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Wasser verwüstet Uni-Gebaüde

Schaden in der Radio-Chemie Wasser verwüstet Uni-Gebaüde

Über Stunden liefen im vierten Stock eines der Gebäude des Fachbereichs Chemie auf den Lahnbergen ungehindert mehrere Kubikmeter Wasser aus, hinterließen eine Spur der Verwüstung.

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Vollgesogene Dämmstoffbrocken und durchnässte Computer in den Büros der Radiochemie.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Eigentlich ist die Dusche im vierten Stock des Gebäudes J in der Hans-Meerwein-Straße auf den Lahnbergen nur für den Notfall da. Sie wird dann benutzt, wenn es in einem Labor zu einem Unfall kommt, bei dem ein Mitarbeiter oder seine Kleidung in Brand gerät und schnell gelöscht werden muss.
In der Nacht zum Sonntag bis zum frühen Morgen lief Wasser aus dieser Notdusche jedoch ohne Grund ungehindert aus. Das Warum ist noch völlig unklar, ebenso der Zeitpunkt, ab wann das Wasser aus der Dusche austrat.
Fest steht, so Professor Hartmut Jungclas, Strahlenschutzbeauftragter für die Kernchemie (Foto: Michael Hoff­steter), dass sich die Notdusche von der Feuerwehr mit einem Handgriff auch wieder abstellen ließ. Ob das Öffnen mutwillig geschah oder ob ein technischer Mangel vorlag, darüber könne man nur spekulieren, so der Strahlenschutzbeauftragte.

Die Feuerwehr wurde um 7:36 Uhr alarmiert

Es müsse nicht notwendigerweise bedeuten, dass jemand  das Ventil vorsätzlich geöffnet hat. Laut Jungclas habe es auch schon einmal während der Dienstzeiten in dem Gebäude eine „Selbstauslösung“ der Notdusche gegeben. Hintergrund ist, das der Wasserdruck in der Notdusche sehr hoch sein muss, damit im Ernstfall schnell gelöscht werden kann, erklärte Jungclas.
Professor Jungclas war von der um 7.36 Uhr alarmierten Feuerwehr gestern früh angerufen worden und sofort zum Ort des Geschehens geeilt. Der Wissenschaftler, der mit seinem Arbeitskreis Radiochemie in dem Gebäude seine Räume hat, zeigte sich gegenüber der OP erschüttert über den Zustand der Räume.

Woche beginnt mit Aufräumarbeiten

Das Wasser hat sich durch Decken und das Treppenhaus seinen Weg gebahnt und dabei nicht nur Büros unter Wasser gesetzt, sondern auch Computer und viele andere teure Spezialgeräte zerstört.
Vollgesaugte Brocken Dämmmaterials aus Zwischendecken liegt seit dem frühen Morgen auf Schreibtischen und Fußböden herum, das Wasser hat auch viele Akten durchnässt. „Es ist überhaupt noch nicht absehbar, wie hoch der Schaden an den Spezialgeräten und dem Gebäude sein wird“, sagt Professor Jungclas. Ebenso ist unklar, wann man dort wieder zur normalen Arbeit zurückkehren kann. Die betroffenen Stockwerke und der Keller wurden zwar von Feuerwehren aus Cappel, Ockershausen, Marburg-Mitte, Schröck und Bauerbach im Anschluss mit Wassersaugern und Tauchpumpen von Wasser befreit. Doch das scheint nur der Anfang zu sein. Die Woche beginnt für die Mitarbeiter der Radiochemie zunächst einmal mit Aufräumarbeiten, während die Polizei ermitteln muss, was die Ursache des Wasserschadens war.
Glücklicherweise blieben Räume, in denen radioaktive Stoffe gelagert werden, vom Wasser verschont, so Jungclas. Dennoch sei gestern noch die Aufsichtsbehörde, das Regierungspräsidium Gießen, über den Vorfall informiert worden.

von Michael Agricola

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