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Wehrda-Kita zum zweiten Mal Unfallort

Straßenverkehr Wehrda-Kita zum zweiten Mal Unfallort

Geschichte hat sich wiederholt: Zum zweiten Mal ist das Kinderzentrum "Weißer Stein" in Marburg durch ein Auto beschädigt worden. Der Unfallhergang am Montagvormittag ist fast identisch mit einer Vorfall im September 2014.

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Wie am Montag, krachte bereits 2014 ein Auto in die Kita.

Quelle: Archiv

Marburg. Eine 86-Jährige krachte am Montag, da sie Vor- und Rückwärtsgang ihres Automatikgetriebes verwechselte, in das Kinderzentrum. Sie fuhr über den Grünbereich in einen Gruppenraum – so, wie es bereits Mitte September 2014 geschah.

Damals knallte eine 79-Jährige, nachdem sie eine Hecke samt Grünfläche überfuhr in das Gebäude. Auch vor zwei Jahren verwechselte die Unfallverursacherin Bremse und Gaspedal, krachte beim Einparken in die verglaste Außenfassade des Hauses in der Magdeburger Straße und kam mit ihrem Mercedes ebenfalls in dem Gruppenraum zum Stehen. Verletzt wurde niemand, da wenige Minuten zuvor alle Kinder und Betreuer das Kinderzentrum verlassen hatten.

Schaden vor zwei Jahren: 42 000 Euro, in diesem Jahr circa 50 000 Euro. Eine Gruppe von 15 Jungen und Mädchen musste damals vorübergehend in anderen Räumen untergebracht werden.

„Wir werden nun zügig Sicherheitsmaßnahmen umsetzen. Vor allem wird es eine Leitplanke und nur noch abschließbare Parkplätze geben, die den Mitarbeitern dienen“, sagt Christine Scholz, Kaufmännischer Vorstand des Kinderzentrums auf OP-Anfrage. Die Kinder seien gestern weit genug vom Unfall entfernt, also nicht unmittelbar gefährdet gewesen. Eltern hätten „betroffen“ auf den Vorfall reagiert, für den Tagesbetrieb habe der Unfall im Gegensatz zu von vor zwei Jahren „gar keine Konsequenzen“. Für die 86-jährige Fahrerin wird der Unfall wohl Folgen haben: Die Straßenverkehrsbehörde ist laut Polizei bereits über den Vorfall informiert worden, die Behörde habe die Aufgabe, nun die Fahrtauglichkeit der Seniorin zu prüfen. Schon 2014 entbrannte nach dem Kita-Unfall in ganz Marburg eine Debatte über die Fahrtauglichkeit älterer Menschen (OP berichtete).

Wenn Menschen, die über 75 Jahre alt sind, in Unfälle verwickelt sind, haben sie diese zu 75 Prozent selbst verursacht, stellten Unfallforscher der Allianz-Versicherung zuletzt in einer repräsentativen Umfrage fest. Laut Statistischem Bundesamt geschieht fast jeder fünfte Unfall, an dem die Altersgruppe beteiligt ist, beim Rückwärtsfahren, Wenden und Ein- sowie Anfahren. Insgesamt sind die Menschen, die über 75 Jahre alt sind aber nicht diejenigen, die am häufigsten Schuld an Verkehrsunfällen sind – obgleich diese Zahl seit Jahren steigt.

von Björn Wisker

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Vorwärts- und Rückwärtsgang verwechselt
Das Auto der 86-Jährigen kam im Kita-Gruppenraum zum Stehen.

Dank glücklicher Umstände endete ein Unfall am Montag in Wehrda ohne Verletzte.

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