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Wechsel an der Hochwasserfront

Rückkehr und Abfahrt Wechsel an der Hochwasserfront

Für die heimischen Helfer, die von vergangenem Dienstag an in Brandenburg im Einsatz waren, endete der Hochwasser-Dienst am Samstag mit der Rückkehr in den Landkreis. Sieben Helfer waren zur gleichen Zeit von Marburg nach Magdeburg unterwegs.

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Marburg. Hilfe aus allen Teilen der Republik wird in den Hochwassergebieten weiterhin dringend benötigt - und wenn die einen nach Tagen des Kampfs gegen die Flut gehen, dann ist die Ablösung schon unterwegs. „Trotzdem ist das nicht leicht“, berichtete Stephan Schienbein, Sprecher der heimischen Feuerwehren, über die Gefühle, die die Männer und Frauen der heimischen Feuerwehren, von DRK und DLRG auf ihrer Heimreise am Samstag begleiteten. „Als wir mittags abgefahren sind, wussten wir ja gar nicht, wie es weitergeht für die Menschen dort - und in den vergangenen Tagen hatte sich schon eine Verbindung aufgebaut. Es war so, als würden wir sie ihrem Schicksal überlassen, obwohl wir wussten, dass neue Helfer kommen“, sagt Schienbein.

Doch bei aller Sorge kehrten die Helfer auch mit einem großen Glücksgefühl zurück: „Wir waren ausgepowert und so zufrieden, weil wir wirklich helfen konnten durch unseren Einsatz“, erzählt Schienbein und blickt zurück auf die letzten 24 Stunden im Gebiet rund um Mühlberg in Brandenburg.

Am Freitagnachmittag halfen die heimischen Einsatzkräfte bei der Deichsicherung in Martinskirchen. „Da gab es eine Undichtigkeit und die Kräfte vor Ort waren schon stundenlang dabei, Sandsäcke zu verbauen, als wir dazukamen“, berichtet der Feuerwehrsprecher. Die Lage habe sich dann noch mal dramatisch zugespitzt: Die Männer und Frauen mussten den Deich fluchtartig verlassen, weil er zu durchbrechen drohte. „Im Dauerlauf mussten wir einige hundert Meter zu unseren Fahrzeugen eilen und dann schleunigst abrücken“, blickt Schienbein zurück. Dann kam die Entwarnung. Der Deich hielt.

Siebenköpfiges Team des THW derzeit in Magdeburg

Abends galt es, bei Fichtenberg eine Baustraße hin zu einem Deich zu errichten, damit dieser mit Kies und Splitt verstärkt werden konnte. Danach hatten die Helfer bis zur Abfahrt am Samstagmittag Ruhe und Zeit, sich etwas zu erholen, bevor die Heimreise anstand. „Es war sehr anstrengend, gerade in der Nachtschicht zu Freitag haben wir bis zur Leistungsgrenze geholfen, den Deich bei Fichtenberg zu sichern - und er hält bislang“, sagt Schienbein, „das hat alle sehr glücklich gemacht“.

 

Während sich die Heimkehrer am gestrigen Sonntag schon etwas von fünf Tagen mit allzu wenig Schlaf erholen konnten, begann der Fluteinsatz für andere erst.

Ein siebenköpfiges Team des THW machte sich von Marburg aus auf den Weg ins Hochwassergebiet. Die Helfer warten vor Magdeburg auf den Einsatz - so lautete gestern Nachmittag die Nachricht aus der THW-Stelle in Marburg. „Wir wissen noch nichts Näheres“, erklärte der THWler Marcus Paulsen auf Anfrage der OP, „womöglich sind unsere Männer jetzt schon unterwegs zu ihrem Einsatzort.“

Am Samstagabend gegen 20.30 Uhr war die Truppe zunächst gen Bad Hersfeld aufgebrochen - dort befindet sich ein Sammelpunkt für Helfer, die im Hochwassergebiet gebraucht werden. Mit einem Fahrzeug und jede Menge Hilfsmaterial im Gepäck machten sich die THWler auf den Weg, Gert Kampfmann begleitet die Mannschaft als Gruppenführer. Sonntagfrüh gegen 6 Uhr hatten sie Magdeburg erreicht, das genaue Ziel war gestern noch nicht bekannt.

„Unsere Leute werden beim Füllen von Sandsäcken, beim Deichbau oder vielleicht auch schon bei Pumparbeiten helfen - dort, wo sie gebraucht werden“, sagte Paulsen.

von Carina Becker

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