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Wehrdaer wollen länger baden

Hallenbad Wehrda Wehrdaer wollen länger baden

Der Kampf um eine Ausweitung der Öffnungszeiten im Hallenbad Wehrda geht weiter. Die Zusatzkosten für die Umsetzung der Forderungen einer Bürgerinitiative würde 120000 Euro pro Jahr betragen, teilte die Stadt mit.

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Längere Öffnungszeiten im Hallenbad Wehrda fordern Mitglieder einer Bürgerinitiative. Foto: Ina Tannert

Marburg. Seit der Renovierung des Hallenbades im Marburger Stadtteil Wehrda vor einigen Jahren wird der Ruf nach längeren Öffnungszeiten aus Wehrda immer lauter. Bereits Anfang 2012 stand der Punkt auf der Agenda im Stadtparlament - ohne Erfolg. Seit diesem Jahr nimmt sich eine Bürgerinitiative des Themas an und hat klare Forderungen aufgestellt. Anstatt wie bisher am Wochenende nur am Vormittag und zweimal im Monat nachmittags, solle das Bad samstags und sonntags von 9 Uhr bis 19 Uhr der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und in den Schulferien täglich geöffnet haben, so die Forderung.

Für dieses Anliegen sammelte die Initiative Anfang des Jahres mehr als 1000 Unterschriften in Wehrda. „Wir hätten mit der Unterschriftensammlung locker weitermachen können, bis heute kommen noch Anfragen“, teilte Gabriele Borgemeister von der Bürgerinitiative im Gespräch mit der OP mit. Am vergangenen Dienstag traf sich die Bürgerinitiative mit der Bäder-Dezernentin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) sowie mit Bäder-Chef Rolf Klinge, um das Thema weiter zu vertiefen.

Das Ansinnen der BI könne sie gut nachvollziehen, die Öffnungszeiten sind mittlerweile ein Dauerthema, sagte die Stadträtin auf Nachfrage der OP, aber „es ist eine politische Entscheidung und die trifft schlussendlich das Parlament“.

Ein erster Erfolg: seit diesem Jahr ist das Bad durch die Initiative aus Wehrda auch an den Randwochenenden vor und nach den Ferien geöffnet, allerdings nicht im Sommer, teilte die Stadträtin mit. Mehr sei mit dem aktuellen Personalstand zurzeit nicht machbar. Die Priorität des öffentlichen Badebetriebs und des dafür erforderlichen Personals liege für die Stadt seit jeher beim Aquamar. Das Bad in Wehrda stehe vor allem Vereinen und Schulen zur Verfügung.

Sollte das Parlament eine Ausweitung der Öffnungszeiten beschließen, müsste die Stadt zwei weitere Stellen für ausgebildete Fachkräfte sowie weitere Mittel für die Reinigung zur Verfügung stellen. Die Kosten für den Mehraufwand würden sich auf etwa 120000 Euro belaufen, bestätigte die Verwaltung auf Nachfrage der OP. Im Vergleich zu den aktuellen Großprojekten der Stadt erscheine diese Summe geradezu minimal und sei absolut vertretbar, sind die Mitglieder der BI überzeugt. „Das ist eine bescheidene Forderung“, betonte etwa Johannes Linn. Insbesondere, wenn sich durch verlängerte Öffnungszeiten die Einnahmen des Bades erhöhen ließen.

Bad zu unbekannt?

Dieses sei der Öffentlichkeit nach wie vor zu wenig bekannt. Viele Marburger seien sich der Schwimmalternative im Norden der Stadt gar nicht bewusst, das Bad würde geradezu verschwiegen und immer noch „als schlafendes Kind behandelt“, sagte Ortsvorsteher Dirk Vaupel (CDU). Mit einer stärkeren Bewerbung könnte der Mehraufwand für die Stadt weiter begrenzt werden.

Alternativ entwickelten die Wehrdaer ein weiteres Betriebsmodell für ihr Bad: anstelle des Ganztagsangebotes könnte dieses zumindest in den Ferien täglich von 14.30 Uhr bis 19.30 Uhr für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. „Dann könnten etwa die Kinder am Nachmittag, das arbeitende Klientel das Bad am Abend nutzen, alle hätten was davon“, sagte Gabriele Borgemeister. Die Mehrkosten würden sich in diesem Fall etwa um zwei Drittel reduzieren.

Ihre Pläne für das Schwimmbad würde auch die Zeiten, in denen dieses ausschließlich den Vereinen, Schulen und anderen Organisationen zur Verfügung steht, in keiner Weise schmälern. Im Gegenteil: auch diese profitierten von weiteren Badezeiten in den Ferien, so die BI-Mitglieder und betonen: „Wir haben hier ein wunderbar saniertes, attraktives und familienfreundliches Hallenbad. Diese Kapazitäten sollten auch genutzt werden.“ Nur ein einziges durchgehend geöffnetes Hallenbad sei für eine Stadt in der Größenordnung Marburgs ihrer Meinung nach nicht zu vertreten. Gespannt warten die Wehrdaer nun auf den 2. Oktober, denn dann kommt das Thema auf den Tisch der Sport- und Bäder-Kommission, die als Beratungsorgan des Magistrats über eine mögliche Ausweitung der Öffnungszeiten sprechen wird, teilte die Stadt mit.

Falls ihr Anliegen dort keinen Zuspruch findet, will sich die BI an die verschiedenen Marburger Fraktionen wenden, um weitere Anträge in der Stadtverordnetenversammlung zu erreichen.

von Ina Tannert

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