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„Was kostet das Leben?“

Bildungsprojekt „Was kostet das Leben?“

Zur Allgemeinbildung der Schuldenprävention an Schulen haben die Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf und die Emil-von-Behring-Schule ein neuartiges Lernkonzept ins Leben gerufen.

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Die freiwilligen Bildungskräfte Ute Köhler (rechts außen) und Ekkehard Schulze (3. von links) mit Lehrer Alexander Baumeister (3. von rechts) und Katja Kirsch (links außen) von der Freiwilligenagentur sowie den Schülern der 8. und 9. Klasse.Foto: Arnd Hartmann

Quelle: (c) Arnd Hartmann

Marburg. Was kostet das Leben und ist es wahr, dass ohne Moos nix los ist, lautete eine der zentralen Fragen, mit denen das Bildungsprojekt „Jugend ohne Schulden“ („JoSch“) Schüler der achten und neunten Klassen durch alltagstaugliches Kompetenzwissen an das Thema der Schuldenprävention heranführte.

Dass bereits jeder zehnte Jugendliche laut Bundesstatistik Geldschulden vorweisen kann, beschäftigte die Freiwilligen des Projektes sehr: „Neben Lebenshaltungskosten und finanziellem Allgemeinwissen ging es auch um die Wertigkeit von Geld“, berichteten die freiwilligen Projektengagierten Ute Köhler und Ekkehard Schulze.

Nach einem bestehenden Bildungskonzept für Schüler des Diakonischen Werks Offenbach-Dreieich-Rodgau möchte die Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf in Kooperation mit Schulen im Landkreis nun nach dem erfolgreichen Pilotprojekt an der Emil-von-Behring-Schule weitere freiwillige Menschen mit gewisser Lebenserfahrung zur Schülerbildung vermitteln. In jeweils drei Doppelstunden zu den Modulen Schuldenarten, Überschuldung und soziale Folgen, Kosten bei Smartphone- und Internetnutzung sowie die Funktion des Geldes und Haushaltsplanerstellung vermittelten Köhler und Schulze Wissen anhand vieler Praxisbeispiele. Bei allen Themen standen zudem die Risiken und deren Vermeidung im Vordergrund. „Jeder brachte aus seinem Erfahrungsschatz die Erkenntnisse mit ein“, sagte Köhler.

Die Lehrkraft für das Fach Arbeitslehre Alexander Baumeister sieht die Wichtigkeit des Projektes vor allem im Hinblick auf das spätere Berufsleben der Schüler: „Welche Folgen kann es beispielsweise haben, wenn ich nicht ausreichend mit meinem Geld haushalte?“

Die Tendenz in der Nachbesprechung der Bildungsaktion zeigte deutlich, dass die gelehrten wirtschaftlichen und finanziellen Inhalte im Umgang mit Existenzfragen bei den Schülern auf großes Interesse stießen. „Es wurde alles sehr anschaulich erklärt“, ergänzte Schülerin Melanie im Gespräch. „Von Beginn an war es uns besonders wichtig, die Bildungsangebote nicht unter einem Label von externen Interessensvertretern anzubieten, sondern auf freiwilliger Basis, um mit den Schülern dialogorientiert zu arbeiten“, sagte Schulze.

„Die Freiwilligenagentur sucht derzeit noch engagierte ältere Menschen, um künftige Projekte an weitere Schulen zu tragen“, ergänzte Katja Kirsch.

von Arnd Hartmann

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