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Weil es hilft: Marburger spenden Blut

Samstag ist Weltblutspendetag Weil es hilft: Marburger spenden Blut

Laut Bundesärztekammer ist es ein "Akt gelebter Solidarität": Blutspenden können Leben retten. "Nicht von ungefähr", sagt Professor Ulrich Sachs, ist der 14. Juni Weltblutspendetag.

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Mareike Wampen bei der Blutspende. Die Lehramtsstudentin spendet regelmäßig um anderen Menschen damit zu helfen.Foto: Peter Gassner

Marburg. „Man tut damit ja etwas Gutes“, erklärt Lehramt-Studentin Mareike Wampen, warum sie zur Blutspende geht. Regelmäßig, „mindestens dreimal im Jahr“ fährt sie auf die Lahnberge, um im Uniklinikum zu spenden. „Man fühlt dabei überhaupt nichts“, sagt die 23-jährige, die nach eigenem Bekunden noch nie Kreislaufprobleme oder andere Beschwerden hatte. „Es gibt ja immer viele Horrorgeschichten, aber irgendwann bin ich mal mit Freunden mitgegangen und es war nicht so schlimm wie ich dachte“. 28 Euro bekommt sie beim Uniklinikum pro Spende, bei der 0,5 Liter rote Blutkörperchen in 10 Minuten abgepumpt werden. Geld, dass „natürlich nicht zu verachten“ sei. Dennoch sei es eher Nebensache, sagt Wampen, die früher bereits ohne Bezahlung beim Roten Kreuz spenden war. Die Bezahlung der Spenden ist in der Branche umstritten.

„Wir sehen es als Aufwandsentschädigung für die Zeit und für die manchmal weite Anfahrt hoch auf die Lahnberge“, erklärt Professor Ulrich Sachs, Leiter des Zentrums für Transfusionsmedizin und Hämotherapie am UKGM. Jährlich finden dort etwa 19000 Blutspenden statt. Um der Maxime des Instituts „Marburger Blut für Marburger Patienten“ gerecht zu werden und keine Konserven vom Roten Kreuz dazukaufen zu müssen, würden jedoch rund 4000 bis 5000 Spenden benötigt, erläutert Sachs. Gerade in dem Sommermonaten, wenn Schul- und Semesterferien sind, gebe es häufig nicht ausreichend Spender. Die „planbare Versorgung“ etwa bei länger vorhersehbaren Operationen, muss dann aufgeschoben werden. In einer Studentenstadt wie Marburg falle dies besonders ins Gewicht, circa 60 Prozent der Spender seien Studierende. Dass der Weltblutspendetag kurz vor Beginn der Ferien liege sei daher möglicherweise nicht ganz zufällig.

Bevor ein potenzieller Spender an die mechanische Pumpe angeschlossen werden kann, muss er zunächst einen Fragebogen zu seiner Gesundheit ausfüllen und sich von einer Ärztin vor Ort durchchecken lassen, um Risiken zu vermeiden. Die Spende an sich sei dann „ganz unspektakulär“. Die Menge von einem halben Liter sei so festgelegt, dass „kein messbarer Volumeneffekt“ zu spüren sei. Je mehr der Spender wiege, desto unbedenklicher sei die Entnahme. Das Mindestgewicht liegt daher bei 50 Kilogramm. Nach der Spende sollte die Person nach Möglichkeit noch eine halbe Stunde im Wartebereich bleiben, damit bei unvorhergesehenen Problemen schnell reagiert werden kann. Das Klinikum bietet für diesen Zeitraum Getränke und auch etwas zu essen an - nicht aus medizinischen Gründen, sondern „zum Wohlfühlen“, so Sachs. Bereits nach zwei Stunden sei aber eigentlich das volle Blutvolumen wiederhergestellt sagt Sachs, selbst ein wenig Sport oder Alkohol seien dann wieder möglich, auch wenn davon abgeraten werde. Übertreiben könne man nicht, so der Arzt: „Einen Marathon sollte man nach der Spende nicht laufen.“

Kein riesiger Aufwand also, doch ein großer Effekt. „Es gibt keinen Ersatz für Blut“, sagt Sachs, doch „jeder kann in die Situation kommen welches zu brauchen“. Behandlungen, etwa in der Unfallchirurgie lassen sich nicht zeitlich aufschieben.

von Peter Gassner

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