der rot-grünen Rathauskoalition, endgültig Ade zu sagen. Rathauschef Dr. Thomas Spies ließ es sich nicht nehmen, nach einem einstimmigen Beschluss des Magistrats, beide mit der Verdienstmedaille der Stadt Marburg auszuzeichnen.

Dr. Franz Kahle hatte seine Amtszeit 2001 als Stadtrat begonnen und war seit 2005 Bürgermeister der Stadt. Dr. Kerstin Weinbach war seit 2005 Stadträtin. Wohl weil Spies nur einen geringen Teil der Wegstrecke mit Kahle und Weinbach gemeinsam im hauptamtlichen Magistrat gearbeitet hat, fielen die Lobreden nicht so persönlich aus. Spies hob aber noch einmal die Punkte hervor, mit denen sich aus seiner Sicht die ausscheidenden Kommunalpolitiker besonders hervorgetan hätten. Bei Franz Kahle nannte der OB unter anderem den Ausbau der Kindertagesstätten, der viel zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beigetragen habe, sowie den Anstoß zu der auch international beachteten Marburger Solarsatzung – auch wenn diese „weitsichtige Satzung“ letztlich am Hessischen Landtag gescheitert sei. Zu Kerstin Weinbachs politischen Wegmarken zählte Spies unter anderem den Einsatz für die Neustrukturierung des Dienstleistungsbetriebes Marburg (DBM) sowie die Weichenstellung für die Entwicklung des Waggonhallenareals und für das erfolgreiche kulturelle Zusammenwachsen in der neu eröffneten Marburger Stadthalle.

Wie üblich durften auch die Geehrten noch Dankesreden halten. Dabei stieß die Ankündigung Kahles, keine lange Rede zu halten, auf ein enttäuschtes „Ooooooohhh“ des gesamten Parlaments. Der scheidende Bürgermeister betonte, dass es für ihn insgesamt eine spannende und schöne Zeit in der politischen Verantwortung gewesen sei. Kurios sei es allerdings, dass es zu seinem Abschied keine Zusammenarbeit von Rot und Grün mehr gebe.

„Wir hatten Streit, aber auch lustige Debatten“, sagte Kahle über die Arbeit im Parlament. Gelegentlich hätten manche Debatten-Teilnehmer über die Stränge geschlagen. Dabei nahm sich der Bürgermeister auch selbst nicht aus. Wenn er in einer seiner Reden Kontrahenten persönlich verletzt habe, dann entschuldige er sich jetzt dafür, meinte Kahle versöhnlich. Wer ordentlich austeile, solle aber auch nicht eine Mimose sein, wenn er im Gegenzug etwas einstecken müsse. Im Endeffekt hätten es die Parlamentarier aber immer noch geschafft, auch nach heißen Sitzungen wieder gemeinsam ein Bier trinken zu können.

Sehr viel kürzer als Kahles Abschiedsrede fiel Weinbachs Fazit aus. Ihre Zeit als Stadträtin sei „in der Regel unterhaltsam“ gewesen und habe großen Spaß gemacht, bilanzierte die Sozialdemokratin. Am Ende gab es noch zahlreiche Geschenke für Kahle und Weinbach Abschiedsgespräche bei einem Empfang auf der Empore.

von Manfred Hitzeroth

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