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Wehr sorgt sich über Ausrückzeiten

Nordstadt Wehr sorgt sich über Ausrückzeiten

Nach Auswertung der Stadt kam es seit Beginn des Verkehrsversuchs im Nordviertel bei Alarmierungen der Feuerwehr aber zu keinen nennenswerten Zeitkonflikten.

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Vor kurzem übte die Marburger Feuerwehr im Welcome-Hotel am Pilgrimstein den Ernstfall. Aufgrund der Nordstadt-Staus gibt es bei Kommunalpolitikern, aber auch Feuerwehrleuten Sorge, rechtzeitig am Einsatzort zu sein.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. „Wir befürchten, dass die Feuerwehr und die übrigen Rettungsdienste länger für die Durchfahrt in den Bereichen des Verkehrsexperiments benötigen“, sagt Marburgs FDP-Vorsitzender Christoph Ditschler.

Nach OP-Informationen liegen sowohl der Feuerwehr-Führung als auch dem Magistrat Schreiben von Einsatzkräften vor, die Probleme durch die neue Verkehrsreglung ansprechen.

Oberbürgermeister und Brandschutzdezernent Dr. Thomas Spies bestätigt OP-Informationen, dass sich der 2. Zug der Feuerwehr Marburg-Mitte mit der Sorge an ihn gewandt habe, es könnte aufgrund der veränderten Verkehrsführung zu einer Beeinträchtigung der Anrückzeiten kommen.

Er nehme diese Bedenken ernst, sagte Spies. „Wir werden deshalb die Gesamtentwicklung im Bezug auf die Hilfsfristen sehr genau beobachten und gemeinsam mit der Feuerwehr nach Lösungen suchen.“

Anrückzeiten seit 2009 kontinuierlich verschlechtert

Die Anrückzeiten hätten sich seit 2009 kontinuierlich verschlechtert, seit Beginn der neuen Verkehrsführung in der Nordstadt sei aber keine signifikante Änderung eingetreten. Im Jahresmittel 2014 wurde in einem von zehn Fällen die Hilfsfrist von 10 Minuten durch die Marburger Feuerwehr überschritten.

Für den Bereich der 2. Zuges in der Wilhelm-Roser-Straße wurde laut Spies bei lediglich einem von 14 Einsätzen die Hilfsfrist aufgrund der Verkehrslage um eine Minute überschritten.

Dirk Bamberger, in Personalunion CDU-Spitzenkandidat für die Kommunalwahl und Wehrführer der Feuerwehr MarburgMitte, hat eine andere Wahrnehmung: „Die Behauptung, dass es für die Rettungsdienste und die Feuerwehr bislang keine nennenswerte Beeinträchtigungen gibt, ist schlichtweg falsch“, schreibt Bamberger in einem „Facebook“-Beitrag.

„Während bisher die Marburger „Rush-hour“ zu noch immer vertretbaren zeitlichen Verzögerungen führte“, schreibt Bamberger weiter, „ist mittlerweile das Aus- und Anrücken der Feuerwehrkräfte innerhalb der gesetzlichen Hilfsfristen deutlich erschwert!“

Einsatzkräfte berichten der OP zudem, dass sich die Anrückzeiten der rund um die Nordstadt wohnenden Ehrenamtlichen - speziell zum Feuerwehrstützpunkt Wilhelm-Roser-Straße - verlängert hätten. Zum anderen würden die Einsatzfahrzeuge regelmäßig im Stau feststecken, da die Autos, etwa aufgrund von neu gebauten Verkehrsinseln und Verengungen, kaum noch ausweichen könnten.

Sperrung der Weidenhäuser Brücke bringt neue Probleme

Wehr-Mitglieder sorgen sich zudem, dass mit der 2017 beginnenden Sperrung der Weidenhäuser Brücke der Bereich rund um die Bahnhofstraße noch stärker frequentiert wird - was die Ausrückprobleme verschärfen könnte.

Der erste Zug vom Standort Hauptfeuerwache könnte den Innenstadtbereich westlich der Lahn nur noch mit erheblichen zeitlichen Verzögerungen über Schützenpfuhl- oder Elisabethbrücke versorgen, erläutern freiwillige Brandbekämpfer im OP-Gespräch.

Die FDP sieht das ähnlich. „Die Vollsperrung erscheint uns hinsichtlich der Feuerwache am Erlenring als die falsche Option“, sagt Ditschler.

Der Magistrat weist hingegen darauf hin, dass die Sanierungsarbeiten und die Konsequenz für die Rettungsdienste mit der Innenstadt-Feuerwehr abgesprochen seien.

von Björn Wisker

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