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Was dürfen Mitreisende, und was dürfen sie nicht?

Bus und Bahn Was dürfen Mitreisende, und was dürfen sie nicht?

Streikende Fahrkartenautomaten, verspätete Züge, alkoholisierte Mitreisende, Füße auf dem Sitz oder Tiere unter dem Nachbarsitz. Wer oft mit Bus und Bahn unterwegs ist, kennt das. Was ist erlaubt und was geht gar nicht?

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Was ist Mitreisenden in Bus und Bahn erlaubt und was geht gar nicht?

Quelle: Archivfoto

Marburg. Die Deutsche Bahn verweist bei diesen Fragen verspätet – wie es ihre Art ist – auf ihre Homepage, auf der man die Antworten aus den „FAQs“ selber zusammensuchen kann. Nach dem Hinweis, dass dort viele unserer Fragen gar nicht beantwortet werden, werden wir freundlich aber bestimmt an den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) verwiesen, da ja sowieso die Bestimmungen der regionalen Verkehrsverbünde gelten. Dass unsere Leser auch außerhalb Hessens reisen, scheint dabei keine Rolle zu spielen. RMV-Sprecher Sven Hirschler beantwortet schließlich viele unserer Fragen.

Was ist wenn ...

 

... im Zug jemand Alkohol trinkt?

Junggesellinnen mit „Pikkolöchen“, Männerrunden mit Bier: Grundsätzlich ist der Alkoholkonsum in den Bussen und Bahnen des RMV erlaubt.

Es gibt aber auch hier Grenzen: Sobald sich andere Fahrgäste belästigt fühlen, kann das Betriebspersonal alkoholisierte Fahrgäste sofort von der Weiterfahrt ausschließen. Also: Alkohol ja, aber nur in Maßen.

 

... der Fahrkartenautomat am Gleis streikt?

Wenn der Fahrkartenautomat am Gleis streikt und weit und breit kein anderer zu sehen ist, sollte man am besten direkt im Zug die Zugbegleiter ansprechen. Sie sind in der Regel mit an Bord und dürfen in diesem Fall so kulant sein, eine Fahrkarte nachzulösen. „Wenn Sie Ihren nachfolgenden Fahrgästen einen Gefallen tun wollen, merken Sie sich bitte den Standort des Automaten und sagen sie diesen dem Zugbegleiter“, rät Hirschler. „So kann der Automat schnellstmöglich repariert werden.“

 

... es im Abteil kaum Platz für Gepäck gibt?

„Solange Sie nicht Ihren Umzug mit dem RMV planen, dürfen Sie zunächst einmal vieles mitnehmen“, sagt Hirschler augenzwinkernd. Neben Handgepäck ist dies zunächst einmal das Fahrrad – in seiner zusammengeklappten Variante sogar im Bus. Selbst Schlitten und Skier sind erlaubt – wenn das die Sicherheit und Ordnung des Betriebes nicht beeinträchtigt und die anderen Fahrgäste nicht gefährdet oder belästigt.
Fahrgäste müssen ihre mitgeführten Sachen so unterbringen, dass Sicherheit und Ordnung des Betriebes nicht beeinträchtigt und Fahrgäste nicht verletzt oder belästigt werden können. Deswegen hat im Streitfall immer das Betriebspersonal das letzte Wort, ob Sachen mitgenommen und an welcher Stelle sie untergebracht werden können.
„Was nicht mitgenommen werden darf, verbietet neben unseren Beförderungsbedingungen auch der gesunde Menschenverstand“, fährt Hirschler weiter fort. „Gefährliche Stoffe wie explosionsfähige, leicht entzündliche, übel riechende oder ätzende Substanzen und Gegenstände sind zum Beispiel verboten.“

 

... im Zug jemand laut Musik hört?

Das kennen wir alle: Dröhnende Musik aus den Handys oder MP3-Playern der Mitreisenden. Grundsätzlich gilt: Wer in Bussen und Bahnen Musik hören will, muss dazu Kopfhörer benutzen. „Wenn Sie dennoch Ihre Musik so laut hören, dass ihre Mitreisenden mitsingen können, gefährden Sie nicht nur Ihre eigene Gesundheit sondern stören auch die anderen Fahrgäste“, sagt Hirschler. Somit ist das Hören lauter Musik – auch über Kopfhörer – untersagt. Telefonieren darf man übrigens auch nur, wenn man Rücksicht nimmt. Schließlich kann es auch störend sein, die Gespräche von anderen Fahrgästen mitzubekommen.

 

... ich durch Verspätung den Anschlusszug verpasse?

Wer wegen eines verspäteten oder ausgefallenen Zuges den Anschluss verpasst, der kann ohne Aufpreis oder Kauf eines neuen Tickets einfach die nächste Verbindung nutzen. „Das gilt auch, wenn ein Fahrgast infolge eines Ausfalls oder einer Verspätung seine Anschlussverbindung verpasst“, versichert Hirschler. Erstattungen und Entschädigungen sind also möglich – sofern nicht Gründe ursächlich sind, die das Verkehrsunternehmen nicht zu vertreten hat. Hierzu zählen zum Beispiel Streik, Unwetter und Personenschäden.

 

... ich etwas im Zug liegen lasse?

Wer etwas im Zug verliert oder findet, sollte sich zuerst an die Zugbegleiter wenden, die dann weiterhelfen. „Wenn sich bis zum Ende einer Fahrt niemand meldet, der den Gegenstand verloren hat, wird die Fundsache an das Fundbüro des Verkehrsunternehmens übergeben, wo Sie es abholen können“, sagt Hirschler. Sie erreichen es unter Telefon 0 69/24 24 80 24.

 

... es zu heiß oder zu kalt im Zug ist?

„Im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt: Wer kennt es nicht, dieses Gefühl, das einem manchmal auch beim Bahnfahren überkommt“, räumt Hirschler ein. Grundsätzlich gilt, dass das Zugpersonal in diesem Falle der erste Ansprechpartner ist.

„Bitte haben Sie aber auch Verständnis für Mitreisende: Einige von ihnen empfinden das Klima garantiert genau umgekehrt.“

 

Darf ich mein Haustier mitnehmen?

Ja – sogar kostenlos. Einzige Voraussetzung, wie jedes Mal: Die Sicherheit und Ordnung des Betriebes wird nicht beeinträchtigt und Fahrgäste nicht gefährdet oder belästigt. Hirschler macht darauf aufmerksam, dass Hunde angeleint und unter Aufsicht einer hierzu geeigneten Person sein müssen. So weit erforderlich müssen Hunde einen Maulkorb tragen. Andere Tiere werden in hierfür vorgesehenen Behältnissen mitgenommen.

 

Darf man seine Füße auf dem Sitz ablegen?

„Würden Sie zu Hause auf Ihrer Couch Ihre Straßenschuhe hochlegen?“, fragt Hirschler zurück. Wer die Füße auf den Sitz legt und diesen dabei verschmutzt, muss im schlimmsten Fall sogar damit rechnen, dass das Verkehrsunternehmen ihn an den Reinigungskosten beteiligt. „Schließlich wollen wir, dass all unsere Fahrgäste sicher und sauber an ihr Ziel gelangen.“ Wenn Sie Ihre Schuhe jedoch vorher ausziehen, ist es Ihnen erlaubt, Ihre Füße auf dem Sitz abzulegen – natürlich „nur, wenn dadurch keine Fahrgäste belästigt werden“, betont Hirschler.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen! Was sind Eure skurillsten oder lustigsten Erlebnisse bei Reisen mit Bus und Bahn. Schreibt uns eine E-Mail an feedback@op-marburg.de.

von Ruth Korte

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